Ein Rosenkranz
Ein Rosenkranz
Asia Bibi im November 2010
Asia Bibi im November 2010

15.03.2018

Zum Tode verurteilte Christin darf Papst-Rosenkranz behalten "Ein großer Trost für mich"

Die in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi darf einen Rosenkranz, den ihr Papst Franziskus geschenkt hat, behalten. Das Geschenk habe sie "mit Verehrung und Dankbarkeit" empfangen, ließ Asia Bibi wissen.

"Es ist das erste Mal in neun Jahren, dass man mir erlaubt hat, in der Gefängniszelle einen religiösen Gegenstand zu behalten", zitierte die italienische Sektion des Hilfswerks "Kirche in Not" die Katholikin.

Der Papst hatte den Ehemann und die Tochter Asia Bibis am 24. Februar im Vatikan empfangen. Dabei hatte Franziskus der Tochter Eisham einen Rosenkranz für ihre Mutter mitgegeben und versichert, er werde weiter für sie beten. Zuvor hatte die Tochter den Papst im Auftrag ihrer inhaftierten Mutter gegrüßt und umarmt. Am 12. März, so "Kirche in Not", hätten Ehemann und Tochter Asia Bibi im Gefängnis besuchen können und ihr vom Besuch in Italien berichtet.

Großer Trost

Das Geschenk von Franziskus habe sie "mit Verehrung und Dankbarkeit" empfangen, ließ Asia Bibi das Hilfswerk wissen. "Dieser Rosenkranz wird für mich ein großer Trost sein; es tröstet mich zu wissen, dass der Papst in dieser schwierigen Lage für mich betet und an mich denkt", hieß es in der Mitteilung des Hilfswerks.

"Kirche in Not" hatte am 24. Februar mit einer Gedenk- und Solidaritätsaktion auf das Schicksal verfolgter Christen weltweit aufmerksam gemacht. Dazu wurde unter anderem das Kolosseum in Rom, das als Gedenkort für die antike Christenverfolgung gilt, abends rot angestrahlt. Bei der Kundgebung hatten unter anderem Ashiq und Eisham Masih, Ehemann und Tochter Asia Bibis, von der Lage ihrer Mutter berichtet.

Verurteilung wegen angeblicher Blasphemie

Die pakistanische Christin Asia Bibi wurde 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt und wartet noch auf ihre Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof. Sie ist eines der bekanntesten Opfer des umstrittenen Blasphemiegesetzes in Pakistan.

Laut Medienberichten halten Anwälte der Familie eine Entscheidung noch vor Ostern für denkbar. Sollte sie freigesprochen oder begnadigt werden, müsste die Familie nach Aussage von Menschenrechtsorganisationen wegen der Gefahr eines Lynchmordes das Land verlassen.

Pakistanische Bischöfe zu Lagebericht im Vatikan

Derweil haben die katholischen Bischöfe Pakistans im Vatikan über die Lage in ihrem Land berichtet. Papst Franziskus empfing die Kirchenleiter am Donnerstag zum turnusmäßigen sogenannten Ad-limina-Besuch. Angeführt wurde die Delegation nach einer Mitteilung des vatikanischen Presseamts von Karachis Erzbischof Joseph Coutts. Über Gesprächsthemen wurde zunächst nichts bekannt.

In Pakistan bilden die Katholiken nach Vatikanangaben eine Minderheit von 0,7 Prozent. Der Staat mit seinen rund 200 Millionen Einwohnern nennt sich offiziell Islamische Republik. Die Situation nichtislamischer Gemeinschaften gilt als schwierig. Ein besonderes Problem ist der Blasphemieparagraph 295 im pakistanischen Strafrecht, der trotz Nachbesserungen nach Einschätzung von Menschenrechtlern für Repressionen eingesetzt werden kann.

(KNA)