03.06.2020

Fiktive Kinderbriefe an Politiker Der Kern der Sache

Große Fragen an große Entscheider: In Ihrem Buch "Twittern ist auch keine Lösung, Donald Trump" hat Britta Riederer von Paar fiktive Briefe von Kindern an Politiker zusammengestellt. Es gehe darum, die Dinge auf das Wesentliche herunterzubrechen.

DOMRADIO.DE: "Twittern ist auch keine Lösung, Donald Trump" - so heißt Ihr aktuelles Buch. Sie sind Juristin und Mitglied im katholischen Kirchenvorstand in Münster. In Ihrem Buch lassen Sie fiktive Briefe an die großen Politiker schreiben. Was sind denn die großen Fragen, die die Kinder in diesen Briefen darstellen? 

Dr. Britta Riederer von Paar: Naturgemäß ist das sehr unterschiedlich, je nachdem, an wen sie schreiben. Der erste Brief an Donald Trump von dem kleinen Donald, der genauso heißt, dreht sich um den Bau der Mauer zwischen den USA und Mexiko. Das treibt ihn um, und da fragt er, nachdem er natürlich ein bisschen hin und her überlegt, ob das richtig ist oder falsch: "Donald Trump, warum denkst du, ist das eine gute Idee?

Die kleine Matilda fragt zum Beispiel Angela Merkel: "Wie kann es sein, dass mein Bruder freitags demonstrieren geht, anstatt in die Schule zu gehen? Warum ist das nicht Sache der Politiker, sich darum zu kümmern?" Die Fragen haben natürlich immer mit den Politikern konkret zu tun. 

DOMRADIO.DE: Kinder sind ja bekannt dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen. Wie spiegelt sich das in den Briefen in Ihrem Buch wider? 

Riederer von Paar: Die Briefe sind ja sehr klar formuliert und insofern oft in dieser Einfachheit bestechend. Ich habe versucht, tatsächlich genau so zu schreiben, wie Kinder sprechen oder kommunizieren. Ich habe die Briefe tatsächlich mit meinen Kindern Korrektur gelesen. Insofern sollte das so sein, wie die Kinder selber diese Fragen formulieren würden. Sie brechen das im Grunde ja ganz klar herunter, formulieren dann letztlich aber den Kern der Sache. 

DOMRADIO.DE: Dann wird nicht um den heißen Brei herumgeredet. Ein Beispiel: "Lieber Donald, willst du wirklich nichts machen, damit die Luft wieder sauberer wird?" Die Briefe in Ihrem Buch sind fiktiv, aber trotzdem stellen sich Kinder oft Fragen zum Weltgeschehen. Was denken Sie, wie ernst sollten Politiker die Fragen dieser Generation nehmen? 

Riederer von Paar: Unbedingt müssen die Politiker die Fragen sehr ernst nehmen. Kinder sind in diesem Fall ja nicht naiv, sondern - wie ich es gerade schon sagte - sie brechen ja im Grunde genommen die Dinge auf das Wesentliche herunter. Und wenn dann ein Kind fragt: "Warum haben wir eigentlich kein Recht auf eine saubere Umwelt?" Dann ist das ja tatsächlich gar nicht naiv, sondern eine Frage, die man wirklich ganz ernsthaft diskutieren kann. Insofern steckt da immer sehr viel Wahrheit drin. Ich finde, dass man diese Fragen und Ideen, das, was Kinder umtreibt, sehr ernst nehmen muss. 

DOMRADIO.DE: Sie haben es gesagt, Sie sind selber Mutter. Sie haben drei Kinder, haben Ihre Briefe den Kindern zur Korrektur vorgelegt. Wie oft sprechen Sie zuhause über Politik und das Weltgeschehen? 

Riederer von Paar: Das hängt ein bisschen vom Weltgeschehen ab, sage ich jetzt mal. Wir haben beispielsweise zwei Tageszeitungen. Insofern kommen unsere beiden Großen, die sind 14 und 16, gar nicht drumherum, auch damit konfrontiert zu werden, wenn die Zeitungen morgens auf dem Frühstückstisch liegen. Aber es hängt natürlich auch vom Weltgeschehen ab. Was jetzt beispielsweise gerade in den USA passiert, ist natürlich höchst spannend, wohingegen die Finanzpolitik der EU nicht wirklich ein sehr packendes Thema ist.

DOMRADIO.DE: Die USA schlittern von einer Krise nahtlos in die nächste. Corona ist noch nicht ausgestanden. Zusätzlich gibt es Aufstände gegen Polizeigewalt. Was denken Sie, sind da aktuelle Fragen, die sich Kinder stellen,. 

Riederer von Paar: Aktuell bezogen auf die USA sind da Fragen wie: "Was sind das für Aufstände? Was passiert da?" Das, muss ich sagen, ist natürlich eher ein Thema für etwas ältere Kinder. Da denke ich an Kinder, die aufs Gymnasium oder auf andere weiterführende Schulen gehen. Mit Grundschülern würde ich mich damit nicht so sehr auseinandersetzen. Dafür finde ich das teilweise zu brutal, was da passiert. Aber dass man jetzt thematisiert: Wie ist das alles geschichtlich überhaupt? Was hat sich da alles schon getan? Was entlädt sich da und warum gerade jetzt? Das finde ich auch persönlich höchst spannend.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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