Kardinal Lehmann ist am 11. März 2018 verstorben
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Bischof Peter Kohlgraf spricht während seiner Amtseinführung im Mainzer Dom.
Bischof Peter Kohlgraf spricht während seiner Amtseinführung im Mainzer Dom.
Kardinal Lehmann überreicht Peter Kohlgraf das Evangeliar
Kardinal Lehmann überreicht Peter Kohlgraf das Evangeliar
Kardinal Woelki (l.) und Kardinal Lehmann im Mainzer Dom
Kardinal Woelki (l.) und Kardinal Lehmann im Mainzer Dom
Kardinal Woelki spricht zu Peter Kohlgraf
Kardinal Woelki spricht zu Peter Kohlgraf
Kardinäle Marx und Lehmann
Kardinäle Marx und Lehmann
Bischof Franz-Josef Bode
Bischof Franz-Josef Bode
Erzbischof Heiner Koch
Erzbischof Heiner Koch
Bischof Gerhard Feige
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Bischof Felix Genn
Bischof Felix Genn
Bischof Ulrich Neymeyr
Bischof Ulrich Neymeyr
Bischof Bätzing in Fulda
Bischof Bätzing in Fulda
ZdK-Präsident, Thomas Sternberg
Thomas Sternberg, ZdK-Präsident
Karl Kardinal Lehmann und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz Christian Schad.
Karl Kardinal Lehmann und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz Christian Schad.
Manfred Rekowski
Manfred Rekowski
Bundespräsident Steinmeier in Moskau
Bundespräsident Steinmeier
Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) traf Kardinal Karl Lehmann zu einem privaten Gespräch im Mainzer Bischofshaus, am 15. Januar 2011.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) traf Kardinal Karl Lehmann zu einem privaten Gespräch im Mainzer Bischofshaus, am 15. Januar 2011.
"Bei den Problemen in Libyen geht es vor allem um Menschenrechte, Menschenrechte in den Flüchtlingslagern. Darauf habe ich gestern beim libyschen Ministerpräsidenten gedrungen." (EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker)
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
Nahm am Fastenbrechen teil: Sigmar Gabriel
Außenminister Sigmar Gabriel
Wolfgang Schäuble
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11.03.2018

Vertreter aus Kirche und Politik zum Tod von Kardinal Lehmann Trauer um einen großen Mann der Kirche

Trauer um den langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann. Vertreter aus Kirche und Politik würdigen den ehemaligen Mainzer Bischof, der am Laetare-Sonntag an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben ist. 

Bischof Peter Kohlgraf: "Beliebter Bischof mit Lebensfreude und Menschlichkeit"

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann in einer sehr persönlichen Erklärung gewürdigt. "Mit Kardinal Karl Lehmann verlieren wir wirklich eine große Persönlichkeit, einen großen liebenswerten Menschen", sagte Kohlgraf am Sonntag vor Journalisten in Mainz.

Die Reaktionen in der vergangenen Woche, als das Bistum über den kritischen Gesundheitszustand Lehmanns berichtet hatte, seien «überwältigend» gewesen. Viele Menschen trauerten nun. Lehmann sei jedoch "gut vorbereitet und in innerem Frieden" gestorben. Der Kardinal habe zudem ein "geistliches Testament hinterlassen", um zu beschreiben, "was ihn innerlich bewegt hat". Über dessen Inhalt könne er aber im Moment noch nichts sagen, so Kohlgraf. 

In den Jahrzehnten als Mainzer Bischof und Vorsitzender der Bischofskonferenz habe Lehmann die Herzen vieler Menschen erreicht und sich hohen Respekt erworben. "Liebevoll nennen ihn die Gläubigen der Diözese Mainz 'unseren Karl', sagte Kohlgraf. Mit einem "weiten Herzen und einem klaren Blick für die Themen der Menschen" habe Lehmann sein Bischofsamt ausgeübt. Kohlgraf fügte hinzu: "Wir werden seiner stets in Hochachtung und Liebe gedenken." 

