Margot Käßmann
Margot Käßmann hält ihre Abschiedspredigt
Festgottesdienst zur Verabschiedung von Margot Käßmann
Festgottesdienst zur Verabschiedung von Margot Käßmann

30.06.2018

Margot Käßmann in den Ruhestand verabschiedet "Wir brauchen Weltverbesserer"

Die evangelische Theologin Margot Käßmann ist am Samstag feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. In ihrer Abschiedspredigt vor rund 2.000 Gästen ermunterte Käßmann, quer zu denken und neue Wege zu wagen.

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Fest unter freiem Himmel ist die evangelische Theologin und frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, am Samstag in den Ruhestand verabschiedet worden.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister würdigte Käßmann in der Marktkirche in Hannover als "Frau mit einem außerordentlichen Charisma". Käßmann, die als erste Frau an der Spitze der EKD stand, war zuletzt Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum. Von 1999 bis 2010 war die heute 60-Jährige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

"Unverwechselbares Gesicht und prominente Stimme"

Meister sagte, Käßmann sei in vielen kirchlichen Ämtern die erste Frau gewesen. "Du hast damit viele Frauen und auch Männer ermutigt und die Gleichstellung vorangetrieben – werbend, fröhlich, beispielgebend." Für die hannoversche Landeskirche sei Käßmann als Bischöfin ein "großes Geschenk" gewesen.

Allerdings habe sie sich manche Freiräume auch hart erkämpfen müssen. Durch ihre charismatische Amtsführung habe Käßmann auch manche Rollenerwartung verändert, sagte Meister: "Du hast etablierte Modelle befragt und sprühend neue Ideen und Positionen hineingetragen." Das habe der Kirche gutgetan.

Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, entpflichtete Käßmann von ihrem Auftrag als Reformationsbotschafterin des Rates der EKD. Käßmann habe der evangelischen Kirche "ein unverwechselbares Gesicht und eine prominente Stimme gegeben – eine weibliche Stimme", sagte Kurschus.

Käßmann: "Quer denken und neue Wege wagen"

In ihrer Predigt rief Käßmann dazu auf, die "Hoffnungsbilder" des christlichen Glaubens zu verfolgen, die für Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Frieden und Gerechtigkeit stünden: "Wir dürfen quer denken und neue Wege zu wagen, wo andere starr am Alten festhalten."

Statt der Hoffnungsbilder malten viele heute jedoch gern Schreckensbilder, um Wahlen zu gewinnen. Dagegen müssten sich Christen aufbäumen. "Wir brauchen Weltverbesserer, auch wenn das für manche ein Schimpfwort ist", unterstrich die Theologin. Sie erinnerte dabei unter anderem an den US-amerikanischen Baptistenpastor und Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968).

Tochter eines Kfz-Mechanikers und einer Krankenschwester

Käßmann wurde 1958 als Tochter eines Kfz-Mechanikers und einer Krankenschwester in Marburg geboren. Nach ihrem Theologie-Studium und dem Vikariat arbeitete sie für den Ökumenischen Rat der Kirchen und die Evangelische Akademie Hofgeismar sowie als Dorfpastorin und als Generalsekretärin für den Deutschen Evangelischen Kirchentag. 1999 wurde sie zur Bischöfin der hannoverschen Landeskirche gewählt.

2009 wurde sie Ratsvorsitzende der EKD. Sie blieb dies aber nur wenige Monate bis zu ihrem Rücktritt von allen kirchlichen Ämtern, nachdem sie unter Alkoholeinfluss Auto gefahren war. Mit ihren Publikationen und Büchern wurde die Theologin weit über die Kirche hinaus bekannt.

(epd)

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