Kölle Alaaf gegen Rassismus
Kölle Alaaf gegen Rassismus
Msgr. Robert Kleine
Stadtdechant Msgr. Robert Kleine
Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker nimmt an der Kundgebung teil
Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker nimmt an der Kundgebung teil
Demonstration auf dem Roncalliplatz: Köln gegen Rechts
Demonstration auf dem Roncalliplatz: Köln gegen Rechts

21.02.2020

Kölner Stadtdechant zur Kundgebung gegen Rechts am Kölner Dom "Da müssen wir aufstehen und Zeichen setzen"

Die Gewalttat von Hanau beeinflusst auch in Köln die Karnevalspläne. Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine und auch die Kölner Oberbürgermeisterin sind an diesem Freitag bei der Demonstration "Köln gegen Rechts", anstatt Karneval zu feiern.

DOMRADIO.DE: Man stellt man sich die Karnevalszeit ein bisschen anders vor, oder?

Monsignore Robert Kleine (Kölner Stadt- und Domdechant): Ja, natürlich. Als ich Weiberfastnacht am Morgen von dem furchtbaren Anschlag und den Morden in Hanau gehört habe, war ich natürlich sehr erschrocken. Am Tag stand natürlich auch das Karnevalistische mit auf dem Programm. Aber es zeigt noch einmal: Bei all dem, wie wir miteinander leben, auch Brauchtum leben, gibt es eben Menschen, die auf die falsche Bahn gebracht wurden – auch wenn da eine psychische Erkrankung vorliegt.

Aber es geht darum, dass Menschen auch Hass säen, vor allem bisher durch Worte. Immer wieder neu geht dieser Hass auf – jetzt auch in Taten. Das haben wir erlebt bei dem Anschlag in Halle, bei dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Und jetzt haben wir das auf erschütternde Weise mit neun Toten in Hanau erlebt. Da müssen wir aufstehen und Zeichen setzen.

DOMRADIO.DE: Und das tun Sie, Sie gehen auf die Straße. Auf dem Roncalliplatz vor dem Kölner Dom findet eine Kundgebung gegen Rechts statt.

Kleine: Ja. Wir werden uns sogar vom Rat der Religionen aus treffen und wir werden die Kölner Friedensverpflichtung verlesen. Die ist vor vierzehn Jahren von Vertretern aller Konfessionen und Religionen hier in Köln geschlossen worden. Sie sagt ganz klar, wenn ich einmal zitieren kann: "Wir als Religionsgemeinschaften verpflichten uns, für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen, ethnischer Gruppen einzutreten und Menschen zusammenzuführen, den anderen zuzuhören und deren Ängste so wie die eigenen wahrzunehmen und einen Beitrag für eine Gesellschaft zu leisten, die nicht nur von Toleranz, sondern von Respekt und Achtung geprägt ist".

All das steht auf der Kippe und wir setzen uns nun dafür ein, dass wir ein Miteinander in unserer Demokratie, in unserem Land erleben und kein Gegeneinander, das jetzt geschürt wird.

DOMRADIO.DE: Das Ganze findet statt im Rahmen der Vereinigung "Köln gegen Rechts", die ja selbst auch nicht unumstritten ist. Weshalb beteiligt sich die Kirche daran?

Kleine: Ich glaube das Wichtige ist, das ist meine ganz persönliche Einschätzung, dass Protest immer friedlich sein muss. Und nach den Ereignissen in Thüringen hat auch "Köln gegen Rechts" zum Beispiel gegen die FDP in Köln agiert. Ich kann Argumente austauschen, aber es darf nie, wenn ich demokratisch denke, in Gewalt umschlagen. Das Anliegen "Köln gegen Rechts" unterstützen wir natürlich mit, sodass Antisemitismus, Islamophobie und ein Gegen-die-Menschen-sein aufgrund von Hautfarbe, Religion, Herkunft, Nationalität in unserer Stadt und insgesamt in unserem Land nicht geht. Dafür treten wir als Christen und als Katholiken ein, deshalb sind wir dabei.

DOMRADIO.DE: Welche Rolle spielen die Kirchen konkret dabei?

Kleine: Ich glaube, dass wir genau als Glaubende das unterstützen, was im ersten Artikel unseres Grundgesetzes steht, nämlich dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Wir haben auch von Gott eine Menschenwürde erhalten. Wir sind Gottes Ebenbild als Menschen, und jeder ist unser Bruder oder unsere Schwester. Das müssen wir noch einmal darstellen, dass wir eine große Menschheitsfamilie sind und wir als Christen aufstehen müssen, wo Menschen diskriminiert werden. Das hat nicht zuletzt auch das Zweite Vatikanische Konzil schon vor über 50 Jahren klar gesagt.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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