Kondolenz von Kardinal Woelki

"Heute erreichte mich die Nachricht, dass Gott den emeritierten Bischof von Mainz und langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, zu sich gerufen hat.

Mit tief empfundener Trauer gedenke ich des Verstorbenen, der viele Jahre lang die katholische Kirche in Deutschland entscheidend geprägt hat. Kardinal Lehmann war ohne Zweifel nicht nur ein exzellenter theologischer Denker. Er war darüber hinaus eine Persönlichkeit der Kirche, die davon überzeugt war, dass die Kirche ihren Ort in der Mitte der Gesellschaft haben muss und im Gespräch mit ihr stehen soll. Durch seine besondere Gabe, auch komplexe theologische Fragen einfach darstellen zu können, hat er immer wieder den Austausch mit allen Menschen gleich welcher Weltanschauung gefördert.

Besonders in dieser Rolle als den Menschen zugewandter Seelsorger, der den Dialog befördert, wird uns Kardinal Lehmann noch lange als Vorbild in Erinnerung bleiben. Im festen Vertrauen und Glauben an die Auferstehung Christi bin ich davon überzeugt, dass jetzt auch Karl Kardinal Lehmann in Gott vollendet ist."

Reinhard Kardinal Marx: "Großer Kirchenmann und Freund"

Die Deutsche Bischofskonferenz sei Kardinal Lehmann zu großem und weit über seinen Tod hinausreichenden Dank verpflichtet, betonte Marx. Mehr als zwei Jahrzehnte habe dieser die Geschicke der Deutschen Bischofskonferenz als deren Vorsitzender geleitet. "Die persönliche Wertschätzung, die er jedem Gesprächspartner gegenüber zeigte, sein unglaubliches Gedächtnis – Karl Lehmann vergaß nichts – und seine theologische Weite waren glückliche Jahre für unsere Bischofskonferenz."

Die ökumenische Annäherung sei Lehmann ein theologisches und geistliches Herzensanliegen gewesen, führte Marx aus. Nicht selten habe er sich dazu in vertraulichen Runden mit den Verantwortlichen der Evangelischen Kirche in Deutschland getroffen. Die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung 1999 gehe wesentlich auf das Verhandlungsgeschick Karl Lehmanns zurück.

"Kardinal Lehmann war ein beeindruckender Mensch und vorbildlicher Geistlicher, dessen Engagement und Arbeit national und international ungezählte Ehrungen erfuhren", erklärte Marx. "Vor allem war Karl Lehmann Priester, Seelsorger und Bischof, ein begnadeter Theologe und ein guter Freund."

Erfurts Bischof Ulrich Neymeyr zu seinem vertrauensvollem Verhältnis zu Kardinal Lehmann

Erfurts katholischer Bischof Ulrich Neymeyr hat Kardinal Karl Lehmann als einen "nicht nur theologisch höchst gebildeten Kirchenmann mit einer tief verwurzelten Frömmigkeit" gewürdigt. Lehmann habe über "unglaublich viele Verbindungen in die Gesellschaft" verfügt und dabei nie den Blick für den einzelnen Menschen verloren. "Ich selbst trauere um einen guten väterlichen Freund. Das Bistum Erfurt trauert um einen großen Mann der katholischen Kirche in Deutschland, der immer auch ein waches Gespür für die Besonderheiten der Katholiken in der ostdeutschen Diaspora hatte", sagte Bischof Neymeyr, der selbst aus dem Bistum Mainz stammt.

Als Karl Lehmann 1983 dort Bischof wurde, arbeitete Neymeyr gerade ein Jahr als Kaplan. "Während meiner ganzen Zeit als Priester und als Weihbischof in Mainz war Kardinal Lehmann mein Bischof." Trotz vielfältiger Aufgaben und Verpflichtungen für die Deutsche Bischofskonferenz sei Lehmann stets auch im Bistum Mainz präsent gewesen. "Dank seines hervorragenden Gedächtnisses für Menschen und ihre Geschichten, kannte er die Priester seines Bistums sehr gut", erinnert sich Neymeyr. Dies habe ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zum Bischof wachsen lassen.

