Wie ausgezeichnete Integrationsarbeit aussieht
Über die Bedeutung der Teamkultur beim Pastoralen Zukunftsweg
Kristell Köhler, Referentin für Glaubenskommunikation
Kristell Köhler, Referentin für Glaubenskommunikation

30.08.2020

Über die Bedeutung der Teamkultur beim Pastoralen Zukunftsweg Zusammen die Zukunft gestalten

 Im Erzbistum Köln begegnet man den gegenwärtigen Herausforderungen an die Kirche mit dem Pastoralen Zukunftsweg. Wie wichtig Teamkultur im Pastoralen Zukunftsweg ist, erklärt Kristell Köhler, Referentin für Glaubenskommunikation.

DOMRADIO.DE: Die Gesellschaft in Deutschland steht vor einem enormen Wandel. Sie säkularisiert sich zunehmend, die beiden großen Kirchen müssen sich diesem Wandel stellen. Die Zukunft im Erzbistum Köln soll von einer geistlichen Teamkultur geprägt sein. Welche Rolle spielt diese Teamkultur?

Kristell Köhler (Referentin für Glaubenskommunikation in der Abteilung Erwachsenenbildung im Generalvikariat des Erzbistum Köln): Es geht darum, dass das Pastoralteam als multiprofessionelles Team in Zukunft agiert und dabei Wert darauf legt, nicht nur unterschiedliche Qualitäten weltlicher Art zu benutzen und miteinander zu verbinden, sondern vor allen Dingen auch eine geistliche Teamkultur herauszubilden.

DOMRADIO.DE: Diese Teams arbeiten vor Ort in den Pfarreien und Gemeinden. Wie werden sie denn vom Erzbistum Köln unterstützt?

Köhler: Gerade in dem Punkt geistliche Teamkultur werden diese Teams besonders fort- und ausgebildet. Dass sie lernen, tatsächlich genau auf die Menschen zu hören, den Geist Gottes in ihrem Sozialraum in Erfahrung zu bringen, auf das zu hören, was sie von den einzelnen Menschen in ihren jeweiligen Lebenslagen erfahren und genau aus dem heraus pastoral zu gestalten. Das heißt, aus dem Geist des Evangeliums tatsächlich zu arbeiten.

DOMRADIO.DE: Zuhören ist ein großes, wichtiges Stichwort, aber auch auf die Menschen zuzugehen. Da ist eine besondere Willkommenskultur gefragt. Wie kann die aussehen?

Köhler: Willkommenskultur ist nicht nur, dass wir die Türen unserer Gebäude, unserer Kirchen öffnen, sondern dass wir tatsächlich diese Räume einladend gestalten. Dass wir sagen: "Komm doch mal mit zu einem Nachbarn, komm mal mit ins Familienzentrum, komm mal mit sonntags in den Gottesdienst." Und, dass ich für mich den Eindruck habe, ich muss mich nicht schämen, wenn ich jemanden hinzubitte. Das heißt, wir wollen unsere Orte wirklich einladend gestalten. Aber wir wollen auch selber zu einladenden Menschen werden, die gerne sagen: "Komm mit, ich zeig dir, wo ich mich gerne aufhalte, wo ich mich zuhause fühle und wo ich einen großen Teil meines Engagements einsetze.

DOMRADIO.DE: In den Teams arbeiten engagierte Ehrenamtliche und Hauptamtliche zusammen. Wie kann sich das ineinanderfügen?

Köhler: Das Gute ist, dass sowohl die Hauptamtlichen als auch die ehrenamtlich Engagierten gut aufeinander hören und das wirklich auch zu einem Teamspiel heranwachsen kann. Das heißt, viel Zeit miteinander zu verbringen, vielleicht auch Zeit, die nicht nur Arbeitszeit ist, sondern Zeit, indem man wirklich auch miteinander geistliche Erfahrungen macht und so zu etwas zusammenwächst, aus dem heraus man dann Zukunft gestalten kann. 

DOMRADIO.DE: Die Teamarbeit spielt in den Gemeinden vor Ort, in den Pfarreien, eine große Rolle, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Köln. Sie sind Referentin in der Abteilung Glaubenskommunikation. Wie sieht es denn in dieser Kommunikation aus? Wie schauen Sie da in die Zukunft?

Köhler: Ich bin da eigentlich frohgemut, dass, wenn wir uns Mühe geben, wirklich gut aufeinander zu hören, vielleicht auch manchmal noch einen Schritt zurückzutreten und mit Abstand auf die Dinge zu schauen und dann immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven bewerten, dass diese Kommunikation untereinander in den Teams, aber auch bei den unterschiedlichen Ebenen gut gelingen kann.

DOMRADIO.DE: Haben Sie ein Beispiel, wie so etwas ganz praktisch vor Ort aussehen kann? Gibt es vielleicht auch schon einige Projekte?

Köhler: Wir haben ja schon über die Willkommenskultur gesprochen. Da gibt es derzeit drei Pilotprojekte bei uns im Bistum. Und das ist ein sehr fruchtbares Zusammenspiel zwischen Menschen wie mir, die aus dem Erzbistum kommen und dann in den Pfarreien vor Ort aktiv werden, aber auch von den ehrenamtlich Engagierten und dem Pastoralteam jeweils vor Ort. Wir suchen gemeinsam nach Wegen, an den jeweiligen Pfarreiorten so eine Willkommenskultur zu etablieren. Und da ist es wichtig, dass jeder mit seinen Fähigkeiten vorkommt und die Dinge einbringen kann, die ihm am Herzen liegen. Und dann gilt es, das Zusammenspiel gut zu koordinieren, das ist das Entscheidende.

DOMRADIO.DE: Das heißt, auf die einzelnen Charismen Rücksicht zu nehmen, auf die einzelnen Charismen zuzugehen. Was können das für Charismen sein, die jeder einbringen kann?

Köhler: Das kann sowohl derjenige sein, der in seinem Beruf als Grafiker arbeitet und das jetzt für seine Gemeinde einbringt. Wenn er die Website mitgestaltet oder aber, wenn er hilft, ansprechende Plakate zu designen. Das kann aber genauso vielleicht eine pensionierte Lehrerin sein, die sagt: "Ich konnte eigentlich immer gut mit Menschen umgehen und bin auch gerne auf Menschen zugegangen. Ich stelle mich mal sonntags nach dem Gottesdienst mit in die Eingangstür, wünschte den Leuten noch einen schönen Sonntag und signalisiere, dass wir uns gefreut haben, dass sie mit uns den Sonntag gefeiert haben."

Das Interview führte Johannes Schröer.

(DR)

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