Bischof Franz-Josef Bode
Bischof Franz-Josef Bode wird 65 Jahre alt

16.02.2016

Osnabrücks Bischof Bode wird 65 Jahre alt Hirte mit Humor und Hang zum Andersdenken

Er war bei praktisch allen wichtigen kirchlichen Entscheidungen der vergangenen Jahre dabei: Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode. Am Dienstag wird er 65 Jahre alt.

Seine Rede zum 20-jährigen Jubiläum als Osnabrücker Bischof im November trug das Motto "Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu". Dabei hoffen viele, dass Franz-Josef Bode genauso bleibt, wie er ist: Ein Hirte mit Humor und Mut zum Andersdenken. Am Dienstag wird der populäre Kirchenmann 65 Jahre alt.

Seit über 20 Jahren Bischof im Bistum Osnabrück

Bode macht immer wieder mit Vorstößen für eine zeitgemäße, den Menschen zugewandte Kirche von sich reden. Seit über 20 Jahren steht der gebürtige Ostwestfale den rund 570.000 Katholiken im Bistum Osnabrück vor. Als der damalige Paderborner Weihbischof am 26. November 1995 an die Spitze der niedersächsischen Diözese rückte, war er mit 44 Jahren Deutschlands jüngster Diözesanbischof.

Bischof nach Maß

Sein Amt als katholischer "Jugendbischof" übte Bode 14 Jahre lang mit Humor und großer Anziehungskraft aus; bei seiner Zielgruppe war er schlicht "BiBo". Inzwischen ist er Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz und zeigt sich auch hier offen und gesprächsbreit, kann zuhören und legt Wert auf regelmäßigen Kontakt zur "Alltagswelt". Für viele ist der ruhig und bescheiden auftretende Theologe damit ein Bischof nach Maß.

Bode wurde am 16. Februar 1951 in Paderborn geboren und wuchs im Dorf Etteln auf, zusammen mit vier älteren Schwestern - ein Umstand, den er gerne dankbar hervorhebt. Nach dem Theologiestudium in Paderborn, Regensburg und Münster folgte 1975 die Priesterweihe. Als Präfekt im Paderborner Theologenkonvikt begleitete Bode die Priesteramtskandidaten. Der Titel seiner Dissertation "Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott" ist bis heute ein für Bode gültiges Motto.

Teilnehmer der Familiensynode 2015

Bode ist bei weitem kein "Lautsprecher" innerhalb der Bischofskonferenz. Doch erlangte er durch seine Aufgaben und sein beherztes Handeln an entscheidenden Stellen Achtung über deutsche Grenzen hinaus. So war er maßgeblich am Erfolg des Weltjugendtags 2005 in Köln beteiligt. Und als das Bistum Essen vor dem Katholikentag 2008 seine Gastgeberrolle aus finanziellen Gründen zurückzog, sprang er in die Bresche. Ebenso arbeitete er mit in der Steuerungsgruppe des Dialogprozesses der Bischofskonferenz und war gewähltes Mitglied der deutschen Sprachgruppe bei der Vatikanischen Familiensynode im vergangenen Oktober.

Wertschätzung für die Laien

Seine unaufgeregt offene Haltung wird immer wieder durch Gesten deutlich: So leistete der zuweilen fast schüchtern wirkende Bode im Advent 2010 in einem Bußgottesdienst im Dom stellvertretend Abbitte für die Missbrauchsfälle in seinem Bistum. 2002 war er der erste Bischof in Deutschland, der eine Frau mit der Leitung des Seelsorgeamtes betraute. Und von Wertschätzung für die Laien spricht er nicht nur. Er gibt ihnen tatsächlich großen Gestaltungsspielraum, indem er sie an wichtigen Entscheidungen beteiligt.

In Teilen der Kirche eckt der Bischof mit seiner Art aber gelegentlich an: Wenn er etwa den Diakonat für die Frau ins Gespräch bringt. Auch sein Bedauern darüber, dass das von der deutschen Sprachgruppe vorgeschlagene "Schuldbekenntnis" keine Mehrheit für den Schlusstext der Familiensynode fand, mag einige irritiert haben. Es ging um ein Schuldeingeständnis der Kirche wegen Unbarmherzigkeiten bei der Auslegung der katholischen Morallehre unter anderem gegenüber ledigen Müttern, Homosexuellen, Geschiedenen und Wiederverheirateten. Bodes bleibendes Credo: Kirche muss die Lebensrealität der Menschen berücksichtigen.

Geburtstag während der Bischofskonferenz

Seinen Geburtstag verbringt Bode im Kreise seiner Bischofskollegen bei der Frühjahrsvollversammlung in Kloster Schöntal. Bei der Feier seines 60. vor fünf Jahren kam deutlich die Sorge der Osnabrücker Katholiken um den Verbleib ihres beliebten Oberhirten zum Ausdruck.

Tatsächlich gibt es kaum eine Bischofsvakanz in Deutschland, für die Bode nicht gehandelt wurde oder wird. Und aufgrund anstehender altersbedingter Rücktritte von Kollegen bleibt das Stellenangebot für Bischöfe ansehnlich. Ob Bode die letzten zehn Jahre bis zum vorgeschriebenen Ruhestand in Osnabrück verbringt, bleibt abzuwarten. Das Zeug für "Größeres" habe er, bescheinigen ihm viele.

Sabine Kleyboldt
(KNA)

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