Bischof Bode: Dankbarkeit für das Bischofsamt

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann als "großen Theologen der Nachkonzilszeit und eine der prägendsten Gestalten der Kirche in Deutschland" gewürdigt. "Ich trauere um Kardinal Lehmann, weil wir uns persönlich häufig ausgetauscht haben und ich ihm viel für meinen bischöflichen Dienst verdanke", erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag in Osnabrück.

"Ich war rund 25 Jahre gemeinsam mit ihm in der Bischofskonferenz – er hat sicher wesentlich dazu beigetragen, dass ich Bischof von Osnabrück wurde."

Erzbischof Koch: Einsatz für die Einheit

Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch bekundete besondere Dankbarkeit dafür, dass der Mainzer Bischof als Vorsitzender der Bischofskonferenz mit großer Ruhe, Besonnenheit und Entschiedenheit die katholische Kirche in Deutschland durch bewegte Zeiten geführt habe "und sich stets für deren Einheit eingesetzt hat", erklärte Koch in Berlin.

Bischof Feige: Zusammenführung der Ost- und West-Bischofskonferenzen

Auch der Magdeburger Bischof Gerhard Feige würdigte die Verdienste von Kardinal Lehmann um die Kirche in Ostdeutschland. "Die Zusammenführung der beiden deutschen Bischofskonferenzen nach der Wende hat Kardinal Lehmann maßgeblich vorangetrieben", erklärte Feige in Magdeburg. Lehmann habe die Geschicke der Bischofskonferenz "mit Herzlichkeit und Offenheit, vor allem mit Lust an der theologischen Debatte" gelenkt, so der Bischof. Er sei bis zuletzt Professor der Theologie geblieben. "Es war erstaunlich, mit welchen Vorträgen und Ideen er die Bischofskonferenz immer auf dem Laufenden der Forschung hielt."

Bischof Genn: Kirchengeschichtliche Ära zusammen mit Kardinal Meisner

Nach dem Tod des früheren Kölner Kardinals Joachim Meisner im vergangenen Jahr markiere der Tod des früheren Mainzer Bischofs Lehmann "ebenfalls das Ende einer kirchengeschichtlichen Ära, die er ganz wesentlich mitgestaltet und geprägt hat", erklärte Münsters Bischof Felix Genn. "Zwei unterschiedliche Bischofsgestalten, die bisweilen auch wie Antipoden gewirkt haben, haben nun ihre Vollendung beim Herrn gefunden." Lehmann habe sich nicht gescheut, "sich in allen Auseinandersetzungen dieser immer mehr säkularisierten Zeit für die Verkündigung des Evangeliums einzusetzen".

Erzbischof Heße: "prägende Gestalt des deutschen Katholizismus"

Als "prägende Gestalt des deutschen Katholizismus" hat der Hamburger Erzbischof Stefan Heße Kardinal Karl Lehmann gewürdigt. "Ich habe an ihm vor allem seinen weiten theologischen Horizont und seine menschliche Wärme geschätzt", erklärte Heße am Sonntag in Hamburg. "Wenn andere Bischöfe bei Konferenzen ihre Akten auf den Tisch packten, hatte er einen Stapel theologischer Bücher dabei." Heße erinnerte auch daran, wie er als junger Bischof von Lehmann begrüßt wurde: "Das war ganz ohne Dünkel, herzlich, offen und zugewandt."

Ruhrbischof Overbeck: "Wandelndes Lexikon des Zweiten Vatikanischen Konzils"

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck bezeichnete Lehmann als einen der "intellektuellen Köpfe der Bischofskonferenz". Mit seiner ruhigen und ausgleichenden Art sei es dem langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz immer wieder gelungen, gemeinsame Positionen der Bischöfe zu erarbeiten. Overbeck verwies darauf, dass Lehmann das Zweite Vatikanische Konzil noch persönlich erlebt hatte. "Er war zweifellos ein wandelndes und kommentierendes Lexikon dieses Konzils", so der Ruhrbischof. Die Ökumene habe ihm besonders am Herzen gelegen.

