Mann trägt einen Pullover mit dem Aufdruck "Deutsches Reich" bei Reichsbürger-Demo
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02.03.2021

Zahlen der Bundesregierung: 1.600 Übergriffe auf Geflüchtete "Rassismus kennt keinen Lockdown"

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland statistisch gesehen täglich im Schnitt vier Übergriffe auf Geflüchtete und Asylsuchende gegeben. Fast alle Angriffe seien Rechtsextremisten zuzuschreiben. Der Trend zeige aber nach unten.

Die Behörden registrierten nach vorläufigen Zahlen 1.606 Angriffe - etwas weniger als 2019 mit 1.620 Fällen, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervorgeht, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) vorliegt. Dabei wurden 201 Menschen verletzt. Weitere 84 Angriffe richteten sich demnach gegen Flüchtlingsunterkünfte, fast alle (79 Fälle) werden Rechtsextremisten zugeschrieben.

Die Statistik erfasst unter anderem Beleidigungen, Volksverhetzung, Sachbeschädigungen und auch Gewalttaten. Hinzu kamen 67 Angriffe auf Hilfsorganisationen beziehungsweise freiwillige Helfer, wie es hieß. Allerdings dürften wegen zu erwartender Nachmeldungen die Zahl der Angriffe im Corona-Jahr 2020 noch steigen und über dem Jahr 2019 liegen, so die Linke.

Höchststand 2016

Insgesamt zeigt der Trend nach unten: Seit dem Höchststand 2016 mit 2.545 Straftaten gegen Geflüchtete gingen die Zahlen von Jahr zu Jahr zurück. Als Grund dafür gilt, dass inzwischen weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen und weniger Personen in Asylunterkünften wohnen. "Der Rassismus im Land kennt keinen Lockdown", mahnte die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke in der Zeitung. Die Zahlen zeigten, wie verfestigt rechtsextreme Gewalt in Deutschland sei. Deren tödliches Potenzial hätten die rassistisch motivierten Morde im hessischen Hanau vor einem Jahr gezeigt, bei denen ein Attentäter neun Menschen in einer Shisha-Bar tötete.

Mehr Nazi-Aufmärsche

Trotz der Corona-Beschränkungen des öffentlichen Lebens und des zeitweisen Lockdowns gab es 2020 bundesweit mehr Nazi-Aufmärsche, so das Bundesinnenministerium. Demnach stieg deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr von 124 auf 133 Aufmärsche; zugleich sank die Zahl der Teilnehmer von 19.840 auf 14.000.

(KNA)

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