Vorgänger-Bischof Heiner Koch in Dresden
Vorgänger-Bischof Heiner Koch in Dresden

Am 18. Januar 2013 ernannte Benedikt XVI. den Kölner Weihbischof Heiner Koch zum Bischof von Dresden-Meißen.Die feierliche Amtseinführung durch den Metropoliten der Berliner Kirchenprovinz, Rainer Maria Kardinal Woelki, fand am 16. März dieses Jahres in der Dresdener Hofkirche statt.

Solidarität in Dresden
Solidarität in Dresden

04.06.2013

Dresdens Bischof Koch zur Flutkatastrophe "Ein nüchterner Optimismus"

Die Flutwelle rollt Donau und Elbe hinab. Neue Überschwemmungen drohen. Im domradio.de-Interview spricht der Bischof von Dresden-Meißen über die Katastrophe und die Solidarität der Sachsen.

domradio.de: Für den Eucharistischen Kongress sind Sie nach Köln gekommen. Sind Sie ganz froh darum, dass Sie aus der Gefahrenzone heraus sind?

Bischof Koch: Ich bin mit zwiespältigen Gefühlen gefahren, weil ich eigentlich lieber vor Ort wäre. Aber alle haben mir gesagt, ich solle fahren, ich könne sowieso nichts mehr machen. Wir hatten die Vorbereitungen getroffen, was zu tun war, haben wir getan. Es ist eine eigene Dynamik und Spannung in den Städten und Landschaften: Man weiß, das Hochwasser kommt, aber nicht genau, wie hoch und wie. Man hat alles vorbereitet und kann nicht mehr machen, man ist restlos ausgeliefert. Wobei die Gefahr natürlich nicht nur die Flüsse sind, die über die Ufer gehen, da hat man ziemlich große Sicherungsmaßnahmen nach 2002 getroffen. Die Gefahr ist auch, dass das Grundwasser so hoch steigt, dass es in den Städten aus dem Boden überall herauskommt. Das ist die große Sorge.

domradio.de: Was haben Sie denn zuletzt vom Hochwasser in Ihrem Bistum gesehen?

Bischof Koch: Die stark angestiegene Elbe. Aber vor allen Dingen haben wir auch die Bilder aus Prag gesehen, wie dort u.a. die Moldau über die Ufer gegangen ist. Man sah, dass dort die große Katastrophe schon eingetreten war und weiß, dass kommt hier nach Dresden runter.

domradio.de: Sind irgendwelche Gebäude der Kirche vom Wasser bedroht?

Bischof Koch: Ja, allerdings in Gebieten, in denen das Wasser nun schon wieder zurücktritt. In Grimma z.B. ist die Kirche leicht überflutet, in Döbeln ist alles rund um die Kirche unter Wasser gesetzt. Auch in Gera und Leipzig scheint die Gefahr nun vorbei. Nun richtet sich das Augenmerk auf Dresden und Meißen, weil Meißen niedriger liegt, da ist das Wasser in der Altstadt. Gott sei Dank liegt die Kirche etwas erhöht. In Dresden ist der Scheitelpunkt noch nicht erreicht, da bleibt es uns nur, zu hoffen.

domradio.de: Die Kanzlerin hat heute eine unbürokratische Soforthilfe für die Flutgebiete zugesagt, leistet das Bistum Dresden/Meißen auch irgendwelche Hilfen?

Bischof Koch: Natürlich. Wir werden am Sonntag eine große Kollekte haben, im Bistum wird die Situation der Menschen immer gut mitgetragen. Es geht ja hier nicht nur um die Kirchengebäude, sondern um die Solidarität mit den betroffenen Menschen! Ich sprach heute mit einem kleinen Handwerkerbetrieb, der die Flutversicherung nicht zahlen kann, die sind natürlich böse erwischt. Insofern ist die größte Hilfe, die wir hier brauchen für die Menschen, die an den Rand ihrer Existenz kommen. Und da muss ich wirklich sagen: Das ist für viele wirklich eine verzweifelte Lage. Man kann gegen vieles etwas machen, aber gegen Wasser ist man hilflos. Und dann wird aufgebaut, und dann kommt es wieder und wirft die Menschen erneut zurück. Da werden wir helfen. Ich hoffe ein bisschen auch, dass uns einige andere Bischöfe ebenfalls helfen. Die werde ich auf dem Eucharistischen Kongress in dieser Sache angehen. Was wir wirklich brauchen, wird man erst in einiger Zeit sehen, wenn wir wissen, welche Schäden vorliegen.

domradio.de: Was erklären Sie den Gläubigen, wenn Sie nach dem WARUM gefragt werden?

Bischof Koch: Diese Frage ist mir interessanterweise noch gar nicht gestellt worden. Auch weil die Menschen wissen, dass sie eine große Mitschuld tragen z.B. durch die katastrophalen Abholzungen, die Engführung von Flüssen. Man weiß ja schon, dass die Katastrophe nicht nur vom Himmel gefallen ist. Im Übrigen sind die Sachsen sehr nüchtern und realistisch und sagen: "Wir packen das!" Es ist so ein nüchterner Optimismus, der nicht im Hadern bleibt. Das hängt auch damit zusammen, dass die Solidarität 2002 in Sachsen schon sehr groß war. Da sagen die Leute: "Es ist furchtbar, aber wir sind nicht unzuversichtlich, es wird weitergehen!"

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(dr)

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