Bischof Bätzing: "Mann des Dialogs"

Bischof Dr. Georg Bätzing würdigt Lehmann als einen Mann des Dialogs, dem die Verbundenheit mit den Menschen ein Herzensanliegen gewesen sei. "Durch sein theologisches Arbeiten, seine Predigten und durch seine pastorale Art wollte er die Menschen als Gläubige mit der Kirche verbinden", sagt der Bischof von Limburg. Lehmann habe immer wieder Kontaktpunkte zwischen Kirche und Gesellschaft gesucht. Er sei für Wissenschaftler, Politiker und Vertreter aus Wirtschaft und Arbeitswelt ein gesuchter Gesprächspartner gewesen, weil er die gemeinsamen Anliegen zur Sprache bringen und durch sachgerechte Diskussionen vermitteln konnte. Zudem sei Lehmann ein humorvoller, freundlicher und zugewandter Mensch gewesen. 

Bischof Ackermann: "Vom Glauben getragene Heiterkeit"

Als "große Persönlichkeit der Kirche der Nachkonzilszeit" würdigte der Trierer Bischof Stephan Ackermann den Kardinal. Charakteristisch sei Lehmanns Offenheit für die Fragen der Zeit und seine Neugier auf das Leben gewesen, so Ackermann. Eindrucksvoll sei Lehmanns vom Glauben getragene Heiterkeit gewesen sowie seine Freude, unter Menschen zu sein.

ZdK-Präsident Sternberg: "Herausragender Kirchenführer"

Als prägende Persönlichkeit der katholischen Kirche in Deutschland hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann gewürdigt. "Mit Kardinal Lehmann verliert die katholische Kirche einen herausragenden Kirchenführer der letzten Jahrzehnte, einen beliebten und umsichtigen Bischof, einen hoch anerkannten Wissenschaftler und nicht zuletzt einen großen Menschenfreund", erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Sonntag in Bonn.

Lehmann habe die Kirche immer als Gemeinschaft verstanden und sei ein großer Förderer des ZdK gewesen. "Der Leitbegriff des Konzils 'Communio' wurde für ihn theologisches und kirchpolitisches Programm; immer suchte er den Konsens im fairen Dialog." Zugleich sei er ein umfassend gebildeter Theologe und Wissenschaftler gewesen, dessen Wort in der ganzen Welt mit Aufmerksamkeit und Respekt gehört wurde. "Er war außerordentlich belesen, sein Bücher- und Lesehunger war legendär."

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm: "Wichtiger Ansprechpartner und Mitstreiter"

„Ich bin sehr traurig über die Nachricht vom Tod Kardinal Lehmanns. Seine freundschaftliche Zugewandtheit hat ihn mir bei unseren Begegnungen in den letzten Jahren auch persönlich sehr nahe gebracht. Für die evangelische Kirche war er in den vergangenen Jahrzehnten ein ganz wichtiger Ansprechpartner und Mitstreiter für das ökumenische Miteinander. Wir werden ihn alle sehr vermissen. Ich vertraue darauf, dass er in Gottes Hand geborgen ist und jetzt schauen darf, woran er geglaubt hat“, sagt Heinrich Bedford-Strohm zum Tod von Kardinal Lehmann.

