Hohenzollerngruft im Berliner Dom
Hohenzollerngruft im Berliner Dom

14.02.2020

Grabstätte der Hohenzollern soll im Berliner Dom renoviert werden Hohenzollern-Gruft erstrahlt bald in neuem Glanz

Viele Mitglieder der Hohenzollernfamilie sind im Berliner Dom begraben. Nun soll die Gruft aufwändig saniert werden und in neuem Glanz erstrahlen. Besuchern werden außerdem umfangreiche Informationen angeboten.

Rund 765.000 Besucher hat Deutschlands bedeutendste herrschaftliche Grabstätte im vergangenen Jahr verzeichnet. Und doch führt die Hohenzollerngruft im Berliner Dom buchstäblich ein Schattendasein unter dem über 100-jährigen Kuppelbau, dem bundesweit größten evangelischen Gotteshaus. 94 teilweise prunkvolle Särge der preußisch-deutschen Dynastie stehen bislang in trübem Dämmerlicht. Das soll sich bald ändern.

Am 1. März startet eine umfassende Sanierung der Gruft und ihrer Zugänge. Dazu gehört ein neues Beleuchtungskonzept. Es wird das ausgedehnte Gewölbe zwar nicht durchweg erhellen, aber Details der Sarkophage aus Stein, Metall oder Holz ins rechte Licht rücken, wie Domarchitektin Sonja Tubbesing am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts erklärte.

Ein umfassendes Bauprojekt

Auch um den Erhalt der Särge vom Ende des 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts steht es nicht zum Besten. Vor allem während der Sommertage treibt Besucherschweiß die Raumfeuchtigkeit in die Höhe. An den Särgen bildeten sich Schimmel und Risse, Farbschichten platzten ab. Das Projekt soll auch dazu beitragen, das Raumklima spürbar zu verbessern. Mit der Präsentation der Gruft insgesamt ist die Domgemeinde ebenfalls unzufrieden. Die meisten Besucher - 80 Prozent aus dem nichtdeutschsprachigen Ausland - haben kaum Ahnung von brandenburgisch-preußischer Geschichte. Auf dem Weg in die Tiefe erfahren sie bislang nur wenig davon, entsprechend viele Fragen hört das Aufsichtspersonal. Dem soll ein neu gestalteter Eingangsbereich mit Informationen zu den bestatteten Königen, Kurfürsten und ihren Angehörigen abhelfen, wie Birgit Walter, die Kuratorin dieses Projektbereichs erläuterte. Themen sind auch die Entwicklung der Bestattungskultur und zentrale Inhalte der christlichen Religion - und die früher hoher Kindersterblichkeit, wie die Kuratorin betont: "In 40 Prozent der Särge liegen Kinder." 

Seelsorglicher Ort mit Raum zum Nachdenken

Insgesamt soll das Umbauprojekt die Gruft stärker zu einem "seelsorglichen Ort" machen und die Besucher zum Nachdenken über die Sterblichkeit anregen, wünscht sich der Geschäftsführende Domprediger Michael Kösling. So war die Gruft ursprünglich auch gedacht. Lange war sie nur den Mitgliedern der Hohenzollern-Familie zugänglich, damals durch den Domanbau einer heute nicht mehr existierenden "Denkmalskirche". Erst seit 1999, als der Wiederaufbau des kriegszerstörten Doms abgeschlossen war, ist die Grablege öffentlich durch den Dom selbst zu betreten. Das Umbauprojekt umfasst überdies eine Reihe von Maßnahmen, um den Dom insgesamt für Besucher besser zu erschließen. So werden alle Etagen bis auf die Kuppel über einen neuen Lift barrierefrei zugänglich. Bisher können Rollstuhlfahrer die Gruft nur mit Hilfe eines Lastenaufzugs und eines Pförtners besichtigen. Auch sollen sich künftig nicht mehr die Besuchermassen vor einem zu engen Treppenhaus und drei Toiletten drängeln. Dies macht umfangreiche Verlegungen von Kabeln und Rohren sowie Abbrucharbeiten erforderlich.

Strategische Planung

Alles in allem ist das Projekt auf bis zu 18 Millionen Euro veranschlagt, so der Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, Stephan Harmening. 90 Prozent davon übernehmen der Bund und das Land Berlin, 10 Prozent bringt die Domgemeinde selbst auf, 200.000 Euro hat die Cornelsen Kulturstiftung zugesagt. Als erstes werden die Särge ausgelagert und an einen geheim gehaltenen Ort gebracht. Das ganze Vorhaben erfolgt in Abstimmung mit der Familie Hohenzollern, die nach Harmenings Angaben aber keinen inhaltlichen Einfluss nahm. Mit der Restaurierung der Hohenzollerngruft beginnt nun das dritte kirchenbauliche Millionenprojekt in der Bundeshauptstadt. Bereits seit September 2018 ist die Sanierung samt Umbau der nahe gelegenen katholischen Sankt-Hedwigs-Kathedrale im Gange. Umfassende Arbeiten sind auch an der evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit dem markanten Kirchturmstumpf, einem Wahrzeichen West-Berlins, geplant. Alle drei Projekte sollen bis 2023 abgeschlossen sein. Falls es gelingt, hätten die Kirchen bewiesen, dass sie es besser können als die Flughafenplaner.

(KNA)

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