Ein Wahrzeichen des Saarlandes: die Saarschleife
Ein Wahrzeichen des Saarlandes: die Saarschleife
Das Saarland gehört zum Bistum Trier ...
Das Saarland gehört zum Bistum Trier ...
... und zum Bistum Speyer.
... und zum Bistum Speyer.

10.01.2020

Katholisches Büro Saarland zum 100. Geburtstag des Bundeslandes Katholisch verwurzelt und verbunden

Was viele nicht wissen: Das Saarland ist das katholischste Bundesland in Deutschland. Die Leiterin des Katholischen Büros im Saarland erzählt über den starken Zusammenhalt des Bundeslandes, auch in Zeiten der Entstehung von Großpfarreien.

DOMRADIO.DE: Als der Versailler Vertrag heute vor hundert Jahren in Kraft trat, legte er auch die Grenzen des Saargebietes als eigenständiges Territorium fest. Also wird das Saarland nun hundert Jahre alt. Das feiern Sie am Abend mit einem Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten, bei dem Sie dabei sein werden. Was bedeuten Ihnen diese hundert Jahre?

Katja Göbel (Leiterin des Katholischen Büros Saarland): Hundert Jahre Saarland sind natürlich nicht einfach nur in einem Satz erzählt. Hundert Jahre Saarland heißt für mich auch eine Zeit mit Höhen und Tiefen. Das Saarland war ja mal französisch, wir waren deutsch, wir waren unabhängig. Jetzt sind wir wieder deutsch. Von daher zeigt das einfach schon, wie besonders das Saargebiet an sich und das Saarland als Region ist.

DOMRADIO.DE: Wirtschaftsexperten sagen gerne, eine Fusion des kleinen Saarlandes mit angrenzenden Bundesländern wäre sinnvoll. Die Saarländer wollen das partout nicht, sie wollen eigenständig bleiben. Wie würden Sie die Identität der Saarländer beschreiben?

Göbel: Ich habe gerade schon gesagt, alleine durch diese politischen Höhen und Tiefen, die wir als Saarländer miterlebt haben, schweißt das zusammen. Das Saarland in irgendeiner Form aufzulösen oder irgendwo hinzuzuschieben, das kommt natürlich überhaupt nicht infrage. Ich bin selber Saarländerin und lebe mein saarländisches Selbstbewusstsein mit Herzblut.

Von daher muss ich dem vehement widersprechen. Wir Saarländer sind einfach als weltoffenes und herzliches Volk bekannt. Wir sind sehr gastfreundlich und sehr, sehr heimatverbunden. Bei uns gibt es diesen Spruch in unserem saarländischen Dialekt: "Dahemm ist dahemm". Das merkt man einfach. Wir Saarländer treffen uns überall auf der ganzen Welt, wir riechen uns quasi förmlich an. Das zeigt einfach, wie verbunden wir miteinander sind.

DOMRADIO.DE: Als Leiterin des Katholischen Büros im Saarland sind Sie die Kontaktstelle zwischen Kirche und Politik. Sie arbeiten aktuell mit einer Großen Koalition von CDU und SPD zusammen und sagen selbst, Kirche sollte auch unbedingt politisch sein. Welche Themen stehen bei Ihnen auf der Agenda?

Göbel: Mir ist ganz wichtig, dass wir unsere christlichen Werte auch in der Politik verwurzelt wissen. Darum weiß ich im Saarland aktuell – aufgrund unserer Regierung und der Großen Koalition. Mir ist es wichtig, dass sich auch um Randgruppen gekümmert wird. Wir haben im Saarland eine Bildungsverantwortung, denn wir haben Schulen und Kitas in eigener Trägerschaft.

Wir kümmern uns um soziale Aspekte, wir haben Krankenhäuser, Sozialstationen, Altenheime und so weiter. Das hat natürlich auch eine politische Relevanz, daher ist es mir einfach wichtig, dass wir uns auch mit unserem christlichen Geist in der Politik engagieren.

DOMRADIO.DE: Das Saarland gehört zu einem Großteil zum Bistum Trier, ein kleinerer Teil zum Bistum Speyer. Trier hatte Großes vor: 15 neue Großpfarreien sollten entstehen. Rom hat das Ganze dann zur Überprüfung ausgesetzt. Das ist keine einfache Situation für die Katholiken. Wie gehen Sie im Saarland mit dieser Situation um?

Göbel: Die Bistumsreform wurde ausgesetzt, damit zwei Beschwerden, die in Rom vorliegen, geprüft werden können. Der Bischof ist im Gespräch. Er bereitet sich auch auf Antworten vor, um diese Prüfung hier zu unterstützen. Ich weiß, dass er nach wie vor hinter dieser Synodenumsetzung steht und versucht, sie nach bestem Wissen und Gewissen nach vorne zu bringen. Zumal es ja auch hier eine Entscheidung ist, die nicht von oben herab getroffen wurde.

Das möchte ich an dieser Stelle nochmal ganz deutlich formulieren. Hier geht es um eine Umsetzung einer Synode, die sich über drei Jahre zusammengefunden hat. Da waren großteils Laien mit dabei. Diese Ideen, die hier umgesetzt wurden, kamen von der Basis. Der Bischof fühlt sich dem verantwortlich und möchte das auch nach vorne bringen.

DOMRADIO.DE: Wie stark ist diese Basis? Das Saarland ist das katholischste Bundesland Deutschlands. Wie zeigt sich das im Alltag?

Göbel: Das zeigt sich immer noch in einem starken Kirchenbesuch, auch wenn es aktuelle Zahlen gibt, die das womöglich widerlegen. Ich spüre selber, dass das ehrenamtliche Engagement im kirchlichen Umfeld sehr groß und stark ist. Auch wenn es mit dem sonntäglichen Besuch der Kirche nicht immer einhergeht, merke ich einfach, dass es viele Gruppierungen in den Pfarreien gibt, die sich der Kirche wirklich zugehörig fühlen.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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