13.03.2020

Bertram Meiers Weihe zum Bischof von Augsburg abgesagt Großes Nachholfest, keine Notlösung

Verzögerung durch den Coronavirus: Die für den 21. März geplante Bischofsweihe in Augsburg fällt aus, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Innerhalb von vier Monaten nach der Ernennnung muss die Bischofsweihe erfolgen.

Auf die Verschiebung verständigte sich der ernannte Bischof Bertram Meier (59) am Freitag in München am Rande seiner Vereidigung mit der Staatsregierung und dem Münchner Kardinal Reinhard Marx. Dieser hätte die Weihe vornehmen sollen. Kirchenrechtlich muss Meier regulär bis spätestens 29. Mai zum Bischof geweiht sein. Dann endet die Viermonatsfrist seit seiner Ernennung.

Meier sagte indes am Freitagabend vor Journalisten in Augsburg: "Diese Frist ist nicht göttliches Recht. Und alles, was nicht göttliches Recht ist, lässt sich ändern." Eine "Notweihe", nur um den Termin Ende Mai einzuhalten, werde es nicht geben. Stattdessen wolle er notfalls beim Heiligen Stuhl wegen der außerordentlichen Umstände um Aufschub bitten. Nach dem hoffentlich baldigen Abebben der Coronakrise werde man sehen, wie es weitergehe. Es solle jedenfalls wie ursprünglich geplant ein großes Fest mit vielen Hundert Gästen geben. "Man soll's dann auch schön feiern", so Meier.

Keine Weihe "in ganz kleinem Rahmen"

Man habe zwar zuletzt überlegt, als "Ultima Ratio" eine Weihe "in ganz kleinem Rahmen" in der Kapelle des Bischofshauses zu feiern. Aber das wäre eine Notlösung gewesen, nur, um irgendwie den geplanten Termin am übernächsten Samstag halten zu können, wie Meier erklärte.

Damit verlängert sich nun die bischofslose Zeit in Augsburg. Meier ist als Übergangsverwalter bereits seit dem altersbedingten Rücktritt seines Vorgängers Konrad Zdarsa (75) im vergangenen Sommer mit der Leitung der Diözese betraut.

Der Domdekan sagte, er sei sehr traurig über die aktuelle Entwicklung. Er wisse aber auch, "welch hohe Verantwortung wir alle haben, um die Gesundheit unserer Mitmenschen zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen", so Meier. Er sehe nun die Chance zur Besinnung.

Gesundheit und Seelenheil

Der ernannte Bischof appellierte an den Einfallsreichtum der haupt- und ehrenamtlich aktiven Christen der Diözese sowie die Fantasie des Heiligen Geistes. Neben der Gesundheit des Leibes müsse es der Kirche immer auch um das Heil der Seelen gehen. Die "geistlichen Tankstellen" dürften gerade mit Blick auf Ostern, den Höhepunkt des Kirchenjahres, nicht versiegen.

Der Münchner Kirchenrechtler Stephan Haering sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zum Thema Bischofsweihe, im Extremfall genügten als Minimalbesetzung für die Weihe ein Bischof als Spender und der Empfänger. Die vom Kirchenrecht gewünschte "möglichst große Beteiligung" von Volk und Klerus sei verzichtbar. Bei rechtmäßigen Hindernissen könne die Weihe noch länger hinausgeschoben werden, etwa wenn der Kandidat krank sei oder staatliche Behörden dies verfügten.

(KNA)

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