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Luis Francisco Ladaria Ferrer
Luis Francisco Ladaria Ferrer
Kardinal Reinhard Marx
Reinhard Kardinal Marx
Rainer Maria Kardinal Woelki
Rainer Maria Kardinal Woelki

02.05.2018

Deutscher Kommunion-Dissens Thema im Vatikan Rom soll es richten

Über die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz zur Kommunion für nichtkatholische Ehepartner soll nun Rom entscheiden. Befürworter und Kritiker reisen an diesem Donnerstag zur Klärung in den Vatikan - Ausgang offen.

Was bei dem mit Spannung erwarteten Treffen in der Glaubenskongregation herauskommt, ist völlig offen. Die Aufstellung: Hauptfiguren sind der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx, unter dessen Führung die Mehrheit der deutschen Bischöfe ihre Initiative zur Kommunionzulassung formuliert hat.

Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki aus dem Lager der Kritiker und Erzbischof Luis Ladaria, Präfekt der Glaubenskongregation, als Entscheider. Er wird flankiert von Kardinal Kurt Koch, dem päpstlichen Ökumenebeauftragten. Weitere geladene Bischöfe und Theologen spielen die Rolle von Unterstützern, Vermittlern oder Experten.

"Handreichung" zur Kommunionfrage

Inhaltlich geht es um eine "Handreichung" zur Kommunionfrage. Der Text, von der Bischofskonferenz per Mehrheitsbeschluss verabschiedet, ist noch unveröffentlicht; fest steht, dass er die kirchenrechtlichen Vorgaben für eine Zulassung nichtkatholischer Christen zum Altarsakrament eher weit auslegt. Kardinal Marx bringt den Magdeburger Bischof Gerhard Feige und Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer mit nach Rom. Die beiden waren als Vorsitzende der Ökumene- und der Glaubenskommission an dem Dokument beteiligt.

Als Kardinal steht Erzbischof Woelki an der Spitze einer Gruppe von sieben Bischöfen, die Bedenken gegen die Handreichung tragen. Ihre Anfrage im Vatikan wurde durch eine Indiskretion publik. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer - Dogmatiker und früherer Mitarbeiter des heutigen Kardinals Gerhard Ludwig Müller - ist als weitere Stimme der Kritiker in Rom dabei. Münsters Bischof Felix Genn soll dem Vernehmen nach zwischen beiden Seiten vermitteln helfen. Er hat sich öffentlich hinter die Mehrheit der Bischöfe gestellt, zugleich aber Verständnis für die Kritiker bekundet.

Für die Beurteilung kirchenrechtlicher Fragen nimmt vatikanischerseits Pater Markus Graulich teil, Untersekretär des Rats für die Auslegung der Gesetzestexte; als Deutscher ist er mit den Verhältnissen in der Heimat gut vertraut. Pater Hermann Geißler, Amtschef der Lehrabteilung in der Glaubenskongregation, dürfte eher eine protokollarische Aufgabe haben, ebenso der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer.

Grauzonen der praktischen Seelsorge

Spannend bleibt, wie sich Koch und Ladaria positionieren werden. Während Kochs Vorgänger im Ökumenerat, Kardinal Walter Kasper, mit Blick auf die gemeinsame Kommunion für konfessionsverschiedene Paare eine offene Haltung einnahm, zeigte sich der Schweizer Koch bislang vorsichtig abwägend. Nicht zuletzt aus Rücksicht gegenüber evangelischen Gesprächspartnern will er kein Vorpreschen auf diesem Feld.

Ladarias theologisches Spezialgebiet liegt auf Christologie und Anthropologie, aber er besitzt einen umfassenden fachlichen Horizont.

Er gilt als kenntnisreich, gebildet und als Mann des Dialogs. Jesuit wie Papst Franziskus, kennt auch Ladaria das Prinzip der "Unterscheidung" in den Grauzonen der praktischen Seelsorge. Dank seines Studiums in Sankt Georgen (Frankfurt) spricht er ausgezeichnet Deutsch - so dass es bei den Beratungen am Donnerstag keine Sprachprobleme geben dürfte.

Seltener Vorgang

Dass die Glaubenskongregation Vertreter einer Bischofskonferenz zur Klärung einer offenen theologischen und pastoralen Frage nach Rom ruft, ist ein seltener, wenn nicht beispielloser Vorgang. Ebenso ungewöhnlich war die Ankündigung der Beratungen durch das vatikanische Presseamt. Die Kurie zeigt, dass sie die Kontrolle über den Streit zurückgewinnen und den Gang der Debatte nicht den Durchstechereien in sozialen Netzwerken überlassen will.

Wann und wie eine Lösung verkündet wird, ist völlig offen. Angesichts der Zahl der Beteiligten ist die Zeit des Treffens fast zu kurz, um auch nur die Sichtweisen und Argumente auszutauschen. Ein fachliches Urteil in dem Streit zu sprechen, fiele dem Glaubenspräfekten Ladaria zu. Für Deutschland könnte die Lösung relativ zügig erfolgen. Eine gesamtkirchliche Klärung der Kommunionfrage, wie sie Kritiker der "Handreichung" fordern, ist eine sehr viel komplexere Angelegenheit.

Burkhard Jürgens
(KNA)

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