Freiburger Münster
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Erzbischof Stephan Burger
Erzbischof Stephan Burger

16.02.2019

Erzbistum Freiburg diskutiert radikalen Strukturwandel Kirche wird kleiner

Im Erzbistum Freiburg plant Bischof Burger eine neue "Vision von Kirche, Seelsorge und religiösem Leben" zu entwerfen. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Kirchengemeinden werden zusammengelegt; von aktuell 224 auf 40.

Der Freiburger katholische Erzbischof Stephan Burger hat die Katholiken im Südwesten auf tief gehende Reformen in der Seelsorge und im kirchlichen Leben eingestimmt. Das Erzbistum stehe vor radikalen Veränderungen.

"Seien wir ehrlich, machen wir uns nichts vor. Wir können das, was wir derzeit anbieten, auf Dauer nicht halten", sagte Burger am Wochenende bei einer Tagung in Freiburg vor rund 170 Delegierten aus der gesamten Diözese. Kirche wolle zwar weiterhin "in die Fläche hineinwirken", ein seelsorgliches "Vollprogramm" sei aber nicht mehr zu leisten.

Immer weniger aktive Christen

Burger verwies auf dramatische Rückgänge bei der Zahl von Gläubigen und Priestern sowie bei haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitern. Auch zeichne sich für die kommenden Jahre ein Sinken der Kirchensteuereinnahmen ab. Zudem sei Kirche mit einem zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutungsverlust konfrontiert, so der Bischof.

Statt zu resignieren, gelte es nun, gemeinsam eine neue Vision von Kirche, Seelsorge und religiösem Leben zu entwerfen und zu gestalten, sagte Burger. "Wir geben unseren Anspruch nicht auf, für die da zu sein, die uns brauchen, die nach dem gelebten Evangelium suchen." Es brauche Personen und Orte, um auch in Zukunft die "versöhnende, befreiende, tröstende und stärkende Kraft Gottes" erfahren zu können.

Kritik am Reformkurs

Mehrere Delegierte der Tagung kritisierten, Burger rücke in den Plänen nicht vom Prinzip der Gemeindeleitung durch einen Priester ab. "Wir dürfen hier nicht länger auf Frauen verzichten", sagte die Diözesanvorsitzende der Frauengemeinschaft kfd, Monika Bohn. Sie forderte die Weihe von Diakoninnen.

Eine Vertreterin der katholischen Jugendverbände rief dazu auf, stärker auf die Wünsche von jungen Christen einzugehen. Mehrere Delegierte mahnten eine Demokratisierung kirchlicher Entscheidungsprozesse an.Burger will mit Katholiken ins Gespräch 

Burger rief alle Katholiken dazu auf, sich an den geplanten Reformdebatten zu beteiligen. Nötig seien Teamgeist und eine gute Gesprächskultur. Als Grundlage des auf zwei Jahre angelegten Reformprozesses verwies Burger auf das von der Bistumsleitung erarbeitete Konzeptpapier "Kirchenentwicklung 2030".

Es sieht vor, die Zahl der Kirchengemeinden drastisch zu verkleinern. Statt bislang 224 Gemeinden mit rund 1.000 Einzelpfarreien soll es künftig zwischen Bodensee und Mannheim nur noch rund 40 Kirchengemeinden geben. Unter dem Dach der neuen Großgemeinden sollen vor Ort, auf Ebene der heutigen Pfarreien, unterschiedliche kirchliche Modelle und Initiativen entstehen.

Strukturdebatte nicht nur in Freiburg

Die Reformen bei Kirchenstrukturen und Gemeindeleben sollen in den kommenden Monaten vor Ort und in den verschiedenen kirchlichen Gruppen, Vereinen und Initiativen diskutiert werden. In zwei Jahren sollen die Debatten dann zu konkreten Beschlüssen zusammengeführt und bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden.

Ähnliche Strukturdebatten gibt es derzeit in mehreren deutschen Bistümern. Auf erheblichen Widerstand an der Basis trafen die Pläne für Großkirchengemeinden zuletzt im Bistum Trier.

(KNA)

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