Zisterzienser-Mönche des Stiftes Heiligenkreuz
Zisterzienser-Mönche des Stiftes Heiligenkreuz
Kloster Neuzelle
Kloster Neuzelle

11.11.2016

Zisterzienser wollen Kloster Neuzelle besiedeln Neue Leute - bewährtes Konzept

Nach rund 200 Jahren sollen wieder Mönche in das brandenburgische Kloster Neuzelle einziehen. Zisterzienser des österreichischen Stifts Heiligenkreuz wollen die Anlage wiederbesiedeln. Das Konzept dahinter ist jedoch nicht neu.

domradio.de: Klöster werden in Europa ja eher geschlossen. Sie eröffnen aber eines, das seit 200 Jahren nicht mehr zu diesem Zweck genutzt wird. Wie kommt Ihr Orden dazu?

Pater Johannes Paul (Stift Heiligenkreuz im Wienerwald): Eingeladen hat uns der Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt., diese wunderschöne, alte, barocke Klosteranlage Neuzelle wiederzubeleben. Natürlich hat er geschaut, wo es eine Gemeinschaft gibt, die das auch schaffen kann und genügend Leute hat. Da hat er uns gefunden, ausgesucht und angefragt. Es gab viele Gespräche im Vorfeld, die dann dazu geführt haben, dass wir gestern entschieden haben, das zu machen und zu wagen. Wir gehen jetzt also in den Nordosten von Deutschland.

domradio.de: Die Gemeinde ihres Stiftes wächst. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich heute. Sind die Menschen in Österreich einfach noch empfänglicher für christliche Botschaften oder ist Ihre Glaubensgemeinschaft einfach anders?

Pater Johannes Paul: Heiligenkreuz hat das Glück und den Segen, wirklich sehr, sehr viel Nachwuchs zu haben. Man kann auch sagen, wir haben sehr viele gute Leute. Wir haben beschlossen, wenn wir eine Neugründung machen, dann wollen wir auch fähige, gute und talentierte Mitbrüder dort hinschicken, die dort auch etwas aufbauen können und eine stabile Gemeinschaft etablieren. Es gibt, glaube ich, viele Gründe, warum das so ist. Ich weiß es nicht genau zu beantworten, ob es an Österreich liegt, weil ich Deutschland nicht so gut kenne. Ich kann aber sagen, dass wir aus dem ganzen deutschen Sprachraum Leute bei uns haben. Wir haben auch Mitbrüder aus Deutschland, die zu uns kommen, aber natürlich auch viele Österreicher. Derzeit liegt das Verhältnis in etwa bei 50 zu 50 Prozent zwischen Deutschen und Österreichern. Ich glaube auch, dass sich das kirchliche Leben sehr viel internationaler gestaltet, als früher noch. Die Menschen müssen jetzt nicht mehr in das Kloster eintreten, das nur zehn Kilometer von ihrem Wohnort entfernt liegt, sondern können ohne weiteres mit dem Flugzeug oder mit dem Zug zu uns kommen und sich unser Kloster anschauen. Stift Heiligenkreuz ist bekannt und hat einen Namen. Wer sich heute als junger Mensch für dieses Leben interessiert, kommt schnell einmal nach Heiligenkreuz.

domradio.de: Und jetzt geben Sie sozusagen ein paar ihrer Mönche ab, die Sie in Südbrandenburg ansiedeln?

Pater Johannes Paul: Es wird nicht morgen oder übermorgen eine fixe Gemeinschaft in Brandenburg entstehen. Das wird noch einiges an Zeit dauern und da wird es auch noch viele Gespräche mit der dortigen Diözese, mit der staatlich verwalteten Stiftung, mit der Pfarrgemeinde, mit der politischen Gemeinde und den Menschen, die dort leben, geben. Ziel ist es, dass im Jahr 2018 ein Priorat gegründet wird. Das ist eine Art Filiale, eine Außenstelle unseres Klosters. Da heißt, die gehören dann rechtlich noch zu uns. Es werden acht Mitbrüder sein, die nach Neuzelle gehen und dort das klösterliche Leben beginnen.

domradio.de: Gibt es denn schon Konzepte für das neue Kloster? Sind die Mönche auch missionarisch unterwegs?

Pater Johannes Paul: Ein Konzept haben wir bereits seit dem Jahr 1133 und das lautet: beten und arbeiten. Das kommt aus der Regel des Heiligen Benedikt. Das Gebet ist sicherlich das, was an erster Stelle steht. Genauer gesagt ist es das heilige Chorgebet, die Liturgie, die den Vorrang Gottes zum Ausdruck bringt und damit verbunden sehr viel Offenheit für Gäste, Gastfreundschaft und offene Türen zeigt. Menschen, die sich dafür interessieren, die Gott kennenlernen möchten, die Gott erfahren möchten, die unser Leben kennenlernen möchten, sind herzlich willkommen. Dann wird sich im Laufe der Zeit vieles ergeben, bei dem man sieht, wo es Bedürfnisse gibt. Es gibt dort ja auch eine große Wallfahrt, es kommen viele Gruppen dorthin. Es gibt dort eine Pfarrei, in der man in der Pfarrseelsorge tätig sein kann. Ich denke, dass insgesamt ein großes, breites Tätigkeitsfeld existiert. Aber ich glaube nicht, dass wir ein starres, fixes Konzept haben, sondern schauen, was die Zeit für Anforderungen bringt.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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