Seit Beginn der neuen Angriffswelle auf Syriens letztes großes Rebellengebiet Idlib sind mindestens sieben Kliniken und Gesundheitszentren bombardiert worden
Seit Beginn der neuen Angriffswelle auf Syriens letztes großes Rebellengebiet Idlib sind mindestens sieben Kliniken und Gesundheitszentren bombardiert worden

31.05.2019

Hilfsorganisation schließt nach Luftangriffen in Syrien Geburtshilfezentren "Selbst Kriege haben Regeln"

Im Krieg sind zivile Einrichtungen tabu – eigentlich. Bei Luftangriffen in Syrien werden immer wieder Schulen und Kliniken getroffen. Die Hilfsorganisation Care hat jetzt reagiert und einen Teil ihrer Arbeit in Nordsyrien eingestellt. 

Die internationale Hilfsorganisation Care hat nach erneuten heftigen Luftangriffen im Nordwesten Syriens einen Teil ihre Arbeit eingestellt. Unter anderem mussten zwei Einrichtungen für Geburtshilfe schließen, die schwere Schäden durch Einschläge erlitten hätten, teilte Care Deutschland am Freitag in Bonn mit. Dort seien bisher täglich 180 Schwangere behandelt worden.

Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel kritisierte die Bombardierung ziviler Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Schulen, die nach Völkerrecht nicht erlaubt sei. "Selbst Kriege haben Regeln." Trotzdem seien in den vergangenen Wochen vermehrt lebenswichtige Einrichtungen wie Kliniken, aber auch Bäckereien oder Wohngebiete in Idlib angegriffen worden.

Mehr als 40 Schulen und Gesundheitseinrichtungen bombardiert

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein im Mai 2019 rund 270.000 Menschen vertrieben und 160 Zivilisten getötet. Insgesamt wurden im letzten Monat 21 Gesundheitszentren bombardiert, 25 Schulen wurden teilweise beschädigt oder komplett zerstört.

Seit Wochen greifen die Luftstreitkräfte des syrischen Diktators Baschar al-Assad und Russlands die Region Idlib an, wo sich Zehntausende Kämpfer islamistischer Terrorgruppen verschanzt haben.

Der Syrien-Konflikt begann im März 2011 mit Protesten gegen das autokratische und korrupte Assad-Regime. Das Regime ließ die Demonstrationen blutig niederschlagen. Hunderttausende Menschen wurden seitdem getötet, Millionen flohen vor der Gewalt.

(epd)

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