Der neue evangelische "Hauptstadtbischofs" Christian Stäblein
Der evangelische "Hauptstadtbischofs" Christian Stäblein
Bischof Markus Dröge und Christian Stäblein
Bischof Markus Dröge und Christian Stäblein

02.06.2019

Zukunftsziele des künftigen evangelischen "Hauptstadtbischofs" Kirche muss Spaltung entgegenwirken

Im November wird er in Berlin sein Amt als neuer evangelischer "Hauptstadtbischof" antreten. Im Vorfeld gab Christian Stäblein nun Einblicke in die Ziele seines künftigen Wirkens. Wichtig sei, Spaltungen in der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Die Kirche sollte 30 Jahre nach dem Mauerfall neue Räume für das Gespräch zwischen den Menschen öffnen und damit den Spaltungen in der Gesellschaft entgegenwirken. Das forderte der künftige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesischen Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein.

Bei einem christlichen Kulturschoppen des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Berlin und Brandenburg sagte er an diesem Sonntag: "Es ist wichtig, dass wir uns unsere Geschichten gegenseitig erzählen, auch die Kränkungen der letzten 30 Jahre. Wir sind als Kirche dazu da, Gespräche zu führen, wo es auch weh tut."

Dies gelte besonders in einer Zeit, in der in vielen Teilen Ostdeutschlands Spaltungsdiskurse stattfänden, so der Theologe: "Natürlich gibt es immer die Grenze, dass alle, die am Gespräch teilnehmen, die Voraussetzung eines jeden Gesprächs teilen müssen: Die Akzeptanz des Gegenübers." Wo das aber stattfinde, müssten Gespräche möglich sein.

Gegen Rückzug der Kirche aus der Fläche

Christian Stäblein sprach sich zudem gegen einen Rückzug der Kirche aus der Fläche aus. Für die EKBO sei das Wechselspiel zwischen Stadt und Land eine große Herausforderung. Schon heute sei die Landeskirche auf dem Land stärker präsent als in Berlin: Für eine Pfarrstelle würden dort weniger Gemeindeglieder benötigt als in der Großstadt, "auch wenn der Pfarrer dort zehn Dörfer versorgen muss."

Dies werde man weiter forcieren und stärken: "Wir haben eine besondere Aufgabe als Kirche in der Fläche", so Stäblein weiter: "Gerade in Zeiten, in denen Menschen im ländlichen Raum das Gefühl haben, abgehängt zu werden, müssen wir einen Gegenpunkt setzen und präsent bleiben."

In der Ökumene auch die Unterschiede nennen

Nach Ansicht Christian Stäblein müssen Christen in der Ökumene nicht nur die Gemeinsamkeiten, sondern auch die Unterschiede zwischen den Konfessionen formulieren können. Gerade als ökumenisch gesinnter Christ sage er, "der Reichtum der Vielfalt der Kirchen wird doch nur dann zum Reichtum, wenn ich die Unterschiede auch formulieren kann".

Wo Konfessionen das könnten, funktioniere die Ökumene besser, als dort, wo man im vorauseilenden Gehorsam auf alles verzichte: "Mein Bild ist nicht, dass da eine christliche Gemeinschaft in ganz Berlin draus wird", sagte der Theologe.

Die unierte Landeskirche, in der Lutheraner und Reformierte verbunden sind, nannte er die "modernste Form der Ökumene": Man könne gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl feiern, "auch wenn wir an bestimmten Stelle unserer Lehrer nicht vollständig übereinstimmen." Dies gelte auch für die Vielfalt in der EKBO.

Christian Stäblein war Anfang April zum Nachfolger von Bischof Markus Dröge gewählt, dessen Stellvertreter er bisher war. Am 16. November wird er sein neues Amt als evangelischer "Hauptstadtbischof" antreten.

(KNA)

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