Bischof Michael Bruce Curry, Oberhaupt der Episkopalkirche der USA, hält eine Ansprache bei der Trauung von Meghan Markle und Prinz Harry
Bischof Michael Bruce Curry, Oberhaupt der Episkopalkirche der USA, hält eine Ansprache bei der Trauung von Meghan Markle und Prinz Harry
Meghan Markle und Prinz Harry legen in der St.-Georgs-Kapelle vor Justin Welby, Erzbischof von Canterbury, das Ehegelübde ab
Meghan Markle und Prinz Harry legen in der St.-Georgs-Kapelle vor Justin Welby, Erzbischof von Canterbury, das Ehegelübde ab
Meghan Markle steigt die Stufen zur St.-Georgs-Kapelle hinauf.
Meghan Markle steigt die Stufen zur St.-Georgs-Kapelle hinauf.
Meghan Markle und Prinz Charles kommen in der St.-Georgs-Kapelle an, links Prinz Harry und Prinz William (l).
Meghan Markle und Prinz Charles kommen in der St.-Georgs-Kapelle an, links Prinz Harry und Prinz William (l).
Meghan Markle und Prinz Harry in der St.-Georgs-Kapelle
Meghan Markle und Prinz Harry in der St.-Georgs-Kapelle

19.05.2018

Erzbischof Curry hält beeindruckende Rede bei royaler Hochzeit "Die Liebe hat Macht"

"Liebe ist der einzige Weg": Mit einer lebhaften und auch politischen Predigt hat US-Bischof Michael Bruce Curry bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle einen unerwarteten Akzent gesetzt.

Nicht nur die Art und Weise seiner Predigt – nämlich mithilfe eines iPads – sondern vor allem der Inhalt haben viele Zuschauer überrascht une beeindruckt: US-Bischof Michael Bruce Curry wird als Star der royalen Hochzeit gehandelt und für seine klaren Worte gelobt.

"Wir müssen die Macht der Liebe entdecken, die heilende Kraft der Liebe. Und wenn wir das entdecken, dann werden wir aus dieser alten Welt eine neue machen können. Liebe ist der einzige Weg": Der Priester leitete mit diesen Worten des vor 50 Jahren ermordeten schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King seine Predigt ein. Er brachte damit einen Hauch der afroamerikanischen Kirchenkultur und auch des Kampfes gegen Rassismus mit nach Windsor.

Liebe dürfe weder unterschätzt noch übermäßig sentimental betrachtet werden, sagte der afroamerikanische Prediger. Aber: Es sei Kraft in der Liebe. "Liebe kann helfen und heilen, wenn nichts anderes das vermag." Diese Macht der Liebe könne man hier bei der Hochzeitsfeier beobachten, fügte er hinzu. "Zwei junge Menschen haben sich verliebt, und wir sind alle hier."

Liebe, Liebe Liebe

Der charismatische Bischof forderte in Windsor Castle dazu auf, sich vorzustellen wie eine Welt aussehen könnte, wenn Liebe die treibende Kraft ist. Er erwähnte das Geschäftsleben, die Politik aber auch die eigene Nachbarschaft und erinnerte eindringlich daran, dass auch in der Bibel die wichtigste Botschaft ist, seinen Nächsten zu lieben.

"Die Quelle der Liebe ist Gott selbst", sagte Curry. Wenn nichts mehr heilen könne, sei es die Kraft der Liebe die Veränderung schaffen könne. Bei Twitter fielen die Reaktionen auf die Predigt mehrheitlich positiv aus, viele hatten nicht mit einer derart mitreißenden und lebensnahen Predigt gerechnet.

Er predigte über die bedingungslose Liebe Gottes, und darüber, wie die Menschen diese selbstlose Liebe leben sollten. Curry erinnerte die Hochzeitsgäste daran, wie schwarze Sklaven in den USA mit Hilfe dieser Liebe Gottes ihr Leid linderten. Seine Worte wurden zu einem unerwarteten Moment der Hochzeitszeremonie. Vor allem der leidenschaftliche Predigtstil sorgte für Aufsehen, die Mitglieder der königlichen Familie sind sonst eher getragenes Zeremoniell gewohnt.

Curry habe den besten Moment des Gottesdienstes geliefert, schrieb etwa das US-Magazin "Vanity Fair" auf Twitter, was allerdings nicht ohne Widerspruch blieb. Der Bischof habe zu lange geredet und dem Brautpaar die Show gestohlen, kritisierten einige.

Wer ist Erzbischof Curry?

Der 1953 geborene Curry ist Bischof von Chicago und seit 2015 das Oberhaupt der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten. Er ist der erste Afroamerikaner, der dieses Amt innehat. Die Episkopakirche ist der Ableger der anglikanischen Church of England. Der von der US-Bürgerrechtsbewegung geprägte Bischof setzt sich für die Rechte von Homosexuellen und die Versöhnung zwischen Schwarzen und Weißen ein.

Die in Los Angeles geborene Meghan Markle wurde vor ihrer Hochzeit anglikanisch getauft. Das Brautpaar hatte die Feier selbst mitgestaltet - die Rede des US-Predigers kann man auch als persönliche Note der beiden verstehen.

Dass er nach Windsor kam, geht auf den Wunsch des Paares zurück, wie die königliche Familie in der vergangenen Woche mitteilte. Curry ist der erste schwarze Bischof, der der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten vorsteht. Wie auch die Kirche von England zählt diese zur anglikanischen Kirchengemeinschaft.

Getraut vom Erzbischof von Canterbury

Die Trauung wurde vom anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, vollzogen, der das Paar auch auf die Hochzeit vorbereitet hatte. Dass Meghan Markle schon einmal verheiratet war, hatte sei für die Kirche von England kein Problem, hatte Welby vor der Hochzeit gesagt. Seit Jahren können auch Geschiedene in der Kirche von England unter bestimmten Umständen noch einmal heiraten.

Nach dem Gottesdienst wurde das Paar von den vielen Jubelnden auf den Straßen empfangen, während sie in einer Kutsche durch den Ort Windsor fuhren. Schätzungsweise 100.000 Menschen hatten sich schon früh einen Platz am Straßenrand gesichert, um dem königlichen Paar zuzujubeln. Einige schliefen bereits Tage zuvor auf der Straße, um sich einen Platz zu sichern, um einen Blick auf das Hochzeitspaar zu erhaschen. Millionen Zuschauer weltweit verfolgten das Fernsehereignis vor dem Fernseher und im Internet.

(epd, dpa)

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