Junge Frau in der Kirchenbank
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02.06.2017

Bistum Münster kritisiert Theologen für Aussagen zu Frauenweihe "Zu kurz gegriffen"

Das Bistum Münster kritisiert Äußerungen des Theologen Michael Seewald zum Thema Frauenpriestertum und Berufung von Priestern. Man habe diese "mit großer Verwunderung" zur Kenntnis genommen.

So zitiert das Internetportal katholisch.de am Freitag aus einem Schreiben des Münsteraner Domvikars Jochen Reidegeld. Er ist für die Verbindung des Bistums zur katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster zuständig, an der Seewald lehrt.

Seewald befürwortet Priesterweihe für Frauen

Der Theologe hatte in Interviews mit "katholisch.de" und mit der "Herder-Korrespondenz" gefordert, das Weihesakrament müsse für alle Geschlechter offen sein. Die Argumente gegen die Priesterweihe von Frauen wirkten aus seiner Sicht konstruiert und wenig überzeugend, so der 29-jährige Priester und jüngste deutsche Professor für Dogmatik.

Aus seiner Sicht wäre eine Weihe von Frauen eine "behutsamere Veränderung" als eine Abschaffung des Zölibats, also der Pflicht zur Ehelosigkeit für Priester.

Zudem sei es ungerecht, so Seewald, wenn Frauen nur "aufgrund ihres Geschlechts, das sie sich nicht ausgesucht haben, vom ordinierten Amt ausgeschlossen" würden. Zugleich nannte er die Vorstellung fremd, dass Gott Menschen zu Priestern beruft: "Ich bin mir nie als ein Berufener vorgekommen, sondern als jemand, der gerne tut, was er eben gerne tut. Wer das schon als Berufung bezeichnet, kann das machen. Mir sagt diese Sprache nichts." Trotzdem sei er aus ganzem Herzen Priester.

Domvikar hält Vorschlag für zu "kurz gegriffen"

Reidegeld kritisierte eine "Reduzierung der Frage nach dem Frauenpriestertum auf die bloße Gerechtigkeitsfrage". Die sei "sehr kurz gegriffen". Nicht nachzuvollziehen sei, dass Seewald von schwachen Argumenten gegen eine Frauenordination sprach. Reidegeld verwies auf Theologen wie Hans Urs von Balthasar, die diese Frage in einem größeren Zusammenhang bedacht hätten.

Weiter erklärte der Domvikar, dass man eine Berufung nicht auf einen reinen Willensakt reduzieren könne. Dies decke sich "weder mit dem zentralen Glaubensgut der Kirche noch mit meiner Erfahrung als Priester".

(KNA)

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