Präsides der Evangelischen Kirche der Pfalz und im Rheinland: Christian Schad und Manfred Rekowski

"In großer Trauer nehmen die Evangelische Kirche der Pfalz und ich selbst Abschied von Karl Kardinal Lehmann. Indem wir Gott für sein erfülltes Leben danken, gedenken wir seiner in Hochachtung und Respekt angesichts seines Wirkens für unsere Kirchen. Persönlich verliere ich einen väterlichen Freund, den ich am vorvergangen Samstag (3. März) noch auf seiner letzten Reise begleiten durfte", so Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche, Christian Schad, der Pfalz mit Sitz in Speyer.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Manfred Rekowski, nannte Lehmann "einen Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft sowie zwischen den Konfessionen". Er habe den Diskurs über das Zusammenleben und den Zusammenhalt der Gesellschaft leidenschaftlich geführt. "Als weltoffener Bruder im Glauben und als wacher Zeitgenosse war er immer ein anregender Gesprächspartner mit Humor und Bodenständigkeit, Gerechtigkeitssinn und sozialem Gewissen", so Rekowski in einem Beileidsschreiben. Er denke "gerne an die stets von Offenheit und Herzlichkeit geprägten Begegnungen zurück".

Zentralrat der Juden: Einsatz für gutes Verhätnis zwischen Christen und Juden

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den Beitrag des verstorbenen Kardinals Karl Lehmann zur Versöhnung zwischen Juden und Christen gewürdigt. "Mit hoher Sensibilität und Klugheit hat sich Kardinal Lehmann stets für ein gutes Verhältnis von Christen und Juden eingesetzt", erklärte die Vertretung der jüdischen Gemeinden am Sonntag in Berlin. "Dabei gelang es ihm auch, Missverständnisse oder Unstimmigkeiten auszuräumen."

Der Zentralrat würdigte insbesondere, dass die Deutsche Bischofskonferenz unter seiner Leitung eine deutliche Absage an die Judenmission formuliert habe. "Kardinal Lehmann gehörte zu jenen Vertretern der katholischen Kirche, die einen besonders wichtigen Beitrag zur Versöhnung leisteten und fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft standen."

Weltkirchliche Werke, "Wir sind Kirche" und Jugendverband BDKJ

Als großen Rückhalt für die weltkirchlichen Werke bezeichneten das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und missio Aachen den gestorbenen Mainzer Bischof. "Wir sind dankbar für die Unterstützung, die die weltkirchlichen Hilfswerke immer wieder durch ihn erfahren durften", erklärte der Präsident beider Werke, Klaus Krämer. Lehmann habe bewusst gemacht, dass Solidarität ein unverzichtbarer Schlüssel für den Frieden in einer zerrissenen Welt sei.

Die Kirchen-Volks-Bewegung "Wir sind Kirche" würdigte den Kardinal als einen Ausnahmetheologen, der sich zeitlebens mit großem Engagement für die Erneuerung der Kirche auf dem Kurs des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Würzburger Synode eingesetzt habe.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lobte, der Kardinal sei immer wieder Ohr und Stimme für die Anliegen junger Menschen gewesen.

Bundespräsident Steinmeier: "Mann klarer Worte"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zum Tod von Kardinal Lehmann kondoliert. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und als Bischof von Mainz habe der Kardinal über viele Jahre das Bild der katholischen Kirche in Deutschland maßgeblich mitgeprägt, erklärte Steinmeier am Sonntag in Berlin. "Er war ein Mann klarer Worte, der bei aller Nachdenklichkeit und Konzilianz auch die politische Kontroverse nicht scheute, wenn es um zentrale Fragen des Zusammenlebens in Staat und Gesellschaft ging."

Steinmeier betonte, der ökumenische Dialog habe dem Kardinal immer am Herzen gelegen. "Er war einer der wichtigen Brückenbauer zwischen den Konfessionen und Religionen. Dass er dabei nicht nur den eigenen Kräften vertraut hat, sondern auch mit der Gnade Gottes rechnete, merkten die Menschen, die ihm begegneten." Der Bundespräsident erinnerte auch an die Zuversicht und das ansteckende Lachen, das Lehmann ausgezeichnet habe. "Jedes Gespräch mit ihm war eine Bereicherung, sein Rat für mich von besonderem Wert."

