Zwei Ordensleute klatschen sich ab
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Kardinal Joao Braz de Aviz
Kardinal Joao Braz de Aviz
Schwester Katharina Kluitmann
Schwester Katharina Kluitmann

03.07.2019

Gemeinschaften sorgen sich um Zukunft des Ordenslebens "Die Asche von der Glut wegfegen"

Überalterung, Nachwuchsmagel, Missbrauch: Angesichts dieser Herausforderungen müssen die Ordensgemeinschaften vieles auf den Prüfstand stellen. In Ottmaring geht es bei einer Ordenstagung um Dynamik und Subversivität.  

In Ottmaring bei Augsburg findet seit Montag und noch bis Freitag ein ökumenisches Treffen mit rund 100 Mitgliedern von Orden und geistlichen Gemeinschaften statt. Die Konferenz steht unter dem Titel "Begegnung von Charismen. Miteinander heute Kirche sein".

Der brasilianische Kardinal Joao Braz de Aviz, sieht in innerchristlicher Verschiedenheit kein Manko. Diese "nimmt der Einheit nichts, sie macht sie stärker", sagte der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Institute des geweihten Lebens bei den "Ottmaringer Tagen". Das teilten die Veranstalter am Mittwoch mit.

"Diese Begegnung ist für mich ein interessanter Weg des Dialogs unter uns allen, unter den historischen Charismen, und dieser Weg kann Früchte für uns hervorbringen und die Asche von der Glut wegfegen." Man müsse "Beziehungen der gegenseitigen Liebe" aufbauen und gemeinsam bezeugen, "dass wir Jesu Jünger sind".

"Miteinander neue Wege gehen"

Veranstalter ist die Arbeitsgruppe "Miteinander der Orden" der Fokolar-Bewegung. Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) und die Vereinigung "Ordensgemeinschaften Österreich" unterstützen das Treffen. Die Vertreter der Orden und geistlichen Gemeinschaften kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Belgien und Schweden.

Die Teilnahme von Mitgliedern aus verschiedenen Ländern und Gemeinsschaften sei ein wichtiges Zeichen, so Braz de Aviz: "Die Verschiedenheit nimmt der Einheit nichts, sie macht sie stärker."

Der Kardinal ergänzte, eine Überalterung der Orden, der Mangel an neuen Berufungen und verschiedene Formen des Missbrauchs forderten die Gemeinschaften heraus. Daher gelte es, vieles auf den Prüfstand zu stellen und miteinander neue Wege zu gehen: in der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen, im Verständnis von Autorität oder auch in der Zeugniskraft von Spiritualität im Bereich von Wirtschaft und Finanzen.

"Subversive Sauerteig-Dynamik des Treffens"

Die DOK-Vorsitzende Schwester Katharina Kluitmann erklärte, Orden und geistliche Gemeinschaften hätten "eine wichtige Sauerteigfunktion für die Kirche". Sie fügte hinzu: "Die Eucharistie ist vielleicht noch nicht das Zeichen der vollen Einheit, aber doch Werkzeug einer Einheit, nach der wir uns so sehr sehnen."

Zum Thema Zölibat sagte Kluitmann: "Gerade die, die freiwillig ehelos leben, können die Schönheit dieser Wahl repräsentieren - und deshalb vielleicht unverdächtiger die Frage stellen, ob sie für Priester zwingend sein sollte." Die Schwester fügte an, sie hoffe "auf die subversive Sauerteig-Dynamik dieses Treffens".

(KNA, DR)

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