03.04.2021

EKD ist besorgt über die Erschöpfung durch Corona "Ostern ist wichtiger denn je"

Angesichts eines zunehmenden Erschöpftseins der Menschen durch die Pandemie "brauchen wir das Osterfest in diesem Jahr vielleicht dringender denn je", sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Ratsvorsitzende der EKD und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich in der "Passauer Neuen Presse" (Online-Ausgabe) zum Osterfest und seiner Botschaft fogendermaßen geäußert.

"Der Tod hat nicht das letzte Wort. Nicht die Dunkelheit steht am Ende, sondern das Licht. Christus ist auferstanden und das gibt uns eine tiefe Hoffnung, dass wir nicht auf ein dunkles Loch zusteuern, sondern auf einen neuen Himmel, darauf, dass wir aus der Pandemie herauskommen."

Lob für virtuelle Gottesdienste

Als positiv wertete der EKD-Ratsvorsitzende die virtuellen Gottesdienst-Formate, auch wenn sie das physische Zusammensein nicht ersetzen könnten. Schon beim letzten Osterfest hätten viele Gemeinden fast aus dem Nichts heraus solche geschaffen und damit viel Gutes erlebt.

Zumindest sei es aber 2021 möglich, in Regionen und Gebäuden, in denen es verantwortbar sei, auch in den Kirchen Gottesdienste zu feiern, wenn auch mit deutlich weniger Menschen. Angesprochen auf eine zu beobachtende Polarisierung der Gesellschaft im Streit über den Umgang mit der Pandemie verwies Bedford-Strohm darauf, dass schon vor Corona durch die Sozialen Netzwerke die extremen Einstellungen gefördert worden seien.

"Als wäre der größte Unsinn die Wahrheit"

"Dadurch ist bei einigen eine Stimmung entstanden, als wäre der größte Unsinn die Wahrheit." Das beeinflusse jetzt auch den Umgang mit der Pandemie in dieser hoch emotionalisierten und nervösen Situation. Zur Wahrheit gehöre aber auch, "dass wir eine stabile Zivilgesellschaft haben und die extremen Parteien nicht die Überhand gewonnen haben".

Trotzdem befinde sich die Gesellschaft derzeit in einer kritischen gesellschaftlichen Stimmungslage, in der die Nerven blank lägen, räumte der Landesbischof ein. "Deswegen müssen wir durchhalten - und eine Kraftquelle dafür ist der Glaube."

Die Kirche habe dabei die Rolle, die Menschen zusammenzubringen und dürfe einzelne nicht zurücklassen. Jeder Mensch sei zuerst Mensch. Das gelte auch für die Politik. Wenn Politiker Fehler machten, dann seien sie zuerst einmal Menschen und verdienten, mit Achtung und Respekt behandelt zu werden.

Das gelte zumal dann, wenn sie Fehler eingestünden und korrigierten.

(KNA)

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