Vatikan äußert sich zu US-Missbrauchsskandal
Symbolbild Missbrauch in der katholischen Kirche
Vorstellung der Missbrauchsstudie auf der DBK-Vollversammlung
Vorstellung der Missbrauchsstudie auf der DBK-Vollversammlung
Unternehmer in den USA stellen sich quer
Missbrauchskrise in den USA
Verlassen den Kardinalsrat: Kardinal George Pell
Unter Druck: Kardinal George Pell

18.02.2019

Missbrauch in der katholischen Kirche weltweit Wo sind die Brennpunkte?

In vielen Ländern kommen seit Jahren Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche an den Tag. Geistliche haben Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht, die etwa als Schüler oder Ministranten in ihrer Obhut waren. Einige Brennpunkte.

DEUTSCHLAND: Laut einer Studie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben. In der Untersuchung benennen Wissenschaftler problematische Strukturen in der katholischen Kirche, die Missbrauch nach wie vor befördern könnten - etwa den Zölibat und eine ausgeprägte klerikale Macht einzelner Geistlicher.

IRLAND: Irland gehört zu jenen Staaten, in denen Priester und Ordensschwestern Kinder und Frauen über Jahrzehnte massiv quälten und missbrauchten. Mehrere Bischöfe in dem großteils katholischen Land traten zurück. Papst Franziskus verurteilte bei einem Besuch den Missbrauch scharf - und bat um Vergebung. Auch Vorgänger Benedikt XVI. hatte um Entschuldigung gebeten, Kritiker warfen ihm allerdings Vertuschung vor. Die Schuldigen seien unter seinem Pontifikat nicht ausreichend zur Verantwortung gezogen worden.

USA: Zuletzt wurde bekannt, dass im Staat Pennsylvania mehr als 300 Priester des Kindesmissbrauchs bezichtigt werden. Sie sollen sich in den vergangenen 70 Jahren an Tausenden Kindern vergangen haben. Die Kirchenoberen hatten laut Staatsanwaltschaft teils trotz Kenntnis der Vorgänge nicht durchgegriffen. Ähnliche Anschuldigungen gegen Kirchenvertreter gab es zuvor über das ganze Land verteilt.

AUSTRALIEN: Die Zahl der Opfer sexuellen Missbrauchs wird über die Jahrzehnte auf etwa 60 000 geschätzt - in Einrichtungen der Kirche, aber auch in Schulen oder Sportvereinen. Besonders prominent ist der Fall des Kurienkardinals George Pell: der vormalige Papstvertraute soll auf früheren Posten in Australien Jungen missbraucht haben. Er streitet alle Vorwürfe ab.

ÖSTERREICH: Vor allem ab 2010 rückte der sexuelle Missbrauch durch Kirchenvertreter in den Fokus. Sogar bei den weltberühmten Wiener Sängerknaben soll es über Jahrzehnte zu Übergriffen gekommen sein. Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn kritisierte in diesem Zusammenhang die Strukturen der Kirche: "Wo Menschen sind, gibt es immer Fehlverhalten. Aber es gibt natürlich Strukturen und Systeme, die Missbrauch begünstigen", sagte er.

POLEN: In dem zu 90 Prozent von Katholiken bewohnten Land wird immer wieder über Missbrauchsvorwürfe gegen Priester berichtet, eine umfassende Aufarbeitung von Seiten der Kirche gab es aber bisher nicht. 2018 löste allerdings ein Kinofilm ("Kler" (Klerus)) über pädophile Priester eine große Debatte zum Thema aus. Die polnische Bischofskonferenz entschuldigte sich bei den Opfern und kündigte an, nun entsprechende Daten sammeln zu wollen.

BELGIEN: Die belgische Bischofskonferenz hat gerade erst ein 400-Seiten-Dossier zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche des Landes veröffentlicht. Von Hunderten Opfern, die sich bei kirchlichen Stellen gemeldet hätten, ist darin die Rede. Gleichwohl hätten wohl viele ihre schlimmen Erfahrungen für sich behalten.

AFRIKA: Sexueller Missbrauch in kirchlichen Institutionen ist in Afrikas Öffentlichkeit bislang kein großes Thema – politische und wirtschaftliche Probleme dominieren die Berichterstattung. Es wird davon ausgegangen, dass die wenigen bekannten Fälle nur die oberste Spitze eines Eisbergs sind.

SÜDAMERIKA: Auch Besuche des argentinischen Papstes in Lateinamerika sind für Franziskus keine Heimspiele. Das Vertrauen in die Kirche ist vielerorts geschwunden, vor allem Missbrauchsskandale haben das Bild des Vatikans erschüttert. Der Pontifex bat die Gläubigen mehrfach um Verzeihung - zugleich halten sich aber Berichte, dass er selbst in seiner Zeit an der Spitze der argentinischen Kirche mutmaßliche Täter geschützt haben soll.

(dpa)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Mit Schwester Katharina durch die Osterzeit

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen durch die Fasten- und Osterzeit.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

Glockenkarte Kölner Dom

Verschicken Sie pünktlich zum Pfingsfest eine ganz besondere Grußkarte mit dem Geläut des Kölner Doms!

Team der Woche

Sie sind ein tolles Team? Sie tun etwas für andere Menschen? Dann werden Sie unser Team der Woche!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 26.05.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Judith Döker - Drei Fragen:Glück
  • KJG und ihre ungewöhnliche Verlosungsaktion
  • Filmfestspiele von Cannes und die Ökumenische Jury
  • Infos aus Äthiopien – Interview mit Erzbischof Heße
  • 40 Jahre Altentheater im Freien Werkstatt Theater zu Köln
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff