Kardinal Woelki bei der Internationalen Jugendmesse
Das Friedenslicht wird per Flugzeug in viele Länder der Welt gesandt
Das Friedenslicht wird per Flugzeug in viele Länder der Welt gesandt

13.12.2015

Das Friedenslicht wird in der Stadt verteilt Ein Stück Bethlehem in Köln

Ein bisschen Bethlehem ist am Sonntag in Köln angekommen - durch das "Friedenslicht aus Bethlehem". In einer feierlichen Zeremonie im Dom wurde es weiterverteilt. Mitorganisiert wurde die Feier vom Kölner Diözesanverband und Pfarrer Dominik Schultheis.

domradio.de: Wer es nicht kennt, "Friedenslicht aus Bethlehem", das klingt ein bisschen so wie die Olympiafackel. Also nach etwas, das von einem Ort quer über den Planeten zu einem anderen Ort geschickt wird. Wo kommt es denn her?

Pfarrer Dominik Schultheis (Diözesankurat in Köln): Es hat tatsächlich etwas von diesem Olympialicht. Es kommt aus Bethlehem, es wird dort einmal im Jahr von einem österreichischen Kind entzündet und zwar in der Geburts-Grotte in Bethlehem. Es kommt dann per Flugzeug nach Wien und wird dann weiterverteilt an Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Europa. Die verteilen es dann weiter über den Kontinent. Es kommt auch über Pfadfinderinnen und Pfadfinder in die USA, also über unseren Kontinent hinweg.

domradio.de: Was ist es? Geht es hier um eine Fackel, eine Kerze und warum geht das Licht nicht aus?

Pf. Schultheis: Das haben wir uns auch gefragt und haben da mal nachgeforscht. Es gibt ein explosionssicheres Gefäß, das extra für den Transport im Flugzeug gebaut wurde, um eben die Flamme via Luftweg von Bethlehem sicher nach Wien zu bekommen.

domradio.de: Welche Botschaft steht denn dahinter?

Pf. Schultheis: Es ist ein kleines, einfaches Zeichen. Jeder weiß, wenn man im Advent im dunklen Raum sitzt und eine Kerze entzündet, was das bewirkt. Und so ist auch diese kleine Kerze ein Zeichen der Solidarität und des Friedens. Wir kennen alle das Funkeln von Kinderaugen, wenn solche Kerzen entzündet werden. Es ist schon erstaunlich, dass dieses Funkeln auch in den Augen von Erwachsenen zu sehen ist, wenn dieses verteilt wird.

domradio.de: Jetzt kommt es zu uns mit der Zwischenstation Wien. Kann es denn von jedem mitgenommen werden?  

Pf. Schultheis: Jeder kann es sich im Dom mitnehmen. Es brennt auch bis zum 6. Januar - bis zum Fest der Hl. Drei Könige wird es im Dom leuchten, aber auch in vielen anderen Kirchen unserer Diözese. Ebenso wird in anderen Einrichtungen, in Feuerwehrzentralen, Rettungsdienststellen dieses Licht brennen. Es wird von vielen Menschen geholt, nicht nur von Pfadfinderinnen und Pfadfindern, sondern auch von Ministrantinnen und Ministranten. Immer mehr Menschen kommen zu diesem Gottesdienst, um sich das Licht zu holen. Dann wird es in Form einer Stafette weitergereicht und brennt an Weihnachten und darüber hinaus an vielen Stellen unserer Diözese.

domradio.de: Gibt es Regeln, Vorschriften oder Tipps für das Licht. Darf es zwischendrin ausgehen?

Pf. Schultheis: Das wäre dann nicht mehr das Friedenslicht aus Bethlehem. Wir haben uns auch schon sagen lassen, dass Pfadfinderinnen und Pfadfinder das nicht ganz so eng sehen. Wenn es ihnen unterwegs ausgeht, dann wird es wieder angezündet. Und auch wir sehen das mit der rheinische Art: Der Wille zählt und es ist dann nach wie vor das Friedenslicht aus Bethlehem. Man muss schon dafür sorgen, dass es nicht ausgeht. Es gibt spezielle Vorschriften, zum Beispiel, wenn man mit der Bahn unterwegs ist, dann muss man bestimmte Behältnisse dabei haben, damit es nicht ein offenes Feuer ist. Das ist natürlich in einem Zug nicht erlaubt. Man braucht schon ein geschlossenes Gefäß, so etwas wie eine Laterne, in der das Licht transportiert werden kann. Aber wir haben auch schon gehört, dass Zugbegleiter schon mal ein Auge zudrücken und noch keiner damit aus dem Zug geworfen wurde.

Das Interview führte Daniel Hauser.

(dr)

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