Auftakt der Weltsynode im Erzbistum Köln
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25.10.2021

Wie reagieren die Menschen auf die Einladung zur Weltsynode? "Ich hoffe inständig, dass sich etwas verändert"

Synode bedeutet aus dem Griechischen übersetzt "Gemeinsam einen Weg gehen". Aber wer geht wann mit wem? Und wohin? Das fragen sich zurzeit viele Gläubige. Einige sind derweil schon mal gestartet – am Sonntag in Altenberg.

"Der Bischof und die Gläubigen – das gehört doch zusammen. Wir sind eine Herde, ein Volk Gottes – auch wenn das im Moment etwas aus dem Blick geraten ist." Isabelle Velandia kommt gleich auf den Punkt. Sie spricht die Auszeit von Erzbischof Woelki an und gibt unumwunden zu, dass sie sich freut, wenn er nach vier Monaten wiederkommt. Sie ist sehr gezielt an diesem Sonntagnachmittag von Köln nach Altenberg gekommen. Bei dem Gottesdienst zur Eröffnung der Weltsynode auf Diözesanebene, der am zweiten Oktoberwochenende bereits der eigentliche Startschuss durch Papst Franziskus in Rom vorausgegangen war, will sie auf jeden Fall mit dabei sein. "Ich bin sehr froh, an diesem Prozess beteiligt zu sein, und folge der Einladung des Heiligen Vaters aus Überzeugung. Deshalb bin ich heute hier, um in den nächsten zwei Jahren diesen inneren Weg mitzugehen", sagt die 43-Jährige, die in der Kölner Kirchen Gemeinde St. Pantaleon beheimatet ist.

Angesichts der besonderen Situation, in der sich das Erzbistum zurzeit befinde, sei es ihr außerdem ein großes Anliegen, den neuen Administrator, Weihbischof Rolf Steinhäuser, mit ihrem Kommen, aber mehr noch mit ihrem Gebet zu unterstützen. "Wir alle sind eingeladen, innezuhalten und diesen weltweiten Prozess der Versöhnung und Erneuerung aktiv mitzugestalten", argumentiert sie. Gleichzeitig gelte es, diese Zeit dafür zu nutzen, neuen Mut zu fassen. "Da ich mich über meinen Glauben mit der Weltkirche verbunden fühle und aus dieser Verbundenheit viel Kraft schöpfe – Rom und der Papst sind so weit weg ja nicht – ist mir wichtig, meinen Beitrag zur Einheit der Kirche mit meinem Gebet zu leisten."

Gespannt, was es mit der Weltsynode auf sich hat

Der weltkirchliche Aspekt dieses vom Papst angestoßenen Prozesses hat es auch Brunhilde Hertwich aus Solingen angetan. "Die weltweite Geschwisterlichkeit, bei der man einander im Blick hat, bedeutet mir viel." Dieses Pontifikalamt heute hier im Altenberger Dom sei ein ganz wichtiges Ereignis, stellt sie fest, "weil es eben bei dieser Weltsynode nicht nur um die deutsche Kirche geht, sondern unser Miteinander als Christen auf der ganzen Welt. Zudem stehe der Ort Altenberg für den Aspekt der Ökumene. "Schließlich kann es nur gemeinsam funktionieren", darin ist sie sich mit Elfriede Glaubitz einig. Die beiden Frauen gehören der Fokolarbewegung an, und auch ihnen, so betonen sie, ist es ein Herzensanliegen, den neuen Administrator des Erzbistums, Weihbischof Steinhäuser, im Gebet zu begleiten. "Davon Zeugnis geben, dass wir zu der einen Kirche gehören, das können wir als Christen nur im Miteinander auf einem gemeinsamen Weg", erklären sie entschieden. Eins sein, das sei schließlich auch das Leitmotiv ihrer geistlichen Gemeinschaft.

Ingrid Lehnen und Werner Bergner machen kein Geheimnis daraus, dass sie gezielt wegen Administrator Steinhäuser gekommen sind, den sie noch aus seiner Düsseldorfer Zeit als Stadtdechanten schätzen. Er stehe für Offenheit und Ehrlichkeit, findet das Paar aus der Gemeinde St. Lambertus in Mettmann, und sei "genau der Richtige für diesen Posten", auch weil er den Kardinal, wenn dieser wiederkomme, mit möglichen Änderungen oder Entscheidungen nicht vor vollendete Tatsachen stelle. "Was er über sein Selbstverständnis in dieser Übergangszeit gesagt hat, hat mir gefallen", so Lehnen. Nun seien sie beide gespannt, was es mit der Weltsynode auf sich habe und was das konkret für die Kölner Kirche bedeute. "Jetzt warten wir erst einmal ab, was passiert, und dann bilden wir uns ein abschließendes Urteil."

