16.03.2020

Ernannter Bischof Meier über Kirche in der Coronakrise "Die Leute erwarten mehr von uns"

Dem ernannten Augsburger Bischof Bertram Meier geht in der aktuellen Corona-Krise nach eigenen Worten "manchmal das Geistliche ab". Natürlich halte man sich an die behördlichen Vorgaben, aber dennoch sei mehr möglich, meint Meier.

Meier sagte am Montag im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Die Kirche muss sich an die Vorgaben der Behörden halten - ganz klar. Wir haben Verantwortung für die Gesundheit der uns Anvertrauten. Aber wenn wir sonst nichts sagen können als das, was in Verwaltungsanweisungen steht, ist es zu schwach. Die Leute erwarten mehr von uns."

Zum Sakramentenempfang in Corona-Zeiten erklärte Meier, er denke an eine Ansprache des Papstes vom 10. März. "Darin hat er die Priester eingeladen, auch weiter die heilige Kommunion den Menschen auszuteilen."

"Wort der Ermutigung" in Arbeit

Gerade vor Ostern hungerten die Gläubigen danach. "Wir sollten ihnen diesen Wunsch nicht ausschlagen. Natürlich mit Mundschutz, Handschuhen und gebührendem Abstand. Außerdem gibt es ja die geistliche Kommunion." Buße und Krankensalbung sollten möglich bleiben. "Da geht es um das Heil der Seelen, unser 'Kerngeschäft' als Kirche gerade in seelischer Not." Meier ergänzte, er erarbeite ein "Wort der Ermutigung" mit dem Titel "Lasst einander nicht allein".

Bischofsweihe verschoben

Eigentlich hätte Meier am kommenden Samstag zum Bischof von Augsburg geweiht werden sollen. Wegen Corona wurde dieser Termin am Freitag auf unbestimmte Zeit verschoben. Meier erzählte nun, er sehe darin auch Positives: "Wenn jetzt das kirchliche Leben auf ein ganz niedriges Niveau heruntergefahren werden muss, öffnen sich neue Zeiträume. Die will ich nützen, um nachzudenken und zu beten. Es warten inhaltliche Themen im Bistum."

Zudem wolle er manches, was ihn in den letzten Wochen bewegt habe, "vor den Herrn tragen und erspüren, welche Botschaft darin liegt".

(KNA)

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