29.06.2020

Kirchen und Land stellen Projekt "LernRäume" vor Rückstände aufholen und Eltern entlasten

Außerschulisches Bildungsangebot: Niedersachsens Kultusminister sowie die Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas haben das Projekt "LernRäume" vorgestellt. Dazu sollen Kirchengemeinden ihre Gemeindehäuser öffnen.

Das außerschulische Bildungsangebot richtet sich vor allem an Grundschüler und soll in der Corona-Pandemie ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit sein, wie die Initiatoren am Montag in Hannover mitteilten.

Vorgesehen sind demnach unter anderem Lernzeiten mit Paten, die Bereitstellung von Computerarbeitsplätzen, Schülerhilfen sowie erlebnispädagogische Maßnahmen.Die Laufzeit des Projekts ist zunächst bis zum Ende der Sommerferien geplant.

Das Angebot leiste "einen wertvollen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe", sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hedrik Tonne (SPD).

Lernrückstände aufholen

Die Schulschließungen der vergangenen Wochen hätten zu Lernrückständen geführt. Auch böten die "LernRäume" eine alternative Beschäftigung in den Sommerferien, da bei vielen Eltern die Urlaubstage aufgrund der Pandemie schon aufgebraucht oder sie durch die Krise in finanzielle Not geraten seien.

Das Projekt "LernRäume" ist eine Initiative der Konföderation evangelischer Kirchen und des Diakonischen Werkes in Niedersachsen gemeinsam mit den katholischen Bistümern und der Caritas in Niedersachsen. Das Land will das Angebot den Angaben zufolge finanziell und konzeptionell unterstützen.

Ergänzt wird es durch ein Selbstlernangebot für Schüler an weiterführenden Schulen. Die Lernpaten der "LernRäume" arbeiten ehrenamtlich. Unter ihnen sind auch pensionierte Lehrer und Lehramtsstudierende, die zurzeit ihr Schulpraktikum ableisten, wie es hieß.

Eltern entlasten und Kindern Druck nehmen

Es gehe darum, ein Betreuungsangebot zu schaffen, das Eltern entlaste und von den Kindern Druck nehme, verdeutlichte Landesbischof Ralf Meister. "Schulstoff nachzuholen, der in den letzten Monaten nicht oder nur teilweise vermittelt werden konnte, ist dabei ein Ziel. Aber mindestens so wichtig ist es auch, dass Kinder spielen können, sich mit anderen austauschen und dass Menschen da sind, die Zeit haben, ihnen zuzuhören", so der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

(KNA)

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