09.12.2019

Theologe Klaus Berger mit Augustin-Bea-Preis ausgezeichnet "Sein Kompass ist das Neue Testament"

Der Neutestamentler Klaus Berger aus Heidelberg, hat den Augustin-Bea-Preis der Internationalen Stiftung Humanum erhalten. Der Professor sei nicht nur Wissenschaftler, sondern bringe auch hervor, was ihn innerlich bewege.

Das teilte die Stiftung am Sonntagabend an ihrem Sitz in Lugano in der Schweiz mit. Der Preis wird seit genau 50 Jahren in unregelmäßigen Abständen vergeben, unter anderem für "hervorragende Verdienste um den Frieden und den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft und um die Verwirklichung einer größeren sozialen Gerechtigkeit".

"Nicht nur ein trockener Wissenschaftler"

Die Auszeichnung ist mit 30.000 Schweizer Franken (27.000 Euro) Preisgeld verbunden. In seiner Festansprache sagte der Kunsthistoriker Josef Nolte, Berger habe sich durch keine Konfession einschränken lassen: "Klaus Bergers Kompass ist das Neue Testament." In der Laudatio betonte Zisterzienserabt Maximilian Heim aus dem österreichischen Stift Heiligenkreuz, Berger sei "nicht nur ein trockener Wissenschaftler", sondern ein Theologe, der über das spreche, was ihn innerlich bewege.

Die Stiftung fördert Personen, Institutionen und Projekte im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Benannt ist der Preis nach dem deutschen Kurienkardinal und Ökumeniker Augustin Bea (1881-1968). Frühere Preisträger waren unter anderen Kardinal Joachim Meisner (2016), der vormalige Kardinal Joseph Ratzinger (1989), Hans Urs von Balthasar, Kardinal Josef Frings, Paul Kirchhof, Anton Rauscher und Erzbischof Johannes Dyba.

60-facher Doktorvater und Erfolgsautor

Berger wurde 1940 in Hildesheim geboren. Ab 1977 wirkte er als Professor für Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg. Mehrere Jahre lehrte er zuvor in den Niederlanden. Er ist 60-facher Doktorvater und Habilitationsbegleiter und verfasste rund 70 Bücher.

Zu seinen Werken gehören die "Theologiegeschichte des Urchristentums" (1994) sowie zuletzt ein zweibändiger Kommentar zur "Apokalypse des Johannes" (2017). Als ein zentrales Anliegen Bergers hebt die Stiftung eine Überwindung von "Einseitigkeiten der historisch-kritischen Exegese zugunsten eines kirchlich-liturgisch verorteten Glaubens" hervor.

(KNA)

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