Bischöfe in Malta fordern Hafenzugang für Sea-Watch 3

Eintreten für internationale Solidarität

Die katholische Kirche verlangt eine rasche Anlegeerlaubnis für das deutsche Flüchtlingsrettungsschiff "Sea-Watch 3". Es sei Grund zu großer Sorge, dass Europa, statt zu helfen, einen Schutz ablehne, erklärten die maltesischen Bischöfe.

Aus Seenot gerettete Migranten / © Marcos Moreno (dpa)
Aus Seenot gerettete Migranten / © Marcos Moreno ( dpa )

Verlangt sei eine Solidarität, die sich nicht nur in Worten oder Finanzhilfen, sondern in "konkreten Taten" zeige, betonten die Bischöfe. Sie sähen die Komplexität der Probleme und der Lösungen rund um Migration; dennoch sollten die politisch Verantwortlichen "mutige Entscheidungen" für das Leben treffen, so die Unterzeichner, Erzbischof Charles Scicluna, Bischof Mario Grech und Weihbischof Joseph Galea-Curmi. Die Kirche trete für internationale Solidarität ein.

Die Bischöfe fragten, was es Christen nütze, zu Weihnachten die Geburt eines Kindes zu feiern, wenn sie nicht ihre Brüder und Schwestern retten wollten, und welchen Sinn das Engagement für Lebensschutz habe, wenn man Menschen dem Tod auf See überlasse.

Gerettete harren seit über einer Woche auf dem Mittelmeer aus

Weiter bekannten sie sich zur Solidarität gegenüber jenen, deren Menschenwürde gewaltsam verletzt werde und die vor Sklaverei, Folter und Tod flöhen. Die "Sea-Watch 3" mit 32 Geretteten an Bord harrt seit 22. Dezember auf dem Mittelmeer aus, weil bislang kein Staat Hafenzugang gewährte.

Italien, Malta, Spanien, die Niederlande und Deutschland verweigerten nach Angaben des Vereins Sea-Watch bislang die Aufnahme. Auch die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR äußerte sich zuletzt besorgt und verlangte eine Anlegeerlaubnis in einem nahen Hafen. Laut deutschen Medienberichten überlegen unterdessen das Land Berlin und die Bundesregierung, die aus Libyen stammenden Flüchtlinge einreisen zu lassen. (KNA)


Charles Jude Scicluna, Erzbischof von Malta / © Romano Siciliani (KNA)
Charles Jude Scicluna, Erzbischof von Malta / © Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA