Heilige Pforte des Petersdoms
Heilige Pforte des Petersdoms

02.10.2015

Rom und Vatikan zeigen sich wegen Vorbereitungen zuversichtlich Streit ums Heilige Jahr beigelegt

Vor dem Heiligen Jahr 2000 glich Rom über Jahre einer Dauerbaustelle. Vor dem nun am 8. Dezember beginnenden Jubiläum tat sich verdächtig wenig - Anlass zu Zank zwischen dem Vatikan und Bürgermeister Ignazio Marino.

Zehn Wochen vor Beginn des Heiligen Jahres haben der Vatikan und die Stadt Rom ihre Verstimmungen ausgeräumt. Nach einem Gipfeltreffen der Organisatoren für das Kirchenjubiläum im Vatikan äußerte sich Erzbischof Rino Fisichella "zuversichtlich", dass zumindest die wichtigsten Arbeiten rechtzeitig erledigt würden.

Heilige Pforte des Petersdoms wird geöffnet

Und ein Vertreter von Bürgermeister Ignazio Marino versicherte laut italienischen Zeitungen vom Freitag, dass Rom den Pilgern einen würdigen Empfang bereiten werde. Am 8. Dezember öffnet Papst Franziskus im Petersdom die Heilige Pforte - und leitet damit das sogenannte Jubiläum der Barmherzigkeit ein. Bis 20. November 2016 werden rund 30 Millionen Besucher erwartet.

Vorausgegangen waren kritische Äußerungen eines Kurienbischofs über eine angebliche Säumigkeit der Stadt Rom bei den Vorbereitungen für das Heilige Jahr. Es habe sich um ein privates Gespräch gehandelt, das durch einen "inakzeptablen Betrug" bekanntgeworden sei und nicht die Meinung des Heiligen Stuhls wiedergebe, hatte Vatikansprecher Federico Lombardi die Lage zu entschärfen versucht.

Baumaßnahmen werden verschoben

Tatsache bleibt, dass von den angekündigten Projekten zum Ausbau der Infrastruktur in der Stadt Rom bislang kaum etwas zu sehen ist. Da soll die Busstrecke vom Hauptbahnhof zum Vatikan über die breite Via Nazionale für den Ansturm der bis zu 30 Millionen erwarteten Pilger instand gesetzt werden. Der Arbeitsbeginn zum 30. September wurde verschoben.

Da sind Straßenbaumaßnahmen für einen besseren Fluss der Pilgerströme, sowie die Anlage und Pflege von Grün- und Rastanlagen ins Auge gefasst; da sollen Straßen, Brücken und Parks entlang dieser Routen gereinigt, 200 Blumenkübel, 400 Abfallbehälter, 450 Sitzbänke aufgestellt oder renoviert werden. Insbesondere aber wurde der fußgängergerechte Ausbau von vier alten Pilgerwegen angekündigt. Zu sehen ist von einem solchen Ausbau bislang noch nichts: weder am Lateran, wo zwei dieser Wege beginnen, noch unterhalb des Kapitols, so sie zusammenkommen, oder an der Engelsburg, wo sie einmünden. Lediglich in der Nähe des Bahnhofs Termini wird seit längerem am Ausbau von Busspuren gearbeitet.

Inhaltliche Planungen des Vatikans werden fortgesetzt

Der Vatikan setzt unterdessen seine inhaltlichen Planungen fort. Acht Vorbereitungsbroschüren sind bereits erschienen oder zumindest im Druck. Noch im Oktober soll auf der Jubiläumsseite www.im.va die Registrierung für Pilger freigeschaltet sein. Dann können sich insbesondere Gruppen, die den Petersdom durch die Heilige Pforte betreten wollen, kostenfrei anmelden.

Ihnen wird dann ein Zeitfenster zugewiesen, in dem sie auf einem besonders abgesicherten Zugang und ungestört vom sonstigen Tourismusbetrieb zum Petersplatz gelangen können. Zwischen 1.000 und 1.500 Personen könnten auf diese Weise pro Stunde die Vatikanbasilika betreten, rechnet man. Allerdings wartet der Vatikan bislang noch auf klare Zusagen der Stadt zum geplanten Großzelt an der Engelsburg, das er als Empfangs-, Informations- und Steuerungszentrum einrichten möchte.

Umgebung vom Petersplatz noch nicht einladend genug

Der Vatikan erwartet zudem von den staatlichen und städtischen Behörden, dass die Pilger in der Umgebung des Vatikan und auf dem Petersplatz selbst in angemessenem und würdigem Rahmen empfangen werden. Derzeit wimmelt es entlang der Grenzen zum Vatikanstaat von ambulanten Händlern, illegalen Fremdenführern und zwielichtige Ticketverkäufern - unter den Augen der italienischen Polizei.

Konkret sind unterdessen die Schatten, die der Kommerz rund um das Heilige Jahr vorauswirft. Das Jubiläumsjahr soll der Ewigen Stadt einen Anstieg des Bruttosozialprodukts von 2,4 Prozent bringen - elf Milliarden Euro in fünf Jahren. Das errechnete eine jüngste Studie der römischen Sapienza-Universität. In den vergangenen Wochen haben sich Angebot (und Preise) von Bed-and-breakfest-Betrieben vor allem Vatikannähe erhöht. Der neueste Clou sind "Case vacanze" (Ferienwohnungen), für die weniger strenge Auflagen gelten.

 

Johannes Schidelko
(KNA)

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