Ehe für alle
Ehe für alle

03.07.2017

Evangelische Frauen fordern "Trauung für alle" Gleichheit vor dem Altar

Nach dem Beschluss für die "Ehe für alle" fordert der Bundesverband der Frauen in der Evangelischen Kirche, Homosexuelle vor dem Altar gleichzustellen - und sie ebenfalls zu trauen.

Die Evangelischen Frauen in Deutschland haben ihre Kirche aufgefordert, nach dem Bundestagsbeschluss für eine "Ehe für alle" homosexuelle Paare auch vor dem Traualtar mit heterosexuellen gleichzustellen. Gleichgeschlechtliche Paare sollten "ohne Ausnahme" nicht länger nur gesegnet, sondern auch getraut werden, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Frauen in der Evangelischen Kirche, Angelika Weigt-Blätgen, am Montag in Hannover.

Eine Ungleichbehandlung sei theologisch nicht haltbar. Weigt-Blätgen berief sich auf die Orientierungshilfe "Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken", die der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bereits 2013 formuliert habe. Darin sei festgehalten, dass gleichgeschlechtliche Lebens-Partnerschaften mit der Ehe theologisch gleichwertig seien. Das gelte es nun in der Praxis umzusetzen. Dazu "wünsche ich meiner Kirche mehr Mut".

"Die Ehe für alle war überfällig"

Der Verband begrüßte ausdrücklich den Beschluss des Deutschen Bundestages vom vergangenen Freitag: "Die Ehe für alle war überfällig, es war ein geradezu reformatorischer Akt unseres Gesetzgebers", sagte die Verbandsvorsitzende, Susanne Kahl-Passoth: "Wir freuen uns, dass die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften nun zumindest vom Bundestag endlich beendet wurde."

Im Judentum gleichgeschlechtliche Sexualität anerkannt

Für das Judentum bedeutet die Weitung des Ehebegriffs auf homosexuelle Paare nach den Worten des Rabbiners Walter Homolka nur einen kleinen Schritt. Die Entscheidung des Bundestags vom Freitag für die "Ehe für alle" sei für die Juden nicht so dramatisch, sagte der Rektor des Potsdamer Rabbinerseminars "Abraham Geiger Kolleg" am Montag in Bonn. Gleichgeschlechtliche Sexualität werde im liberalen Judentum seit 1997 und im konservativen Judentum seit 2014 anerkannt.

Homolka verwies darauf, dass sich das Judentum zu jeder Zeit geändert und gewandelt habe. So sei der Rechtssatz "Auge und Auge, Zahn um Zahn" von einem wörtlichen Verständnis in einen finanziellen Ausgleich abgewandelt worden. Auch das Eheverständnis habe sich permanent weiterentwickelt - angefangen vom Nehmen einer Frau durch den Mann ohne jegliche Sicherheit über das Setzen von Rahmenbedingungen für die Beziehung bis hin zur Anerkennung einer Verbindung von zwei gleichwertigen Personen.

Aufbruch zu neuen Ufern

Homolka sprach von einem Beispiel dafür, wie das Judentum mit seinen alten Texten zu neuen Ufern aufbrechen könne. Die göttlichen Gesetze müssten durch eine vernunftmäßige Auseinandersetzung der Menschen untereinander entfaltet werden. Insofern stelle die Offenbarung einen andauernden Prozess der Interpretation dar.

Homolka äußerte sich bei der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden (ICCJ) in Bonn. Daran nehmen bis Mittwoch unter dem Titel "Reformieren - Interpretieren - Revidieren. Martin Luther und 500 Jahre Tradition und Reform in Juden- und Christentum" Experten aus aller Welt teil. Es geht unter anderem um Tradition und Reform in Christentum und Judentum.

(epd, KNA)

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