Gottesdienstbesucherin mit Mund-Nasen-Schutz
Gottesdienstbesucherin mit Mund-Nasen-Schutz

09.06.2020

Virologe Mertens rät Kirche zu strengerem Corona-Schutzkonzept Übergabe der Hostien sei "das größte Risiko"

Nach den Corona-Infektionen bei katholischen Gottesdiensten in Vorpommern rät der Virologe Thomas Mertens dem Erzbistum Berlin zu einer Präzisierung seines Schutzkonzepts. EIn Mund-Nasen-Schutz, der Verzicht auf Gemeindegesang und Teilnehmerlisten spielten eine Rolle. 

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Berliner Robert-Koch-Institut (RKI), Thomas Mertens, sprach sich am Dienstag auf Anfrage dafür aus, den Teilnehmern von Gottesdiensten einen Mund-Nasen-Schutz nicht nur zu empfehlen, sondern zur Auflage zu machen. Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trage es "zweifelsfrei" dazu bei, die Infektionsgefahr erheblich zu reduzieren, wenn ein solcher Schutz korrekt getragen werde.

Ein später positiv auf das Corona-Virus getesteter Priester hatte am Pfingstwochenende an mehreren Orten in Vorpommern katholische Gottesdienste geleitet. Neun Menschen infizierten sich im Zusammenhang damit nachweislich, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern mitteilte.

Weniger Interpretation von Schutzkonzepten 

Rund 350 befinden sich auf Anordnung der Gesundheitsämter in Quarantäne. Das Erzbistum Berlin, zu dem Vorpommerns Katholiken gehören, sagte bis auf weiteres Gottesdienste in der Region ab.

Mertens, der beim RKI auch Mitglied der Arbeitsgruppe "SARS-CoV2" ist, plädierte für weniger "Interpretationsspielraum" bei Schutzkonzepten. So müssten Priester bei der Austeilung der Kommunion dazu verpflichtet werden, strikt darauf zu achten, dass sie die Empfänger nicht durch ihre Atemluft infizieren könnten. Dazu sei ein transparentes Visier weniger geeignet als ein Mund-Nasen-Schutz.

Im Falle eines infizierten Priesters sei die Übergabe der Hostien "das größte Risiko" während einer Messfeier, betonte der Virologe, zumal viele Covid-19-Infektionen ohne Symptome verliefen. Selbst bei geringsten Anzeichen von Erkältungsmerkmalen müssten Priester eine Feier öffentlicher Gottesdienste unterlassen.

Verzicht auf Gesang spiele entscheidende Rolle

In den Tagen vor und nach dem Auftreten der Symptome sei die Infektionsgefahr am größten, daher spiele auch der Verzicht auf Gemeindegesang wegen der Verbreitung des Virus durch die Atemluft eine entscheidende Rolle, so Mertens. Ratsam seien möglichst große Sakralräume und eine gute Lüftung. Er empfahl, verstärkt Gottesdienste unter freiem Himmel zu feiern, wo die Gefährdung deutlich geringer sei.

Der Virologe hob überdies die Bedeutung vollständiger Teilnehmerlisten hervor. Vor allem in Kirchengemeinden, deren Mitglieder wie in Vorpommern weit verstreut lebten, könne sich das Virus nach Infektionen großflächig verteilen. Die möglicherweise Betroffenen ausfindig zu machen, sei ein zentrales "Strategiekonzept" in einer Phase, in der Pandemie-bedingte Auflagen gelockert werden.

(KNA)

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