Antonius Hamers
Antonius Hamers

06.12.2019

Antonius Hamers wird Münsteraner Domkapitular Erst Überraschung, dann Freude

Antonius Hamers, Leiter des Katholischen Büros NRW, wird neuer residierender Domkapitular in Münster. Er folgt auf den früheren Generalvikar Norbert Kleyboldt. Als Bischof Felix Genn ihn fragte, war Hamers offenbar zunächst sprachlos.

DOMRADIO.DE: Wie haben Sie reagiert?

Pfarrer Antonius Hamers (Designierter Münsteraner Domkapitular, Leiter des Katholischen Büros Düsseldorf): Ich war sehr überrascht. Ich saß heute vor drei Wochen im Zug auf dem Weg von Düsseldorf zurück nach Münster, als Bischof Felix Genn mich auf meinem Mobiltelefon angerufen hat, um mir das zu sagen. Und er fragte mich dann zwischendurch, ob ich noch dran sei am Telefon. Ich war aber noch dran, habe mich natürlich darüber gefreut und habe dem auch gerne zugestimmt.

DOMRADIO.DE: Was wird sich für Sie verändern?

Hamers: Zunächst mal, dass ich umziehen muss. Ich wohne jetzt im Moment in einer Immobilie des Bistums Münster in Münster, und ich werde dann in eines der Häuser direkt am Dom, die sogenannten Domkapitularswohnungen, ziehen. Aber darüber hinaus ändert sich auch die Aufgabe, die vornehmste Aufgabe des Domkapitels, die Liturgie im Dom mitzugestalten und dafür Verantwortung zu tragen. Insofern werde ich jetzt meinen priesterlichen Dienst vor allem am Dom hier in Münster ausüben dürfen.

DOMRADIO.DE: Ganz einfach ausgedrückt gehören Sie dann zu den Hausherren des Paulusdoms in Münster. Sie sind selber Münsteraner Priester. Was bedeutet denn der Dom für Sie?

Hamers: Der Dom ist ja die Mutterkirche des Bistums. Er hat also eine ganz besondere Bedeutung. Es ist die erste Kirche des Bistums und insofern auch der Ort, an dem der Bischof die Messe zelebriert. Es ist ein Ort, mit dem sich viele Menschen sehr verbunden fühlen. Es sind immer sehr viele Leute da, die den Dom besichtigen oder aber im Dom beten. Es ist insofern eine besondere Stelle, als dass der Dom in Münster auf den Bistumsgründer zurückgeht, den Heiligen Liudger. Es ist die älteste und wichtigste Kirche im Bistum Münster.

DOMRADIO.DE: Sie bewegen sich im Moment ein bisschen im Spannungsfeld zwischen Politik und Kirche. Sie leiten das Katholische Büro in Düsseldorf, die Verbindungsstelle zwischen Politik und Kirche. Das wird auch weiter so bleiben. Alles das, auch Ihre priesterliche Laufbahn, ist sozusagen auf zweiten Bildungsweg erst gekommen. Sie waren ja zunächst Jurist.

Hamers: Genau, ich habe in Köln und in Würzburg Jura studiert. Ich habe das erste und das zweite Staatsexamen gemacht. Ich habe beim Bundesverband der Deutschen Industrie für drei Jahre gearbeitet, bei einem großen Interessenverband für die deutsche Industrie. Ich habe dann das Studium der Theologie begonnen, hier in Münster, mit einem Jahr in Rom. Und bin dann 2008 hier zum Priester geweiht worden.

DOMRADIO.DE: Das ist nicht unbedingt der klassische Karriereweg. Wie kam es zu dem Umschwung?

Hamers: Es ist die große Frage, was man mit seinem Leben macht und ob man das, was man macht, als sinnvoll empfindet. Und ich habe da immer wieder drüber nachgedacht und bin dann für mich persönlich zu dem Entschluss gekommen, dass ich gerne noch Theologie studieren möchte und Priester werden möchte. Und dass Gottes Ruf da eine besondere Rolle spielt, steht natürlich außer Frage.

DOMRADIO.DE: Der nächste Schritt, den Sie da gehen werden, ist, im Januar als Domkapitular in Münster eingeführt zu werden. Eine der großen Aufgaben der Domkapitulare ist es in einigen Jahren auch, den Bischof zu wählen. Wenn wir im aktuellen Zeitplan bleiben, wird Felix Genn 2025 in Ruhestand gehen. Ist Ihnen der Gedanke schon mal in Kopf gekommen, dass Sie dann auch an der Wahl beteiligt sein werden?

Hamers: Das ist sicherlich eine wichtige Aufgabe, ohne Frage. Aber das ist meine Aufgabe, die erst in fünf Jahren ansteht oder in noch etwas längerer Zeit. Denn wenn der Bischof zurückgetreten ist und dann anschließend, wenn er altersbedingt seinen Dienst zur Verfügung stellt, dauert es, bis aus dem Vatikan Kandidaten präsentiert werden, die gewählt werden können. Das liegt insofern noch weit weg. Ich konzentriere mich zunächst auf die Aufgaben, die unmittelbar anstehen. Das wäre vor allem die Liturgie am Dom.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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