Angela Merkel und Caritas-Präsident Peter Neher
Angela Merkel und Caritas-Präsident Peter Neher

18.04.2013

Caritas-Kongress in Berlin Solidarität im Mittelpunkt

Die Caritas mahnt einen verantwortungsvollen Einsatz der staatlichen "Schuldenbremse" an. Sie dürfe die Solidaritätssysteme nicht gefährden, so Caritas-Präsident Peter Neher. Die Bundeskanzlerin verteidigt die Einführung des Betreuungsgeldes.

Er blicke mit Sorge vor allem auf die Situation der Kommunen, betonte Neher in Berlin bei der Eröffnung des Caritaskongresses. Wichtig sei, die Solidarität in der Gesellschaft zu erhalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass alle Menschen ihre Potenziale zu einem gelingenden und selbstständigen Leben entfalten könnten.

Dies trage auch zur Nachhaltigkeit der Sozialsysteme bei und helfe, die Belastungen der Bürger zu begrenzen, sagte der DCV-Präsident. Er plädierte dafür, dass die Leistungs- und Kostenträger und die freigemeinnützigen Leistungserbringer in "einen produktiven Dialog miteinander kommen".

"Solidarität macht (k)einen Unterschied"

Der Kongress steht unter dem Motto "Solidarität macht (k)einen Unterschied". Die Föderalismuskommission hatte vor vier Jahren die sogenannte Schuldenbremse beschlossen, um die Staatsverschuldung Deutschlands zu begrenzen. Die verfassungsrechtliche Regelung macht Bund und Ländern seit 2011 verbindliche Vorgaben zur Verringerung des Haushaltsdefizits.

Die frühere niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) kritisierte bei der Veranstaltung die Umsetzung des Anerkennungsgesetzes für Berufsabschlüsse von Migranten. Obwohl das Gesetz bereits vor einem Jahr in Kraft getreten sei, sei es erst in fünf Bundesländern umgesetzt worden. Es gilt bislang in Hamburg, Saarland, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch eine "Anerkennungskultur" gehöre aber zu einer solidarischen Gesellschaft, so Özkan.

Zugleich bemängelte sie die Debatte über das Betreuungsgeld, das ab dem 1. August die Elten erhalten sollen, die ihre unter dreijährigen Kinder nicht in einer staatlich geförderten Einrichtung betreuuen lassen. Kritiker befürchten, dass insbesondere Migranten ihre Kinder deshalb nicht mehr in die Tageseinrichtungen schicken. Wichtiger als der Streit um diese Leistung sei die Frage, warum Kitas von Migranten so schlecht akzeptiert würden, sagte Özkan.

Werben für Familien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte beim Jahresempfang Donnerstagabend in Berlin erneut die Einführung des Betreuungsgeldes. Sie sei zunächst eine große Skeptikerin dieser Familienleistung gewesen, erklärte Merkel. Inzwischen sehe sie das Betreuungsgeld als ein Signal an die Eltern, die ihr Kind auch im zweiten und dritten Lebensjahr noch zu Hause betreuen möchten. "Wir müssen respektvoll mit den Lebenswünschen von Familien umgehen", so Merkel. "Zugleich müssen wir alles tun, damit sich diese Lebenswünsche realisieren lassen", erklärte die Bundeskanzlerin.

Am Jahresempfang nahmen auch der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler, der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, die Kirchenbeauftragte der SPD-Fraktion, Kerstin Griese, die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Gerda Hasselfeldt sowie der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, teil.

Zollitsch warnt vor Funktionalisierung der Familienpolitik

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, warnte bei der Veranstaltung vor einer "Verzweckung und Funktionalisierung" der Familienpolitik. Eine Politik, die primär an der "Marktfähigkeit" des Menschen und am "Humankapital" der Familien interessiert sei, werde den eigentlichen familiären Belangen nicht gerecht, sagte Zollitsch.

Zollitsch betonte, Familien bräuchten Handlungsräume, damit sie sich in unterschiedlichen Lebensphasen möglichst frei entscheiden könnten. Dazu gehöre auch, Eltern unabhängig vom Kita-Ausbau in ihrem Erziehungsauftrag zu stärken und sie zwischen unterschiedlichen Familienmodellen wählen zu lassen. Es sei deshalb plausibel, sowohl eine finanzielle Anschlussleistung an das Elterngeld als auch einen Anspruch auf Kindertagesbetreuung zu gewähren, sagte der Erzbischof.

Zugleich plädierte Zollitsch für die Beibehaltung des Ehegattensplittings. Es diene der Steuergerechtigkeit und schütze die Ehe als Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft in besonderer Weise. Es dürfe auch bei einer möglichen Ausweitung in ein Familiensplitting in seinem Bestand nicht gefährdet werden, so der Erzbischof.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 13.11.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Missbrauchs-Opfer der Evangelischen Kirche
  • Vatikan bremst Anti-Missbrauchs-Vorstoß aus den USA
  • Kirchenvorstandswahlen im Bistum Münster
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Missbrauchs-Opfer der Evangelischen Kirche
  • Vatikan bremst Anti-Missbrauchs-Vorstoß aus den USA
  • Kirchenvorstandswahlen im Bistum Münster
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Segensfeiern für werdende Eltern im Bistum Essen
  • New Yorker Fotograf macht Bilder von Gläubigen
  • Ist heute nehmen seliger als geben? fragt Christoph Fleischmann in seinem Buch
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Segensfeiern für werdende Eltern im Bistum Essen
  • New Yorker Fotograf macht Bilder von Gläubigen
  • Ist heute nehmen seliger als geben? fragt Christoph Fleischmann in seinem Buch
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Asyl in Deutschland für Asia Bibi?
  • Vatikan bremst Anti-Missbrauchs-Vorstoß aus den USA
  • Segensfeiern für werdende Eltern im Bistum Essen
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen