Symbolbild Nikolausausstattung
Symbolbild Nikolausausstattung

08.10.2020

Bonifatiuswerk hilft Nikoläusen mit Hygieneregeln Über dem Bart eine Maske?

Der Nikolaustag rückt näher: Doch wie sollen sich Nikoläuse in Coronazeiten mit strengen Hygieneauflagen verhalten? Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken bietet Hilfe in einem Onlinekurs. 

DOMRADIO.DE: Normalerweise bildet das Bonifatiuswerk Darsteller in Präsenzkursen aus. Jetzt haben Sie den Nikolauskurs ins Netz verlegt. Wie kann man sich das vorstellen?

Julian Heese (Bonifatiuswerk): Über viele Jahre waren wir jedes Jahr im Europapark zusammen mit dem diözesanen Bonifatiuswerk Freiburg und dem Kolping-Diözesanverband. Dort haben wir vor Ort einen Nikolauskurs angeboten. Das ist in diesem Jahr aus bekannten Gründen nicht möglich, und deswegen gehen wir ins Netz. Über eine Online-Plattform führen wir dann diesen Kurs in diesem Jahr durch, mit besonderem Schwerpunkt auf den Möglichkeiten, wie man unter Corona-Bedingungen den Nikolausbesuch durchführen kann.

DOMRADIO.DE: Da wollen Sie die Nikoläuse fit machen für Besuche auf Abstand. Müssen die dann wirklich Masken tragen über dem Bart?

Heese: Unser Seminar heißt, mit einem Augenzwinkern, "der heilige Nikolaus mit Bart- und Mundschutz". Wichtig ist, dass die Hygieneregeln natürlich eingehalten werden. Als Faustformel kann man sich ja auf die Fahnen schreiben: immer eine Bischofsstablänge Abstand.

DOMRADIO.DE: Und wie sieht es mit der Maske aus?

Heese: Die sollte man natürlich auch tragen, insbesondere wenn man Hausbesuche durchführt. Das kann man aber sogar ganz gut, wenn man die unter dem Bart trägt. Das fällt dann gar nicht auf. Der Vorteil ist ja: Die Barthaare des Kunstbartes landen dann nicht im Mund, sondern werden von der Maske abgehalten.

DOMRADIO.DE: Ist das nicht ein bisschen klaustrophobisch für die Nikolausdarsteller? Eine Maske und dann Bart darüber: Haben Sie das mal getestet?

Heese: Das habe ich getestet. Ja, war nicht so angenehm, klar. Aber ich glaube trotz allem können wir damit leben als Nikoläuse, dass wir eine Maske tragen, wenn dadurch der Nikolausbesuch nicht ausfällt. Das ist ja ein großes Anliegen, dass Nikolaus trotz Corona stattfinden kann.

DOMRADIO.DE: Der Nikolaustag, das steht einfach fest, wird in diesem Jahr ganz sicher anders sein als sonst. Haben Sie, abgesehen von Mundschutz und Stablänge Abstand noch kreative Ideen an der Hand, wie dieser besondere Tag für Kinder und auch für die Nikoläuse trotzdem toll werden kann?

Heese: Das werden wir im Seminar thematisieren: Wie geht Nikolaus unter den aktuellen Hygienebedingungen? Oder, wie können wir Nikolaus auch einmal ganz anders feiern? Beispielsweise, dass der Nikolaus durch die Straßen geht und dort Nikoläuse verteilt. Wenn man mal in die Legenden des heiligen Nikolaus schaut: Der hat auch nicht immer mit Kontakt geholfen, sondern durchaus auch auf Distanz. Wenn wir zum Beispiel an die Legende der drei Jungfrauen denken, wo der Nikolaus durch ein Fenster drei Klumpen aus Gold schmeißt. Dort hat Nikolaus kontaktlos geholfen. Das kann durchaus ein Vorbild sein für den diesjährigen Nikolaustag, den wir unter besonderen Bedingungen durchführen.

DOMRADIO.DE: Was würden Sie sagen: Kann darin vielleicht sogar eine Chance liegen, wenn Nikoläuse im Corona-Modus losziehen?

Heese: Auf jeden Fall. Ich denke mal, dass wir durch die Corona-Pandemie den Jahreslauf, das, was wir jedes Jahr haben, sei es der Nikolaustag oder auch Sankt Martin, nochmal besonders zu schätzen wissen. Und dass wir in diesem Corona-Jahr die Botschaft des Nikolauses nochmal wirklich deutlich werden lassen können und auch zu schätzen lernen: "Stehe den Benachteiligten bei, schütze das Leben, lass Nächstenliebe konkret werden und bleibe trotz allem in Kontakt mit Gott und den Menschen". 

DOMRADIO.DE: Gibt es noch Plätze im Nikolaus Online-Kurs?

Heese: Die gibt es: der Kurs findet am Freitag statt, von 17 bis 18:30 Uhr, online. Wer sich noch anmelden möchte, kann das gerne noch bis morgen Abend. Unter Anmeldung.Nikolaus@Bonifatiuswerk.de - wir freuen uns über jeden Teilnehmer.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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