Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland begonnen
Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland begonnen

06.01.2021

Vorsitzende des Ethikrates: Impfstart wurde nicht vermasselt "Es war absehbar, dass der Impfstoff am Anfang knapp ist"

Eineinhalb Wochen nach dem Start der Corona-Schutzimpfungen in Deutschland wünscht sich die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, mehr Zuversicht. Der Impfstart sei nicht vermasselt worden.

Das sagte die Münchner Medizinethikerin der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwoch). "Es läuft zwar nicht so schnell, wie ich mir das wünschen würde. Aber es war absehbar, dass der Impfstoff am Anfang knapp ist", sagte sie. Mit dem Wissen von heute würden nun mitunter Entscheidungen von gestern bewertet, "und das ist immer schwierig".

"Zugleich ist mir der Ton etwas zu negativ", sagte Buyx. Kritische Fragen seien in Ordnung, aber wichtig sei auch zu vermitteln, "dass wir endlich einen Weg aus der Pandemie vor uns haben".

Pflegebeauftrager nimmt Spahn in Schutz

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, nahm Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen Kritik in Schutz. Er sagte der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch), Spahn habe sehr gut begründet, warum man auf mehrere Impfstoffe gesetzt hat. "Im Sommer wusste man noch nicht, welcher Impfstoff das Rennen machen wird. Jetzt herzugehen und nur Kritik zu üben, wo wir bei 316.000 Impfungen sind, während andere Länder weit darunter liegen oder noch nicht einmal angefangen haben, ist alles andere als hilfreich", sagte der CDU-Politiker Westerfellhaus. "Einen Koalitionsstreit über das Impfen werden die Menschen nicht mehr verstehen", sagte der Pflegebeauftragte, der im Amt eines Staatssekretärs im Bundesgesundheitsministerium angesiedelt ist.

Bund und Länder müssten jetzt an einem Strang ziehen, verlangte Westerfellhaus und warb für ein einheitliches Verfahren bei der Organisation der Impfungen. "Der Impfstoff muss jetzt überall zügig verimpft werden", forderte er. Dabei dürften nicht die Pflegebedürftigen vergessen werden, die zu Hause versorgt werden.

(epd)

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