Statue von Maximilian Kolbe in einer Kirche in Ravenna
Statue von Maximilian Kolbe in einer Kirche in Ravenna
Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick

14.08.2020

Erzbischof Schick erinnert an im KZ ermordeten Maximilian Kolbe Er wählte die Giftspritze

Maximilian Kolbe ist im KZ gestorben, um einen Mithäftling zu retten. Sich einzumischen und für Gerechtigkeit einzustehen, das müsse sich die Kirche von Kolbe abschauen, so Erzbischof Schick. 

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat den von den Nationalsozialisten ermordeten Ordensmann Maximilian Kolbe als Inspiration für den Kampf gegen Rassismus und Nationalismus gewürdigt. "Die Europäische Union durchleidet eine Zerreißprobe", sagte Schick am Freitag bei einem Gottesdienst im polnischen Oswiecim (Auschwitz).

Die Spannungen zwischen den Völkern nähmen zu, so Schick. "Wir spüren, dass die Errungenschaften der Einheit und des Friedens in Gefahr sind und wir sie mit aller Kraft bewahren müssen. Maximilian Kolbe kann uns dabei helfen."

Mit einem Familienvater das Schicksal getauscht

Der im NS-Vernichtungslager Auschwitz inhaftierte Kolbe ging 1941 für einen Familienvater in den sogenannten Hungerbunker. Der Franziskanerpater starb am 14. August durch eine Giftspritze. Papst Johannes Paul II. sprach 1982 den am 8. Januar 1894 im polnischen Zdunska Wola bei Lodz geborenen Kolbe heilig.

Kirche, das habe Kolbe vorgelebt, müsse sich einmischen und für eine gerechtere Welt einstehen, mahnte Schick. "Wenn wir Europa wollen als Union der verschiedenen Nationen und auch Kulturen, die in Solidarität der Liebe geeint sind, in Respekt, Toleranz, Wohlwollen und Hilfsbereitschaft, dann müssen wir das Evangelium verkünden wie es Maximilian Kolbe getan hat. Wenn wir eine Zukunft aufbauen oder weiterentwickeln wollen, die nicht eine Globalisierung der Wirtschaft, der Medien, des Geldtransfers, des Luxus ist, in der es sicher wieder mehr Arme und Ausgegrenzte, mehr Konflikte und Unfrieden gibt, ist der Geist des Evangeliums unerlässlich."

Das Erbe von Maximilian Kolbe

Der Gottesdienst fand im Rahmen eines europäischen Workshops statt, den die Maximilian-Kolbe-Stiftung jedes Jahr in der Woche um den 14. August durchführt. An der elften Auflage der Veranstaltung, die noch bis Sonntag andauert, nehmen Vertreter aus zehn europäischen Ländern teil. Im Zentrum steht die Frage nach den bis heute spürbaren Verletzungen, die von Auschwitz und dem Zweiten Weltkrieg ausgehen, sowie nach einem angemessenen Umgang mit der Gegenwart dieser Geschichte.

Schick ist Vorsitzender des Stiftungsrats der Maximilian-Kolbe-Stiftung und Weltkirche-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Speziell in den deutsch-polnischen Beziehungen habe das Erbe des Kolbes Versöhnung gestiftet, "eigentlich seit 1963, als die polnischen und deutschen Bischöfe während des Zweiten Vatikanischen Konzils Papst Paul VI. gemeinsam um seine Seligsprechung baten", betonte Schick.

Lebendig sei Kolbes Erbe unter anderem auch in der Maximilian-Kolbe-Stiftung auch das Maximilian-Kolbe-Werk, so der Bamberger Erzbischof, der Vorsitzender der deutsch-polnischen Kontaktgruppe der Bischofskonferenzen beider Länder ist.

(KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 14.06.2021
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!