Zusammenleben der Religion
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Muslime in Hamtramck
Muslime in Hamtramck
Islam-Schule in Hamtramck
Islam-Schule in Hamtramck
Islamschule in Hamtramck
Islamschule in Hamtramck

07.09.2017

Was denken US-Muslime über Trumps Amerika? "Die meisten sind gute Menschen"

"Der Islam hasst uns." Das sind Worte von US-Präsident Donald Trump. Schritte wie sein Reisebann für sieben muslimische Länder werden in der ganzen Welt diskutiert. Was sagen aber die Menschen, die selbst davon betroffen sind?

“Die meisten Menschen sind wirklich gute Menschen, nette Leute. Trotzdem haben wir ein paar Probleme, besonders seitdem Trump Präsident geworden ist. Am schlimmsten war es sogar während des Wahlkampfes. In dieser Moschee hatten wir zwei Vorfälle. Das eine war ein Drohbrief, das andere ein tätlicher Angriff auf unser Gebäude.“ Abdul Samra ist Imam am Muslim Center for Greater Miami in Florida. Hier versammeln sich die Muslime der Region zum Freitagsgebet. Angst verspüren die meisten wegen Trump nicht. Aber das Klima ändert sich. Mohammed Khan ist Computer-Ingenieur und lebt seit 32 Jahren in Amerika. Er berichtet davon, dass seine Frau, die Kopftuch trägt, bedrängt wurde. “Sie ist aus einem Supermarkt gekommen und eine fremde Frau hat sie angeschrien. ‘Geh doch nach Hause!‘ Innerhalb von Sekunden kamen aber Leute um meine Frau zu verteidigen. Sie haben gesagt. 'Schäm dich, für solche Kommentare. Das ist nicht die amerikanische Art.' Und das war in Texas!“

Muslime im Fadenkreuz

Solche Stimmen hört man viel. Einzelne Menschen, die sich durch die Rhetorik von Donald Trump ermutigt fühlen ihren Hass auch offen zu zeigen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viel Zivilcourage. Da die USA von je her ein Einwanderungsland sind, ist es hier viel selbstverständlicher, dass verschiedene Religionen aufeinandertreffen. Toleranz ist Teil des Alltags. Probleme bekommt Mohammed Khan weniger durch die Menschen auf der Straße, als durch die Behörden, am Flughafen zum Beispiel. “Ich bin beruflich viel unterwegs. An längere Sicherheitskontrollen bin ich gewohnt, ich sage den Leuten immer: Holt mich lieber eine Dreiviertelstunde später ab. Jetzt nach der Trump-Wahl mache ich mir aber doch Sorgen. Wenn ich drei Länder hintereinander besuche, geht bei denen schon die Warnlampe an. Warum besucht der drei verschiedene Länder?“

Verunsicherung herrscht insbesondere durch den zeitweise aktiven Reisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern. Trumps Begründung: Aus diesen Ländern kommen die Terroristen. Obwohl es nie einen nachgewiesenen Fall eines eingereisten Terroristen aus einem der Länder gab, werfen Vorfälle wie in Nizza, Paris, Berlin oder Barcelona auch ein schlechtes Bild auf die Muslime in Amerika. Mohammed Khan: “Wenn ich in den Nachrichten von einem Anschlag höre, dann bete ich: Hoffentlich war es kein Muslim. Ganz ehrlich. Wenn es jemand anders war, macht es das zwar nicht besser. Aber unsere ganze muslimische Gemeinschaft leidet darunter. Leider sind es immer öfter Muslime, die hinter diesen Anschlägen stecken.“

Hamtramck - Die muslimischste Stadt Amerikas

In Michigan im Norden des Landes befindet sich Hamtramck, ein Vorort von Detroit mit gut 20.000 Einwohnern. Früher war der Ort eine Hochburg der polnisch-katholischen Einwanderer. 1987 hat sogar Papst Johannes Paul II. die Stadt besucht. Inzwischen sind 80 Prozent der Einwohner Muslime, die mehrheitlich aus Bangladesch kommen. Rechtspopulistische Seiten wie Breitbart nehmen die Stadt gerne als Musterbeispiel für die Islamisierung Amerikas. Geht man durch die Straßen, ergibt sich ein relativ friedliches Bild. Katholiken und Muslime leben friedlich zusammen, unterstützen sich sogar gegenseitig bei der sozialen Arbeit. Der Muslim Family Service verteilt Lebensmittel an bedürftige, egal welcher Religion.

Von den Hassverbrechen in anderen Teilen des Landes bekommt man hier wenig mit. Allerdings merken die Menschen auch hier das gleiche wie in Florida. Seit der Trump-Wahl herrscht ein anderes Klima. Die Frage ist: Wie geht man als Muslime in Amerika damit um? “Es gibt mehr und mehr Menschen, die ihren Hass jetzt offen zeigen. Aber was will man machen? Du musst einfach du selbst sein. Froh sein, nett sein zu den anderen Menschen. Dann wird hoffentlich auch nichts Schlechtes passieren.“

Renardo Schlegelmilch
(DR)

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