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Weihbischof Schwaderlapp schreibt Briefe an seine Nichten
Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof in Köln
Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof in Köln
Mädchen bei der Erstkommunion
Mädchen bei der Erstkommunion

24.02.2020

Weihbischof Schwaderlapp mit Briefen über den Glauben "Unseren Glauben einfach ausdrücken"

Tod, Auferstehung, Eucharistie - Themen der Theologie sind selbst für erwachsene Menschen oft nicht leicht zu fassen. Kann man sie trotzdem für Kinder begreiflich machen? Weihbischof Schwaderlapp hat es in Briefen an seine Großnichten versucht.

DOMRADIO.DE: Was finden Sie denn am Karneval so schön?

Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp (Domkapitular und Weihbischof im Erzbistum Köln): Das ist ein Fest mit einer langen Tradition. Es hat ja tatsächlich einen kirchlichen Hintergrund. Danach kommt der Aschermittwoch, die Vorbereitung auf Ostern, und damit auch mal ein "cut" und ein "reset".

Man feiert eben schön. Feiern finde ich immer etwas Schönes, um mit Freunden zusammen zu sein und eine gewisse Ausgelassenheit zu haben. Ich finde es wichtig, dass man die Tage wirklich daran Spaß hat, sie feiert und auch ausgelassen feiert, aber immer so, dass man sich am Aschermittwoch noch gerne daran erinnert.

DOMRADIO.DE: Sie stammen aus dem Westerwald. Wie hat denn Ihre karnevalistische Sozialisation stattgefunden?

Schwaderlapp: Man unterschätzt den Westerwald, selbstverständlich wird bei uns auch Karneval gefeiert!

DOMRADIO.DE: Und wie kostümiert sich ein Weihbischof?

Schwaderlapp: Ganz unterschiedlich. Das kommt immer auf die jeweilige Situation an. Wenn ich bei meinen Greesbergern bin, meiner Karnevalsgesellschaft, bei der ich Präses bin, habe ich deren Narrenkappe auf und einen Anzug an. Aber ich kann mich auch mal komplett verkleiden. Da ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es macht ja auch ein bisschen Spaß, sich darüber Gedanken zu machen.

DOMRADIO.DE: Sie haben gerade ein feines, kleines Buch geschrieben. Darin sind im Prinzip gesammelte Briefe an Paula und Letizia. Und denen schreiben sie alles, was ein Kind über die Erstkommunion so wissen sollte. Wer sind denn Paula und Letizia?

Schwaderlapp: Paula und Letizia sind zwei meiner Großnichten. Und dieses Buch hat eine kleine Geschichte. Ich war mit der Familie im Urlaub und las gerade ein theologisches Buch. Und dann kam die Paula, die Ältere von beiden, die im Jahr darauf zur Erstkommunion gegangen ist, auf mich zu und fragte: "Was liest du denn da?" Das war gar nicht so leicht zu erklären. Aber ich war erstaunt, wie sie nachgefragt hat, wie sie sich dafür interessierte. Und da kam der Gedanke: Du könntest doch ihr und ihre Schwester, die zusammen zur Kommunion gehen sollten, so im Abstand von zwei, drei Wochen einen Brief schicken, wo du aus deiner Sicht die wichtigsten Dinge, die mit der heiligen Kommunion zusammenhängen, beschreibst.

DOMRADIO.DE: Das sind ja ganz schön schwierige Themen, die auch Erwachsenen schwerfallen – Tod, Auferstehung, Eucharistie. Was ist Ihnen selber am schwersten gefallen, das kindgerecht zu formulieren?

Schwaderlapp: Es ist immer bei jedem Thema eine Herausforderung, einen Anknüpfungspunkt an der Bilderwelt oder an der Erfahrungswelt der Kinder zu finden. Man sollte Kinder nicht unterschätzen. Sie tun sich mit manchen Dingen viel leichter. Aber für Erwachsene wie für Kinder gilt, es kommt darauf an, unseren Glauben einfach auszudrücken. Das ist immer eine Herausforderung, aber auch eine frohe Herausforderung.

