Rohingya-Konflikt in Myanmar
Rohingya-Konflikt in Myanmar

06.09.2017

Unicef schlägt Alarm wegen Gefahren für Kinder in Myanmar Von Hilfe ausgeschlossen

Die Gewalt in Myanmar eskaliert: Dort kämpft die Armee gegen die muslimischen Rohingya – sie gilt als die am stärksten verfolgte Minderheiten der Welt. In dem besonders von Gewalt geplagten Gebiet leben auch viele Kinder.

Die Kinderhilfsorganisation Unicef schlägt Alarm angesichts der dramatischen Situation vieler Kinder in Myanmar. Man habe derzeit keinen Zugang zu den besonders betroffenen Gebieten im nördlichen Teilstaat Rakhine, teilte das Hilfswerk der Vereinten Nationen am Dienstagabend in New York mit.

"Wir sind momentan nicht in der Lage, die 28.000 Kinder dort zu erreichen, denen wir bisher psychosoziale Betreuung anbieten konnten, und die mehr als 4.000 Kinder, die wegen Unterernährung behandelt wurden", erklärte Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake: "Unsere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wurde unterbrochen, ebenso die Schulreparaturen, die im Gange waren."

Frauen und Kinder auf der Flucht

Seit dem 25. August, so Lake, seien mehr als 125.000 Rohingya-Flüchtlinge über die Grenze des Teilstaats nach Bangladesch geflohen. 80 Prozent von ihnen seien Frauen und Kinder gewesen. Allerdings lebten immer noch sehr viele Kinder, die Unterstützung und Schutz benötigten, in dem besonders von Gewalt geplagten Gebiet. "Kinder auf beiden Seiten der Grenze brauchen dringende Hilfe und Schutz", betonte Lake.

Als "Rohingya" bezeichnen sich die rund eine Million Muslime in Myanmars Teilstaat Rakhine (ehemals Arakan). Etwa eine weitere Million Rohingya leben als Flüchtlinge in Nachbarländern. Sie verstehen sich selbst als eigenständige ethnisch-religiöse Gruppe und gelten als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Erde.

Stimmen: "Völkermord" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Seit Beginn der politischen Reformen in Myanmar 2011 hat sich die Lage der Rohingya zusehends verschlechtert. Seit Oktober 2016 geht die Armee Myanmars wegen angeblicher Angriffe auf Grenzposten mit kompromissloser Härte gegen die Rohingya vor. Die Vereinten Nationen sprechen von "Völkermord" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Auch die Flüchtlinge, die bereits in Bangladesch angekommen sind, sind dort unwillkommen und dürfen weder arbeiten noch heiraten oder sich frei bewegen.

(KNA)

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