Statue des heiligen Bonifatius vor dem Dom in Fulda
Statue des heiligen Bonifatius vor dem Dom in Fulda
Die Mitarbeiter des Bonifatiuswerkes präsentieren zum Bonifatiustag das Leitmotiv zur bundesweiten Diaspora-Aktion 2019 der katholischen Kirche
Die Mitarbeiter des Bonifatiuswerkes präsentieren zum Bonifatiustag das Leitmotiv zur bundesweiten Diaspora-Aktion 2019 der katholischen Kirche

05.06.2019

Kirche begeht Gedenktag des Heiligen Bonifatius "Brückenbauer zwischen den Kulturen"

Bonifatius wird als "Apostel der Deutschen" bezeichnet, obwohl er in England geboren wurde. Wie es dazu kam und warum er in seiner Zeit ein Brückenbauer zwischen den Kulturen war, erklärt Simon Rüffin vom Bonifatiuswerk.

DOMRADIO.DE: Bonifatius wird als "Apostel der Deutschen" bezeichnet. Woher kommt dieser informelle Titel konkret?

Simon Rüffin (Leitung des Bereichs missionarische und diakonische Pastoral und Leitung Bereich Diaspora / Kinder- und Jugendhilfe beim Bonifatiuswerk): Dieser Titel ist natürlich eine Ausprägung des 19. Jahrhunderts, denn im achten Jahrhundert, in dem Bonifatius tätig war, gab es in diesem Sinne die Deutschen noch nicht, wie wir sie heute nationalstaatlich definieren. Insofern ist es eine Zuschreibung des 19. Jahrhunderts, die aber natürlich ausdrückt, wo er tätig war und für welche Volksgruppen er aktiv war. Es drückt ja auch die Wertschätzung aus und die Bedeutung, die er für die Entwicklung des Christentums im Gebiet des heutigen Deutschlands hat.

DOMRADIO.DE: Heute ist der Gedenktag des Heiligen Bonifatius. Welche Bedeutung hat er denn im europäischen Horizont?

Rüffin: Ich denke, es ist heute ganz wichtig, diesen Titel "Apostel der Deutschen" nochmal neu zu denken und auf unsere Lebenswelt zu übertragen. Wir leben ja zum Glück nicht mehr in einer Zeit, in der sich die Nationalstaaten in Europa feindlich gegenüberstehen und durch die Definition auf das Nationensein voneinander abgrenzen: hier die Deutschen, da die Franzosen, dort die Italiener und so weiter.

Bonifatius stammt selber aus einer anderen Region, aus dem heutigen England. Er hat sozusagen Grenzen überschritten, er war unterwegs und ist zu den Menschen gegangen. Insofern kann man den Heiligen Bonifatius heute nicht allein für ein Deutschtum vereinnahmen, welcher Prägung auch immer. Eher kann man ihn als Brückenbauer zwischen den Kulturen und zwischen den Zeiten bezeichnen.

Und das ist, glaube ich, etwas, was heute noch eine große Aktualität hat, gerade in der Zeit, wo Europa ja immer wieder eher voneinander weg driftet.

DOMRADIO.DE: Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholikinnen und Katholiken, die in der Diaspora leben. Also dort, wo andere Religionen und Konfessionen oder auch Menschen ohne Bekenntnis stärker vertreten sind. Warum ist diese Arbeit so wichtig?

Rüffin: Diese Arbeit hat eine lange Tradition, wenn man auf das 170-jährige Jubiläum des Bonifatiuswerkes zurückschaut. Von Anfang an war der Gedanke: Wir müssen uns solidarisch zeigen mit denen, die in dieser Minderheitensituation leben. Der Begriff der Diaspora hat sich über die Jahre und Jahrzehnte auch gewandelt, weg eigentlich von einer starken konfessionellen Definition: Auf der einen Seite katholisch, auf der anderen evangelisch. Das haben wir heute nicht mehr so stark in der Ausprägung.

Wir haben eher die Situation, dass ich mich als Katholik aber auch als evangelischer Christ einer eher religiös desinteressierten Situation gegenüber sehe. Dadurch brauche ich natürlich auch die Unterstützung von anderen, sodass ich mich in meinem Glauben nicht als alleinstehend oder solitär erfahre, sondern weiß, da sind noch andere, die mit mir diesen Glauben teilen und noch weiter verbreiten wollen.

DOMRADIO.DE: Wie feiern Sie den Tag heute in Paderborn?

Rüffin: Der Gedenktag des Heiligen Bonifatius hier bei uns im Haus, ist in der Tat kein Tag wie jeder andere. Wir haben also zum Einen einen Gottesdienst, dann gibt es noch eine Einladung hier ins Haus, zum Beisammensein, zu einem gemeinsamen Frühstück. Gleichzeitig gibt es dann auch die Einladung an Gäste von außerhalb.

Die "BONI-Busse" werden auch da sein. Das sind unsere gelben Busse, mit denen Katholikinnen und Katholiken durch Deutschland fahren können. Wir werden heute das Bonifatiuswerk vorstellen, einfach noch mal miteinander das bedenken, was die Botschaft und das Zeugnis des Heiligen Bonifatius heute uns noch zu sagen hat. Insofern ist das ein besonderer Tag auch hier im Haus, den wir gerne miteinander begehen.

DOMRADIO.DE: Sie werden heute auch ein neues Leitwort für die Diaspora-Aktionen des Bonifatiuswerkes vorstellen. Worum wird es dabei gehen?

Rüffin: Das findet traditionell auch an diesem Tag statt. Das Motto der Aktion in diesem Jahr heißt "Werde Glaubensstifter". Die Aktion wird dann Anfang November in Mainz eröffnet. Der Diasporasonntag ist in diesem Jahr am 17. November und das Motto ist eine Aktualisierung dessen, was der Heilige Bonifatius uns vorgelebt hat.

Glaubensstifter kann man auch im Kleinen oder im Alltag sein. Dort kann man seinen Glauben weitergeben, durch das konkrete Zeugnis, durch den Dienst am Nächsten. Man kann durch Bekenntnis das deutlich machen, worum es eigentlich geht - die Botschaft des Evangeliums weiter zu sagen und sie auch so weiter zu sagen, dass andere erkennen, dass das eine Relevanz in meinem Leben hat und mir wichtig ist.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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