DOMRADIO.DE: In einem Kapitel geht es um Jesus. Und da schildern Sie das Gleichnis von der Hochzeit von Kana, wo Jesus für eine Hochzeitsgesellschaft aus Wasser Wein gemacht hat. Warum ist das Ihr Lieblingsbuch von Jesus? Da war ich doch erstaunt.

Schwaderlapp: Aus verschiedenen Gründen. Natürlich ist das Setting etwas, das man sich sehr gut vorstellen kann. Die Hochzeitsfeier ist der Inbegriff eines wunderschönen Festes. Und wenn da der Wein ausgeht, dann ist das schlecht.

Aber da kommen verschiedene Dinge zusammen. Da kommt Maria ins Spiel. Sie hat einen guten mütterlichen Blick - nicht nach dem Motto "Gott sei Dank hört die Sauferei mal auf" - nein, sie geht damit zu ihrem Sohn, sie vermittelt. Dann geht sie zu den Dienern und sagt, was mein Sohn euch sagt, das macht mal. Die Diener füllen dann im Auftrag Jesu die Krüge mit Wasser. Jesus vollbringt dann das Wunder.

Und da sehe ich meine Aufgabe oder eigentlich überhaupt unsere Aufgabe als Christen: Unsere Sendung ist es, Krüge mit Wasser zu füllen. Das Wunder muss Jesus tun. Wenn wir anfangen, mit unseren irdischen Möglichkeiten Wunder zu vollbringen, dann wird das nur ein Gepansche und kein guter Wein.

DOMRADIO.DE: Und ich habe gedacht, Sie entscheiden sich mehr für ein zweckgebundenes Wunder. Wenn Alte und Kranke geheilt werden und nicht für ein Wunder, dessen Zweck ja eigentlich ist, ein feuchtfröhliches Hochzeitsfest netter zu gestalten.

Schwaderlapp: Genau. Eigentlich ist es das überflüssigste aller Wunder. Es geht bei den anderen um viel mehr, existenzielles Elend. Aber Wunder sind ja auch Zeichen, die über den konkreten Fall hinaus etwas zeigen wollen. Das, was ich versucht habe, deutlich zu machen, macht eigentlich den Kern des Evangeliums aus: Christus ist der, der handelt, die Mutter Gottes hilft uns und ist im Auftrag ihres Sohnes unterwegs. Und wir können unseren Teil tun. Aber das Entscheidende tut Christus.

Es ist in der Kirche so wichtig, dass wir das einsehen. Wenn wir meinen, wir könnten alles machen, wir könnten alles nach unseren Vorstellungen und unseren Prinzipien lösen, müsste es in der Kirche und in der Welt laufen. Dann läuft es nicht, dann ist das falsch. Unsere Aufgabe ist eine bescheidene.

DOMRADIO.DE: Worauf sind Paula und Laetitia am meisten angesprungen? 

Schwaderlapp: Das kann ich, ehrlich gesagt, gar nicht so sagen. Ich hatte mit den Eltern gesprochen und die haben den Kindern die Briefe vorgelesen. Im Kommunionunterricht haben die Kinder die Briefe auch nochmal mitgenommen. Ein kleines Büchlein mit den Briefen habe ich Ihnen auch zur Kommunion geschenkt. Und etwas später sagte mir dann die Laetitia, die Jüngere, sie habe das jetzt nochmal alles gelesen und ihr sei jetzt vieles noch klarer geworden als vorher.

Ich weiß nicht genau, welches Thema da besonders angesprochen hat. Was ich aber als Feedback gehört habe, war, dass die Briefe zu sehr schönen Gesprächen geführt haben, weil die Kinder dann daraufhin wieder neue Fragen gestellt haben. Es war offensichtlich auch so ein Schlüssel oder eine Brücke, noch tiefer in das Geheimnis des Glaubens einzusteigen.

Das Interview führte Heike Sicconi.

Information: Unterwegs zur Erstkommunion; Briefe an Paula und Laetitia; fe-Medien.

(DR)

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