Ökumene-Bischof Feige und die evangelische Landesbischöfin Junkermann in Wittenberg
Ökumene-Bischof Feige und die evangelische Landesbischöfin Junkermann in Wittenberg

01.09.2019

Festakt zum Magdeburger Bistumsjubiläum "Couragiert in die Zukunft schauen"

In einem Festakt wurde am Samstagnachmittag der Gründung des Bistums Magdeburg gedacht. Bischof Feige erinnerte daran, dass Freiheit immer Verantwortung mit sich bringe. Christen müssten im Osten eine "schöpferische Minderheit" sein.

Mit einem Festakt ist am Samstagnachmittag die Gründung des Bistums Magdeburg vor 25 Jahren begangen worden. Der katholische Bischof Gerhard Feige rief bei der Feier in der Magdeburger Kathedrale Sankt Sebastian dazu auf, trotz sinkender Kirchenmitgliederzahlen "couragiert in die Zukunft" zu schauen und mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche prominente Gäste aus Kirche und Politik teil.

Bis zur Wende Teil des Erzbistums Paderborn

Als direkte Folge der Wiedervereinigung waren am 8. Juli 1994 die Bistümer Erfurt, Görlitz und Magdeburg entstanden. Magdeburg war während der Teilung Deutschlands, obgleich ganz in der DDR gelegen, bis nach der deutschen Wiedervereinigung Teil des Erzbistums Paderborn.

Der Fall der Mauer vor 30 Jahren habe dem Osten und auch den dort lebenden Christen die Freiheit gebracht, betonte Feige. Dies verpflichte dazu, "selbst Verantwortung zu übernehmen. Schließlich sind wir nicht nur von etwas befreit worden sondern auch für etwas", erklärte er. Freiheit berge Risiken in sich, erfordere Mut und Elan und müsse gestaltet werden. Dazu gehöre auch, "nicht alles von anderen zu erwarten, von einem Obrigkeits- und Versorgungsstaat oder auch einer sogenannten Amtskirche".

Stattdessen gehe es darum, "schöpferische Minderheit" zu sein, so Feige weiter. In Zukunft werde "Kirche nicht mehr nur da existieren, wo ein Priester zur Verfügung steht und sie organisiert, sondern auch und vor allem da, wo 'ganz normale' Christen selbst dafür einstehen und sie gestalten", hob er hervor. Es sei eine Illusion, zu glauben, dass "Kirche immer so sein muss, wie sie jahrzehntelang bei uns war".

Kardinal Marx: Der Osten bracht die Christen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, betonte, dass der Osten Deutschlands auch künftig den "unentbehrlichen Beitrag" der Christen benötige. Ohne den christlichen Glauben und christliche Werte wäre die Gesellschaft "ärmer". Es brauche Menschen, die die Freiheit schützen, "durch Solidarität und Verantwortung".

Der Papst-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, wies darauf hin, dass gerade Christen in einer Minderheitensituation wie im Bistum Magdeburg einen besonderen Auftrag zur Evangelisierung hätten.

Die scheidende mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann dankte für die ökumenische Verbundenheit seit der Bistumsgründung vor 25 Jahren. Sachsen-Anhalts Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch würdigte "den Mut, die Kreativität und Zuversicht der Kirche für den unverzichtbaren Dienst an den Menschen und der Gesellschaft in Sachsen-Anhalt".

Kirchenhistoriker: "Eigenwert der ostdeutschen Kirchengeschichte"

Der emeritierte Erfurter Kirchenhistoriker Josef Pilvousek begrüßte in seinem Festvortrag die Entscheidung des Bistums zur Selbstständigkeit vor 25 Jahren. Damit habe die Kirche "manche überhasteten Entscheidungen des Einigungsprozesses auf staatlich-gesellschaftlicher Ebene nicht wiederholt. So wurden der Eigenwert der ostdeutschen Kirchengeschichte und die damit verbundene Lebensleistung der hier lebenden Christen anerkannt."

Auch die jährliche Wallfahrt des Bistums am Sonntag nach Kloster Huysburg bei Halberstadt steht im Zeichen der Bistumsgründung vor 25 Jahren.

(KNA)

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