Weltkonferenz "Religions for Peace" 2019 in Lindau
Weltkonferenz "Religions for Peace" 2019 in Lindau
Azza Karam, Generalsekretärin von "Religions for Peace" (RfP)
Azza Karam, Generalsekretärin von "Religions for Peace" (RfP)

13.11.2020

Internationale Religionskonferenz in Lindau beendet "Frauen sollten verstärkt ihre Stimme erheben"

Mit einem Appell zur Stärkung von Frauen im Kampf gegen Gewalt ist die internationale Glaubenskonferenz in Lindau zu Ende gegangen. Weibliche Stimmen aus verschiedenen Religionen hätten eine neue, wichtige Wirkung in der Diplomatie.

Ulrich Schneider ist Geschäftsführer der Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft. Diese organisiert unter der Marke "Ring for Peace" interreligiöse Projekte in der bayerischen Bodensee-Stadt und kooperiert dabei mit "Religions for Peace" (RfP), der nach eigener Darstellung größten interreligiösen Nichtregierungsorganisation der Welt. RfP hat gerade im zweiten Jahr in Folge in Lindau eine internationale Konferenz abgehalten. Auf die Weltversammlung im vergangenen Sommer - die erste in Deutschland in der 50-jährigen Geschichte der Organisation - folgte nun von Dienstag bis Freitag die Tagung "Frauen, Glaube und Diplomatie".

Dabei kamen - coronabedingt größtenteils virtuell - täglich rund 1.500 Teilnehmer aus mehreren Dutzend Ländern zusammen, wie die Veranstalter mitteilten. Unter dem Motto "Den Glauben bewahren, das Morgen verwandeln" wollten sie Handlungsschritte erarbeiten, um die Diplomatie zu stärken und Impulse für gerechtere, friedlichere und inklusivere Gesellschaften anzustoßen.

Keine konkreten Ergebnisse

Konkrete Ergebnisse wurden nach den vier Tagen voller Diskussionsrunden, Workshops und Vorträge nicht verkündet. Die aus New York eingeflogene RfP-Generalsekretärin Azza Karam sagte zum Abschluss: "Frauen sind die, die Gemeinschaften aufrechterhalten und nähren, das haben wir hier gezeigt." Und: "Religionen sind die älteste Form der Diplomatie." Mit der Konferenz habe man dazu beigetragen, solche Realitäten anzuerkennen und wertzuschätzen. Dies gelte es nun verstärkt in die Welt zu tragen. "Wir sind die Uno der Religionen. Unsere Mission ist die des Zusammenbringens."

So trafen sich in Foren, Chaträumen und Telekonferenzen Christinnen, Jüdinnen und Musliminnen, Buddhistinnen, Hinduistinnen und Bahai-Anhängerinnen. Mit Grand-Mother Marie-Josee Rankin-Tardif war auch eine Ältesten-Vertreterin der indianischen Anicinape-Tradition aus Kanada dabei. Sie mahnte zu Umweltschutz: "Wir müssen dem Schrei der Welt lauschen und den Sinn des gemeinsamen Lebens wiederfinden, wenn wir nach den nächsten Dekaden noch hier bleiben wollen."

Spirituelle Zeremonie am Mittwochabend

Dass es im Programm immer mal wieder Bild- und Tonstörungen gab - geschenkt. Aber große Gefühle kamen doch erst am Mittwochabend auf, als sich Gläubige für eine spirituelle Zeremonie zu einer realen Zusammenkunft in einem Lindauer Park trafen. Frauen lasen dort religiöse Texte vor, appellierten an die weltumspannende Menschenliebe und leuchteten dabei mit Kerzen in der Hand durchaus sinnbildlich Licht ins Dunkle - Gänsehautstimmung.

Männer traten bei der Tagung ebenfalls auf, darunter hohe Würdenträger wie der nigerianische Kardinal John Onaiyekan. Der Katholik forderte, Erziehung und Bildung als wesentliches Feld im Kampf gegen Hassrede zu begreifen. So müssten etwa stereotype Darstellungen aus Schulbüchern verschwinden.

Bundeskanzlerin mit Grußwort

Die prominenteste Unterstützung kam von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sagte per Videobotschaft: "Religionen sehen sich ja gerade auch im gemeinsamen Streben nach Frieden verbunden. Und wir wissen: Frieden ist nur dann nachhaltig, wenn Frauen am Friedensprozess beteiligt sind." Doch über diese Rolle von Frauen werde zu oft hinweggesehen. So gebe es zu wenige Friedensnobelpreisträgerinnen.

Das war natürlich Wasser auf die Mühlen von RfP. "Frauen sollten verstärkt ihre Stimme erheben und hasserfüllten Reden sowie Handlungen, die auf Diskriminierung und Hass im Namen von Religion abzielen, entschieden entgegentreten", forderte Azza Karam.

Ihre Organisation plant nun weiter mit Lindau. Dem dürfte nicht abträglich sein, dass das Auswärtige Amt die bisherigen Tagungen gefördert hat. Als Nächstes soll am Bodensee ein interreligiöses Jugendtreffen stattfinden, wie Ulrich Schneider ankündigte. Schon 2021 könne es so weit sein, je nach Pandemie-Lage. Denn laut Schneider will man eine echte Zusammenkunft umsetzen, man hoffe auf Gäste aus aller Welt - eben von der ganzen Mutter Erde.

(KNA)

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