03.06.2015

Tobias Schwaderlapp neuer BDKJ-Präses für Köln "Jugend ist die Gegenwart"

Tobias Schwaderlapp ist noch Kaplan im rechtsrheinischen Köln - und neuer Präses für den Kölner BDKJ-Stadtverband. Großgeworden bei den Messdienern freut er sich jetzt auf die verbandliche Jugendarbeit, erzählt Schwaderlapp im domradio.de-Gespräch.

domradio.de: Erst einmal Herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Was war das für ein Gefühl, als man Ihnen gesagt hat, dass Sie neuer Präses im Stadtbezirk Köln werden?

Tobias Schwaderlapp (neuer BDKJ-Präses für den Stadtverband Köln und Stadt- und Kreisjugendseelsorger für Köln und den Rhein-Erft-Kreis): Das war ziemlich überwältigend. Ich war in den letzten Wochen auch ziemlich aufgeregt, als es so langsam konkret wurde. Ich bin leider selber nicht in der verbandlichen Jugendarbeit groß geworden, sondern in der Messdienerarbeit in der Pfarrei. Deshalb sind der BDKJ und die vielen Verbände für mich ein neues Feld. Dennoch freue ich mich sehr darauf, denn ich weiß, dass da unglaublich viel großartige Arbeit geleistet wird. Ich habe in den letzten Wochen auch großartige Leute kennen gelernt und freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihnen.

domradio.de: Aktuell sind Sie ja noch Kaplan in Köln-Ostheim. Wie geht es jetzt für Sie weiter? Wann ist Ihr erster Arbeitstag als BDKJ-Präses? 

Schwaderlapp: Als BDKJ-Präses bin ich mit der Wahl am vergangenen Montag im Grunde im Amt. In Ostheim, Rath/Heumar und Neubrück werde ich allerdings noch bis Ende August bleiben - bis dort die Firmvorbereitung abgeschlossen ist.

domradio.de: Gibt es irgendetwas, das Ihnen persönlich am Herzen liegt und das Sie jetzt als Präses besonders in die Hand nehmen wollen?

Schwaderlapp: Für mich sind jetzt im Grunde erst einmal zwei Dinge ausschlaggebend. Das erste ist, dass ich möglichst schnell die Verbände gut kennenlernen möchte. Der BDKJ soll ja kein Verband neben den Mitgliedsverbänden sein, sondern ein Verband für die Mitgliedsverbände und aus den Mitgliedsverbänden. Das andere ist das große Thema, das auch Kardinal Woelki immer wieder für die Erzdiözese in Erinnerung ruft: die Flüchtlingsarbeit. Da haben wir gerade als katholische Jugendverbände, die überall vor Ort in den Stadtteilen Jugendarbeit machen, eine ganz große Chance unseren neuen Gästen eine Heimat zu bieten.

domradio.de: Warum ist es so wichtig, dass Kirche nicht nur über die Jugend "nachdenkt", sondern auch mit ihr zusammenarbeitet?

Schwaderlapp: Es gibt ja den Satz "Die Jugend ist die Zukunft der Kirche". Aber die Jugend ist eben auch die Gegenwart der Kirche. Die Jugendlichen - gerade die, die Jugendarbeit machen - machen unglaublich viele Erfahrungen und haben Fragen. Sie wollen Orientierung und auch Orientierung weitergeben. Sie sind ganz nah dran an der Lebenswirklichkeit der Leute vor Ort und merken, was sie bewegt. Da bekommen wir für unsere Verkündigungsarbeit als Kirche auch unmittelbares Feedback. Deshalb ist mir wichtig, dass die Jugend eine Stimme in der Kirche hat, die gehört wird. Und das wir gemeinsam versuchen, Antworten zu finden - auch darauf, wie wir unseren Glauben an die nächste Generation weitergeben können.

domradio.de: Als Stadt- und Kreisjugendseelsorger treten Sie die Nachfolge von Dominik Meiering an, der seit Februar Generalvikar des Erzbistums Köln ist. Das sind ziemlich große Fußstapfen, in die Sie da treten. Haben Sie Sorgen, dass Sie eventuell den Erwartungen nicht gerecht werden?

Schwaderlapp: Das sind sehr, sehr große Fußstapfen. Dominik Meiering hat in den letzten zehn Jahren gemeinsam mit dem Team die Stadtjugendseelsorge in Köln großartig aufgebaut. Ich hatte tatsächlich anfangs, als ich gefragt wurde, die Sorge, wie das wohl werden wird. Ich kann und will Dominik Meiering nicht kopieren - dazu sind wir einfach auch zu unterschiedlich. Aber ich glaube, ich habe auch die ein oder andere Begabung, das ein oder andere Charisma, das ich mit in die Jugendarbeit bringen kann. In den letzten Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich sehr gut mit Jugendlichen zusammenarbeiten kann und dass mir das große Freude macht. Ich glaube, das kann ich in den kommenden Jahren gut ausbauen.

 

Die Fragen stellte Tobias Fricke.

(dr)

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