Priester spendet Kommunion
Priester spendet Kommunion
Anselm Grün ist auf dem Podium: "Wir haben hier keine bleibende Stadt"
Anselm Grün

06.07.2017

Mönch Anselm Grün lädt auch Protestanten zur Kommunion ein "Wichtig ist der Glaube"

Im Jahr des Reformationsgedenkens ist die Diskussion um die gemeinsame Kommunion für Katholiken und Protestanten neu entflammt. Benediktinermönch Anselm Grün geht einen eigenen Weg und lädt auch Protestanten dazu ein.

"Wenn ich im Gästehaus unserer Abtei in Münsterschwarzach Kurse gebe, lade ich immer alle ausdrücklich ein, zur Kommunion zu gehen, weil manche evangelische Christen sich nicht trauen", sagte er dem Internetportal katholisch.de in Bonn.

Unterschiedliche Lehrauffassungen

Wichtig sei der Glaube, dass Jesus in der Hostie präsent ist, fügte der katholische Priester hinzu. "Ist dies gegeben, spricht nichts gegen ein gemeinsames Abendmahl." Die katholische Kirche lehnt eine Abendmahlsgemeinschaft mit Protestanten derzeit ab, weil es unterschiedliche Lehrauffassungen dazu gibt. Zur Kommunion sind daher in der Regel nur Katholiken sowie Mitglieder der unierten orientalischen Kirchen zugelassen. Katholiken ist Teilnahme an protestantischen Abendmahlsfeiern untersagt.

Grün wandte sich auch gegen einen Machtanspruch der katholischen Kirche. "Die katholische Kirche tut manchmal so, als ob sie Moral und Verhalten festschreiben könnte", sagte er. "In Rom gibt es nämlich immer noch konservatives Denken - allerdings nicht beim jetzigen Papst." Machtmissbrauch habe auch zur Reformation geführt, sagte der Benediktinermönch. Päpste und Bischöfe seien damals unbeweglich gewesen und hätten sich hinter ihrer Macht versteckt. Luther habe zurecht dagegen rebelliert.

"Katholische Kirche durch Reformation deutlich verändert"

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, sagte dazu, die katholische Kirche habe sich glücklicherweise durch die Reformation deutlich verändert. "Doch ein gewisser Machtanspruch ist immer noch vorhanden. Nur wenn Rom es erlaubt, darf sich in der Kirche Grundlegendes ändern. Das ist ein Punkt, den ich bis heute kritisch sehe." Er sei für offene Kommunikationsprozesse, Kollegial- und Synodalentscheidungen.

Positiv an der katholischen Kirche sieht Schneider die Fähigkeit, Volksfrömmigkeit mit Leib und Seele, mit Kopf und Herz zu leben. Das sei eine bleibende Herausforderung für evangelische Christen. "Mich spricht auch die Verbindlichkeit an, in der die römisch-katholische Kirche als eine Weltkirche zusammenlebt", sagte er. "Die Betonung des Andersseins und der Fremdheit scheint mir im evangelischen Lager größer als in der katholischen Weltkirche."

(KNA)

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