: Ein Restauratorin reinigt in Köln ein historisches Dokument aus dem eingestürzten Kölner Stadtarchiv
: Ein Restauratorin reinigt in Köln ein historisches Dokument aus dem eingestürzten Kölner Stadtarchiv
Die Restaurierung der Archivalien ist aufwendig und zeitintensiv
Die Restaurierung der Archivalien ist aufwendig und zeitintensiv

22.02.2019

Vor fast zehn Jahren stürzte das Kölner Stadtarchiv ein Material zu einem Drittel wieder nutzbar

Fast zehn Jahre nach Einsturz des Kölner Stadtarchivs sind Teile der Archivalien schon wieder nutzbar. Vieles steht auch digital zur Verfügung. Die Restaurierung der rund 1,7 Millionen Objekte wird aber noch Jahrzehnte dauern, so der aktuelle Stand.

Zwei Menschen sind gestorben. Und der materielle Schaden hat Milliardenhöhe erreicht. Vor zehn Jahren - am 3. März 2009 - stürzte durch Fehler beim U-Bahn-Bau das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Inmitten von Trümmern, Staub und Grundwasser versanken 30 Regalkilometer Archivmaterial aus rund 1.000 Jahren Stadt-, Regional- und Kirchengeschichte. Die Bewältigung wird Jahrzehnte dauern.

Unglücksursache war laut Gutachtern ein Baufehler: Ein nicht entfernter Gesteinsblock führte zu einer Undichtigkeit in einer unterirdischen Schlitzwand, die Grundwasser abhalten sollte. Durch dieses Loch drängten Erde, Kies und Wasser, wodurch das sechsstöckige Archivgebäude unterhöhlt wurde und in sich zusammensackte. Auch zwei Nachbarhäuser stürzten ein und rissen zwei junge Männer in den Tod.

Nasse Archivstücke sofort schockgefroren

Rund 95 Prozent der Archivbestände konnten geborgen und erstversorgt werden. Die geschätzte Gesamtmenge von 1,6 Millionen "Bergungseinheiten" kam zunächst in 20 Asylarchiven in ganz Deutschland unter. Etwa jedes zehnte Dokument war Grundwasser ausgesetzt. Um Schimmelbildung zu verhindern, wurden die nassen Archivstücke sofort schockgefroren.

Der Restaurierungsbedarf ist gigantisch. Nach Hochrechnungen müsste eine einzelne Fachkraft rund 6.300 Jahre arbeiten, um das Archiv wieder funktionsfähig zu machen. Es soll natürlich schneller gehen. Angedacht sind rund drei Jahrzehnte. Zurzeit bemühen sich rund 95 eigene Restauratoren und Hilfskräfte sowie externe Einrichtungen um die Wiederherstellung des Materials: Urkunden und Akten der städtischen Verwaltung sowie Nachlässe, Sammlungen und Originale bedeutender Persönlichkeiten - unter anderen von Albertus Magnus, Jacques Offenbach, Giuseppe Verdi, Karl Marx, Konrad Adenauer und Heinrich Böll.

Restaurierungsort  in Sachsen

Inzwischen befinden sich die meisten Dokumente im ehemaligen Landesarchiv NRW in Düsseldorf. Die Aufarbeitung der Bestände erfolgt im 2011 eingerichteten Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum (RDZ) in Köln-Porz. Zweiter zentraler Restaurierungsort ist das Sächsische Staatsarchiv auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Restaurierungsaufträge erledigen auch andere private und öffentliche Dienstleister, etwa Hochschulen.

Von jedem einzelnen Blatt muss der allgegenwärtige Betonstaub entfernt werden. In den leichten Fällen - bei 15 Prozent der Archivalien - reicht eine Reinigung. Alle anderen Dokumente erfordern aufwendige Arbeiten wie Glättung, Schließung von Rissen, Ergänzung von Fehlstellen, Fixierung von Siegeln, Entfernung von mikrobiellem Befall und die Herstellung neuer Einbände.

Pressekonferenz: Rund 15 Prozent der Archivalien trockengereinigt

Ein gutes Drittel des Archivbestands soll in wenigen Monaten wieder nutzbar sein, wie es auf einer Pressekonferenz an diesem Freitag in Köln hieß. Inzwischen wurden rund 15 Prozent der Archivalien trockengereinigt und rund die Hälfte davon komplett restauriert. Unter den 9.051 vollständig restaurierten Archivstücken befinden sich 1.048 Handschriften. Vieles steht auch schon digital zur Verfügung.

Neben der Wiederherstellung stellt sich auch die juristische Aufarbeitung komplex dar. Für die umfangreichen Ermittlungen wurde eigens ein Besichtigungsbauwerk errichtet. Insgesamt acht Personen kamen auf die Anklagebank. Drei von ihnen wurden freigesprochen, ein Beschuldigter starb. Gegen zwei weitere Personen ließ das Gericht die Anklage aus gesundheitlichen Gründen fallen beziehungsweise trennte das Verfahren ab. Vor Ablauf der zehnjährigen Verjährungsfrist erhielten ein Bauüberwacher der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und ein Polier in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung Bewährungsstrafen von acht und zwölf Monaten.

Neubau soll im nächsten Jahr eröffnet werden

Nicht weniger einfach wird es für die Stadt Köln, Ansprüche auf Schadenersatz durchzusetzen. Dazu sind zwei Beweisverfahren anhängig. Der Gesamtschaden wird mittlerweile mit rund 1,3 Milliarden Euro angegeben.

Derzeit entsteht am Eifelwall ein Neubau mit einer Nutzfläche von 14.493 Quadratmetern. Er soll auch das Rheinische Bildarchiv aufnehmen. Geplant sind rund 50 Regalkilometer sowie 460 Planschränke. Das 80-Millionen-Euro-Bauwerk soll im nächsten Jahr eröffnet werden.

Andreas Otto
(KNA)

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