01.10.2014

Trierer Diözesansynode geht in ihre dritte Vollversammlung Beratung im Saarbrücker E-Werk

Ab Donnerstag beraten rund 280 Geistliche und Laien über die Zukunft des Bistums Trier. Es geht bei der Synode um die Gestalt von Gemeinderäten, um Katechese sowie um das missionarische und caritative Wirken der Kirche.

"Jetzt schlägt die Stunde der Sachkommissionen", ließ sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann vernehmen. Das war kurz nachdem die zweite Vollversammlung der von ihm einberufenen Diözesansynode Anfang Mai in Trier nach teils lebhaft und auch kontrovers geführter Debatte zehn Sachkommissionen zu verschiedensten Aspekten kirchlichen Lebens eingerichtet hatte. In die Arbeit dieser Kommissionen wollen die rund 280 Synodalen nun bei ihrer dritten Vollversammlung von Donnerstag bis Samstag in Saarbrücken Einblick nehmen und die bisherigen Ergebnisse beraten.

Dazu kommen sie im E-Werk auf den Saarterrassen zusammen, einer sanierten Industriehalle, in der es sonst vorzugsweise Pop, Klassik und Theater oder auch Firmenevents gibt. Worüber die Synodalen dort beraten und - nimmt man ihre zweite Vollversammlung zum Maßstab - sicherlich auch kontrovers diskutieren werden, präsentiert sich auf einem "Marktplatz der Sachkommissionen", auf dem eine jede von ihnen mit einem Stand vertreten ist. Ihre Themen: "Diakonisches Wirken", "Missionarisch sein", "Zukunft der Pfarrei", "Katechese", "Den Glauben an vielen Orten leben lernen", "Der Sonntag und die Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes", "Gebet und Gottesdienstliche Feiern", "Die Vielfalt der Charismen entdecken und wertschätzen", "Entwicklung der Rätestruktur" und "Wandel der Geschlechterrollen". 

Ein Treffen für "Richtungsentscheidungen"

Eröffnet worden war die von Ackermann Ende Juni 2012 ausgerufene Diözesansynode mit ihrer ersten Vollversammlung Mitte Dezember vergangenen Jahres in Trier. Die Trierer ist die deutschlandweit erste Diözesansynode in diesem Jahrhundert. Anders als Diözesanforen, Diözesanversammlungen oder Dialogveranstaltungen hat eine Synode eine fest definierte kirchenrechtliche Gestalt. Und weil Ackermann eben keine "unverbindlichen Meetings" wollte, sondern "Richtungsentscheidungen" für den Weg des Bistums, rief er eine solche Diözesansynode aus. 

Das Kirchenrecht definiert sie als eine "Versammlung von Priestern und anderen Gläubigen" eines Bistums, die "zum Wohl der ganzen Diözesangemeinschaft den Bischof durch Beratung unterstützt". Als Beratungsorgan des Bischofs - nur er kann eine Diözesansynode einberufen und etwaige Beschlüsse in Kraft setzen - soll sie die bischöfliche Leitung zum Ausdruck bringen und zugleich die diözesane Gemeinschaft in besonderer Weise erfahrbar werden lassen.

Mehr Laien als Kleriker

Die Trierer Diözesansynode zählt mehr katholische Laien als Priester und Diakone. 39 Prozent der Synodalen sind Frauen. Von Amts wegen nehmen der Bischof sowie die Weihbischöfe und der Generalvikar teil, andere Synodale wurden gewählt oder vom Bischof ernannt. Weitere Funktionäre der Bistumsverwaltung nehmen als Zuhörer an den Debatten teil. Nach der nun anstehenden dritten Vollversammlung wird es die vierte vom 14. bis 16. Mai im Raum Koblenz geben. Die fünfte und abschließende ist für Ende nächsten Jahres in Trier vorgesehen.

Nicht zuständig ist eine Diözesansynode für Fragen, die sich der rechtlichen Zuständigkeit eines Diözesanbischofs entziehen. Das gilt etwa für die Frage nach einer Zulassung von Frauen zum Priesteramt.

Zu derartigen Fragen allerdings gibt es anlässlich der Synode mehrere Diskussionsforen. Das erste im Juni in Trier stand unter der Überschrift "Geschieden - Wiederverheiratet". Bei zwei weiteren im kommenden Jahr soll es um die Rolle der Frau in der Kirche und um Fragen der Sexualmoral gehen.

 

Peter de Groot
(KNA)

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