Viele authentische Beiträge vor allem junger Leute

Eher zufällig ist Carsten Adam in dieses feierliche Pontifikalamt geraten. Etwa einmal im Monat komme er eigens aus Wuppertal-Beyenburg nach Altenberg, weil ihm die besondere Atmosphäre hier im bergischen Dom gefalle, erzählt er. "Dieser Ausflug ist zu einer lieben Gewohnheit geworden. Ich freue mich immer, hier zu sein, und bin offen für das, was gerade passiert. Und wenn es der Start zu einer Weltsynode ist." Dagegen gezielt gekommen, um eine festliche Liturgie mitzufeiern, ist Zita Müller. Weit hat sie es nicht, zumal sie in der Nachbargemeinde St. Pankratius in Odenthal lebt. Nun ist sie neugierig zu erfahren, was es mit dieser Weltsynode auf sich hat. "Selbst wenn ich mir darunter noch nicht recht etwas vorstellen kann, bin ich doch immer auf dem Laufenden, was in Kirche gerade so passiert. Und genügend Werbung für diese Auftaktveranstaltung wurde ja schließlich gemacht."

Trotzdem sind noch lange nicht alle Plätze im Dom besetzt. Mangelndes Interesse? Oder umgekehrt: Ist es die Sorge, wegen zu großen Andrangs angesichts der Bedeutung des Ereignisses womöglich vor der Tür bleiben zu müssen? Wer hier Vermutungen wagt, bewegt sich im Bereich des Spekulativen. Klar hingegen ist, diese Eucharistiefeier wagt einen kühnen Balanceakt. Mit viel Feingefühl dafür, dass es sich um eine Gratwanderung handelt, lassen die Verantwortlichen deren Stimme zu Wort kommen, die mit ihrer Enttäuschung und ihrer Kritik viel zu selten Gehör finden – und das ziemlich exponiert zum ersten Mal in einem zentralen Gottesdienst von solcher Wichtigkeit. Trotzdem bleibt der berühmte Kipp-Punkt aus. Die Stimmung hält. Andächtig und zutiefst berührend bleibt es – gerade auch dank der vielen authentischen Beiträge vor allem junger Leute, die nachdenklich machen – bis zum Schluss.

Bei allen Debatten und Sorgen die Freude vergessen

Weltsynode, Synodaler Weg, Pastoraler Zukunftsweg – so viele sperrige Begriffe, da könne man schon mal ganz schön ins Schleudern kommen, meint ein junger Mann, Mitte 30, nach dem knapp zweistündigen Gottesdienst beim Rausgehen. Er hält seine brennende Kerze, die die Jugendlichen gegen Ende der Messe verteilt haben, noch in der Hand, als er schon am Ausgang steht. Er zeigt sich aufgewühlt und gleichzeitig ergriffen von den vielen auch tröstlichen Impulsen. Ist schon klar, dass mit jeder dieser Überschriften jeweils mehr oder weniger dasselbe, eben nur auf unterschiedlichen Ebenen – von der Orts- bis zur Weltkirche – gemeint sei. "Kann man denn nicht ohne den Umweg über diese schwer übersetzbaren Definitionen viel weniger umständlich erklären, dass diese Kirche, diese Glaubensgemeinschaft, will sie von Relevanz im Leben ihrer Mitglieder bleiben, nach einer völligen Neuausrichtung geradezu schreit?", fragt er. "Für mich ist diese katholische Kirche Heimat. Ich kann mir beileibe nicht vorstellen, je auszutreten, dieses geistliche Zuhause aufzugeben, eines Tages ohne diesen Ort der Geborgenheit zu existieren, wo ich immer wieder Kraft für meinen Alltag tanke. Da können um mich herum noch so viele das sinkende Schiff verlassen. Das hält mein Glaube aus, auch wenn es um mich herum immer trost- und freudloser wird."

Und trotzdem benötige er nicht diese ganzen Prozesse, die sich nach viel Organisation anhörten und von denen man am Ende ja doch nicht wisse, ob sie mehr als nur Augenwischerei seien – ganz nach dem Motto "Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben". Stattdessen würde er sich von den Hauptamtlichen, die in den Gemeinden für die Pastoral zuständig seien, echtes Interesse an den Menschen und sehr viel mehr Seelsorge im eigentlichen Sinne wünschen. "Nach nichts sehne ich mich mehr, als dass jemand mal Zeit für ein Gespräch hat, wenn bei mir gerade Not am Mann ist. Ich wünsche mir einfach nur inständig, dass sich etwas verändert und auch die Gesichter der Menschen wieder fröhlicher werden, wenn sie von der Kirche sprechen, und sie nicht mehr so fürchterlich gramgebeugt durchs Leben laufen. Wir haben komplett bei all den angespannten Debatten, Auseinandersetzungen und Sorgen die Freude vergessen, die uns Gott ins Herz gepflanzt hat."

Beatrice Tomasetti
(DR)

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