Leitete den Heiligen Synod: Patriarch Kyrill I.
Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Russland

31.01.2019

Patriarch Kyrill hält an Einheit von Russen und Ukrainern fest Noch immer Hoffnung

Trotz des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine bekräftigt der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. seinen Glauben an eine gemeinsame Zukunft beider Nachbarländer. Er habe noch immer die Hoffnung, dass Einheit möglich sei. 

"Für mich ist völlig offensichtlich, dass die geistige, kulturelle und zivilisatorische Einheit der Russen und Ukrainer viel stärker ist als die vorübergehenden politischen Grundmuster und Modelle, die die Zerstörung dieser Einheit verfolgen", sagte das Kirchenoberhaupt laut russischen Medienberichten am Donnerstag vor Journalisten in Moskau. Die Gemeinschaft beider Völker werde nicht enden.

Kyrill I. äußerte sich anlässlich einer Feier mit ranghohen Gästen zum zehnten Jahrestag seiner Wahl zum Patriarchen im Februar 2009.

Tiefe Spaltung auf der Krim

Zur Begründung verwies Kyrill I. darauf, dass auch die englischsprachige Welt nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht nicht auseinandergefallen sei. England und die USA hätten diese Krise überwunden und ihre Kultur- und Sprachgemeinschaft erhalten. Er habe immer noch die Hoffnung, dass er sich in Kiew mit den ukrainischen Bischöfen treffen könne, "die heute heldenhaft das kanonische orthodoxe Christentum verteidigen".

Die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 und der anschließende Krieg in der Ostukraine zwischen von Moskau unterstützten Separatisten und Regierungstruppen haben beide Völker tief gespalten. Kyrill I. verzichtete seither auf einen Besuch der Ukraine. Zuletzt reiste er im Juli 2013 in das Nachbarland. Mehrere Monate später hatte die ukrainische Regierung angesichts der Spannungen mit Russland erklärt, der Moskauer Patriarch sei "nicht willkommen".

Zwei orthodoxe Kirchen

Der Konflikt trug im Dezember auch zur Gründung einer von Russland unabhängigen orthodoxen Kirche der Ukraine bei. Die russisch-orthodoxe Kirche verurteilte diese Loslösung von Moskau; es handle sich um einen politischen Feldzug des ukrainischen Staatsoberhauptes Petro Poroschenko, hieß es. Dieser wolle mit der von ihm geförderten Kirchengründung seine Chancen bei den Präsidentenwahlen Ende März verbessern.

In der Ukraine gibt es nun zwei orthodoxe Kirchen, eine mit Moskau verbundene und eine eigenständige (autokephale). Letztere hatte das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel Anfang Januar offiziell anerkannt.

(KNA)

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