Trump ist als erster US-Präsident jemals bei einer traditionellen Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Washington aufgetreten.
Trump ist als erster US-Präsident jemals bei einer traditionellen Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Washington aufgetreten.

25.01.2020

"March for Life" - Abtreibungsgegner feiern Donald Trump "Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Beschützer"

Premiere beim 47. "Marsch für das Leben" in Washington. Erstmals sprach mit Donald Trump ein amtierender US-Präsident persönlich vor der Lebensschutz-Bewegung. Und wurde gefeiert - für einen typischen "Trump-Auftritt".

Bescheidenheit gehört nicht unbedingt zu Donald Trumps hervorstechenden Eigenschaften. "Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Beschützer im Weißen Haus", rief der Präsident mehreren Zehntausend Abtreibungsgegnern auf der National Mall zu. Die hatten sich dort versammelt, um zum 47. Mal gegen das Grundsatzurteil "Roe v. Wade" zu demonstrieren. Darin hatte das höchste US-Gericht, der Supreme Court, Abtreibungen mehr oder weniger zur Privatsache erklärt.

Mobilisierung von Wählerstimmen

Viele der Demonstranten gaben sich mit ihren roten "Make-America-Great-Again"-Kappen als Trump-Anhänger zu erkennen. Dessen Wahlkampfteam hatte Schilder verteilt, auf denen "I vote Pro-Life First" stand. Ein Hinweis auf eine wichtige Motivation Trumps, als erster US-Präsident persönlich beim "Marsch für das Leben" zu sprechen. Beobachter sehen hier vor allem das Kalkül, die evangelikale Stammwählerschaft und konservative Katholiken zu mobilisieren.

Während unweit von hier im Kongress die Anklage ihren Fall gegen Trump im Impeachment-Verfahren präsentierte, nutzte der Präsident die Kulisse der Abtreibungsgegner, den Demokraten "radikale und extreme" Positionen bei der Abtreibung vorzuwerfen: "Sie sind hinter mir her, weil ich für Euch kämpfe, und wir kämpfen für diejenigen, die keine Stimme haben", sagte er in seiner 13-Minuten-Rede in Anspielung auf das Amtsenthebungsverfahren zu: "Und wir werden gewinnen, weil wir wissen, wie man gewinnt."

Bisher nur Videobotschaften

Der persönliche Auftritt hier - natürlich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen - ist ein Novum in der Geschichte. So viel Parteinahme hat noch kein Präsident gewagt. Die Republikaner Ronald Reagan, George H. W. und George W. Bush beließen es bei verbalen Sympathiebekundungen - aus der Distanz. Und auch Trump hatte sich in den letzten Jahren nur in Videobotschaften zu Wort gemeldet.

Als hätte er den Segen des Vatikan, ließ er sich diesmal via Videostream aus Rom von seinem Vizepräsidenten Mike Pence ankündigen, der zuvor Papst Franziskus besucht hatte. "Dank der Unterstützung und Führung Donald Trumps hat die Lebensschutz-Bewegung einen Champion", erklärte Pence. Der Präsident listete dann auf, was er im Einzelnen unternommen habe, um Schwangerschaftsabbrüche im In- und Ausland einzuschränken, und betonte: "Wir müssen die Würde und Heiligkeit jedes menschlichen Lebens schützen, hochhalten und verteidigen."

Ermutigung erhielten die Abtreibungsgegner auch durch eine aktuelle "Marist"-Umfrage: Obwohl sich eine deutliche Mehrheit in anderen Erhebungen für die Wahlfreiheit der Frauen beim Schwangerschaftsabbruch ausspricht, zeigen sich hier sieben von zehn erwachsenen US-Amerikanern offen für Einschränkungen. So kann sich fast jeder zweite Einschränkungen nach dem Ende des dritten Schwangerschaftsmonats vorstellen.

Polarisierung beim Thema Abtreibung

In Trumps Amtszeit hat die Polarisierung der US-Gesellschaft beim Thema Abtreibung insgesamt zugenommen. Während eine Mehrheit hinter dem Verfassungsurteil steht, bleibt es das Ziel der Pro-Life-Bewegung, eine Neuverhandlung von "Roe vs. Wade" vor dem Supreme Court zu erzwingen.

Republikanisch regierte Bundesstaaten versuchen das Einschreiten des Supreme Courts durch den Beschluss der sogenannten Herzschlag-Gesetze ("Heart-Bill") zu provozieren. Die strikten Regelungen verbieten Abtreibungen, sobald beim Fötus ein Herzschlag messbar ist. Einige gehen noch weiter. Alabama etwa verabschiedete 2019 ein Gesetz, das Abtreibungen fast vollständig untersagt - ohne Ausnahme, selbst bei Inzest und Vergewaltigung.

Trumps persönliche Haltung zu den Anti-Abtreibungsgesetzen blieb bisher eher unklar. Diesmal aber verwies er deutlich darauf, dass er mit Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh zwei Richter in den Supreme Court berufen habe, die sich besonders für den Lebensschutz einsetzten. Fast alle Demokraten dagegen, so Trump weiter, unterstützten steuerfinanzierte Abtreibungen. Einige von ihnen regierte Bundesstaaten wollten Spätabtreibungen bis zur Geburt zulassen oder sogar behinderte Kinder nach der Geburt sterben lassen. Er dagegen wolle Spätabtreibungen verbieten lassen.

Thomas Spang
(KNA)

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