Monsignore Dr. Markus Hofmann, Generalvikar des Erzbistums Köln
Monsignore Dr. Markus Hofmann, Generalvikar des Erzbistums Köln

09.08.2019

Pastoraler Zukunftsweg: Kölner Generalvikar Hofmann zu den Regionalforen "Wandel gelingt nur gemeinsam"

Wie sieht die Zukunft der Kirche im Erzbistum Köln aus? Um diese und andere Fragen geht es bei den sogenannten Regionalforen. Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann erklärt, warum dafür die Teilnahme vieler Menschen wichtig ist.

DOMRADIO.DE: Seit geraumer Zeit ist das Erzbistum Köln auf dem sogenannten Pastoralen Zukunftsweg unterwegs. Da geht es um nichts Geringeres als um die Zukunft der Kirche von Köln: Wie muss sich Kirche angesichts gesellschaftlicher Veränderungen sowie Veränderungen in der Kirche aufstellen, um die Botschaft Christi mit den Menschen noch in Berührung zu bringen?

Der Pastorale Zukunftsweg wurde bisher viel diskutiert und konzipiert von Fachleuten. Jetzt kommen wir in diesem Herbst in eine neue Etappe. Herr Generalvikar, was kommt im Herbst unter dem Stichwort Regionalforen, Regionalforum auf uns zu? Was ist das für ein Veranstaltungstyp?

Dr. Markus Hofmann (Generalvikar im Erzbistum Köln): Bei den Regionalforen geht es um eine breite Beteiligung der Menschen im Erzbistum Köln. Wir stellen uns die Frage: Wie sieht die Kirche im Erzbistum Köln in Zukunft aus? Diese Frage richten wir an möglichst viele Menschen, an all jene, denen das Erzbistum etwas bedeutet. Das betrifft sowohl diejenige, die engagiert sind und sich in den Gemeinden einbringen, aber auch ausdrücklich an all jene, die vielleicht etwas distanzierter sind, aber doch aufmerksam mitverfolgen, wie es im Erzbistum weitergeht. Dazu dienen drei Regionalforen in Köln, Düsseldorf und Euskirchen. Informationen dazu finden Sie unter www.zukunftsweg.koeln.

DOMRADIO.DE: Was muss man sich jetzt genau unter diesem Regionalforum vorstellen? Was passiert da ganz konkret an so einem Tag in Köln, Düsseldorf oder Euskirchen?

Hofmann: Wir werden zunächst gemeinsam die Heilige Messe feiern. Dann geht es im Plenum und in Arbeitsgruppen um die zukünftige Gestalt der Kirche im Erzbistum Köln. Wir haben das Jahr 2030 als Zielpunkt in den Blick genommen. Unser Erzbischof Kardinal Woelki wird an allen drei Tagen dabei sein und die Diskussionen mitverfolgen. Und auch ich persönlich freue mich, dort vielen Menschen zu begegnen und in einen guten Austausch zu kommen.

DOMRADIO.DE: Was passiert denn mit den Ergebnissen eines solchen Regionalforums? Welche Relevanz haben sie auf dem gesamten Pastoralen Zukunftsweg aus Ihrer Sicht?

Hofmann: Die fünf Arbeitsgruppen, die jetzt gut ein Jahr lang gearbeitet haben, werden eine sogenannte Zielskizze vorstellen. Es ist ganz wichtig, die Reaktionen der Menschen auf diese ersten Überlegungen, Ideen, Vorschläge zu hören. Diese werden in die Weiterentwicklung der Skizze einfließen, zu einem Zielbild "Erzbistum Köln im Jahr 2030". Das ist eine wichtige Möglichkeit, um viele Menschen zu beteiligen.

Wir haben in den vergangenen Monaten schon weitere Formen der Beteiligung gehabt, wie zum Beispiel eine Online-Umfrage und viele Gespräche in kleineren und größeren Kreisen. Das soll jetzt in die weiteren Überlegungen einfließen. Die Regionalforen sind eine sehr große Form der Beteiligung und in einer Breite, die uns sehr wichtig ist. Damit wir gemeinsam mit den Menschen und nicht an ihnen vorbei oder über Menschen hinweg diese Perspektive einnehmen können.

Wir haben von Anfang an gesagt, dass der Pastorale Zukunftsweg nur gemeinsam möglich sein kann. Denn Wandel gelingt nur gemeinsam.

DOMRADIO.DE: Wenn es um die Zukunft geht, dann kommen immer mal Prognosen auch auf das Tablett. Jetzt gab es vor kurzem eine, da hieß es: In 40 Jahren, also um 2060 ungefähr, wird sich die Zahl der Katholiken im Erzbistum Köln halbiert haben. Dann sind wir ungefähr bei einer Million. Das ist ja eine Zahl, die erschrecken kann. Welche Schlüsse ziehen Sie aus so einer Zahl, auch mit Blick auf den pastoralen Zukunftsweg?

Hofmann: Auf dem Pastoralen Zukunftsweg ist es uns wichtig und ein ganz zentrales Anliegen, dass wir eine vitale, lebendige Kirche sind, dass wir attraktiv sind, dass wir Menschen mit Christus in Kontakt bringen und so die frohe Botschaft verkünden. Dass wir dabei einige Herausforderungen vor uns haben, ist schon länger bekannt. Das ist jetzt noch einmal konkretisiert worden und das haben wir auch von Anfang an offen gesagt.

Jetzt besteht die Möglichkeit, dass wir uns für die Zukunft aufstellen. Jetzt haben wir die Möglichkeit durch engagierte Menschen, durch kluge Ideen diese Prognosen positiv zu beeinflussen. Und das wollen wir tun.

Das Gespräch führte Stephan Baur.

(DR)

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