Bundeskanzlerin Merkel: "Große intellektuelle Kraft"

Als Menschen mit bodenständiger Lebensfreude und großer intellektueller Kraft hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann gewürdigt. Er sei ein prägender Kopf der katholischen Kirche in Deutschland gewesen, erklärte sie am Sonntag in Berlin. "Die große öffentliche Anteilnahme der letzten Tage an seinem Leiden hat gezeigt, wie sehr die Gläubigen ihren alten Bischof ins Herz geschlossen haben."

Sie denke mit tiefer Dankbarkeit "an unsere guten Gespräche und Begegnungen über viele Jahre", erklärte die Kanzlerin. Lehmann sei "ein begnadeter Vermittler, zwischen den deutschen Katholiken und Rom, im Geist der Ökumene zwischen den christlichen Kirchen, genauso aber zwischen Christen und den Gläubigen anderer Religionen" gewesen.

Außenminister Sigmar Gabriel: "Keine Angst vor Denkverboten"

Gabriel (SPD) erklärte, Lehmann sei ein "großartiger Mensch und ein großer und streitbarer Theologe" gewesen, der "keine Angst vor neuen Themen und Denkverboten, keine Berührungsängste mit Menschen hatte und stets für klare Worte und Taten stand". Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles, sagte, Deutschland verliere einen weltoffenen Geistlichen und Universalgelehrten. "Kardinal Lehmann war ein großer Menschenfreund und Reformer, der in der Gesellschaft breite Akzeptanz und durch sein Wirken und seine Sprache Gehör gefunden hat."

Bundestagspräsident Schäuble: "Ermutigendes Beispiel"

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat den verstorbenen Kardinal Lehmann als ermutigendes Beispiel für ein weltoffenes, lebensbejahendes Christentum gewürdigt. Die katholische Kirche verliere mit ihm "einen den Menschen stets zugewandten Seelsorger und großen Gelehrten", erklärte der CDU-Politiker am Sonntag in Berlin.

Als Bischof von Mainz und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sei Lehmann ein hoch angesehener Brückenbauer, ein Förderer der Ökumene und Mann des Dialogs zwischen Kirche, Gesellschaft und Politik gewesen. "Allen, die ihn persönlich erlebten, wird er als bescheidener, humorvoller und kluger Gesprächspartner in Erinnerung bleiben."

Landesregierungen Rheinland-Pfalz und Hessen kondolieren

Lehmann habe Maßstäbe für einen weltoffenen Katholizismus gesetzt, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). "Er stand in Treue zur Kirche, aber vor allen Dingen zu den Menschen. Kardinal Lehmann hatte stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Anliegen."

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betonte, Lehmann werde "dieser Welt als authentischer Repräsentant und Erneuerer der katholischen Kirche fehlen". Der langjährige Bischof von Mainz und Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz starb am frühen Sonntagmorgen im Alter von 81 Jahren in Mainz.

Dreyer erinnerte an Lehmanns Engagement in der Flüchtlingskrise, hier habe er "Maßstäbe der Nächstenliebe" gesetzt. Als Bischofskonferenz-Vorsitzender habe er die katholische Kirche in der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt. "Er hat Brücken gebaut zwischen verschiedenen Konfessionen, zwischen verschiedenen Religionen und auch zwischen Kirche und Politik", so die Ministerpräsidentin. Bouffier erinnerte an Lehmanns Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen.

Über Parteigrenzen hinweg sei der Kardinal ein "geistig und geistlich bereichernder Gesprächspartner" gewesen. "Ich trauere aufrichtig um ihn", sagte Bouffier.

Frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Vogel: "Zwei Leben in einer Person"

(CDU) sagte, Lehmann habe "zwei Leben in einer Person verwirklicht: Er war ein herausragender Wissenschaftler und gleichzeitig eine den deutschen Katholizismus 40 Jahre prägende Figur". Lehmann sei "in jeder Hinsicht bemerkenswert" gewesen, sagte Vogel der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Mit ihm führte ich über Jahrzehnte die interessantesten und inhaltsreichsten Gespräche."

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