Bischof Bode bei der Familiensynode
Bischof Bode bei der Familiensynode

29.10.2015

Bischof Bode fordert Folgen aus "Seelsorger-Studie" Andere priesterliche Formen?

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode hat Konsequenzen aus der bundesweiten "Seelsorger-Studie" angemahnt. Es müsse der Kirche zu denken geben, dass ein Viertel der Priester sich nicht wieder für den Zölibat entscheiden würde.

Das sagte Bode am Mittwochabend in der Katholischen Sozialen Akademie "Ludwig-Windthorst-Haus" in Lingen. Deshalb und angesichts des immer deutlicher werdenden Priestermangels müsse auch "über andere priesterliche Formen nachgedacht werden".

Als eine weitere Aufgabe bezeichnete es Bode, Gemeinde- und Sozialreferenten wie auch Diakonen und Priestern wieder Wege zu wichtigen spirituellen Methoden zu erschließen. Wie sollten Katecheten jungen Menschen die Beichte oder das Lesen in der Bibel näherbringen, wenn sie selbst diese nicht mehr praktizierten, fragte der Bischof.

Viele Priester empfinden Zölibat als belastend

Bode kündigte an, die Deutsche Bischofskonferenz werde sich mit der "Seelsorger-Studie" intensiv befassen. Zudem werde er zusammen mit Münsters Bischof Felix Genn, dem Vorsitzenden der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste in der Bischofskonferenz, die Ergebnisse nochmals nach außen kommunizieren. Bode leitet die für die Seelsorge zuständige Pastoralkommission.

Zu zentralen Aussagen der im April vorgestellten Studie "Sorge für die Seelsorgenden" gehörte, dass katholische Seelsorger mit ihrem Leben zufriedener sind als andere Akademiker. Ihre psychische Belastung und Burnout-Gefährdung liege im Durchschnitt. Priester jedoch seien überproportional häufig betroffen. Jeder dritte Priester empfinde zudem den Zölibat als belastend. Für die Studie wurden rund 8.600 Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten befragt.

Nachdenken über alternative Leitungsformen

Neue Formen der Gemeindeführung forderte der Personalchef des Bistums Osnabrück, Domkapitular Ansgar Lüttel. Die Diözese brauche in ihrer derzeitigen Struktur 72 leitende Pfarrer. Die aber werde sie auf Dauer nicht haben. "Wir müssen über alternative Leitungsformen nachdenken." Die Situation sei auch Grund für die psychische Belastung der Priester. Sie fragten sich, wie es mit ihrer Kirche weitergehe. Für viele sei sie nicht mehr dieselbe, für die sie sich einmal entschieden hätten.

Lüttel übte zudem Kritik an der Priesterausbildung. Früher seien Abitur und Theologiestudium verpflichtend gewesen, jetzt gebe es immer mehr Ausnahmen. "Heute werden Männer Priester, die das vor 50 Jahren nie geworden wären", so der Domkapitular.

(KNA)

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